Intensiv- und Notfallbehandlung, Jahrgang 26 - 2. Quartal 2001 (53 - 59)

Kontinuierliche Hämofiltration – mehr als ein Therapieverfahren für das akute Nierenversagen?
P. Heering, M. Brause, K. Ivens, B. Grabensee
Klinik für Nephrologie und Rheumatologie, Medizinische Klinik und Poliklinik,
Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf

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DOI 10.5414/IBP26053

Abstrakt

Die kontinuierliche Hämofiltration ist
zum Therapieverfahren der Wahl bei Patienten
mit Multiorganversagen auf der Intensivstation
geworden. In vielen Untersuchungen
konnte der günstige Einfluß auf die kardiovaskuläre
Hämodynamik nachgewiesen werden.
Vor dem Hintergrund dieser beeindruckenden
klinischen Besserungen wurde
postuliert, ob hieraus möglicherweise weitergehende
therapeutische Optionen für den
Einsatz der kontinuierlichen Hämofiltration
erwachsen. In der vorliegenden Arbeit wird
dargelegt, inwieweit es mit Hilfe dieses Verfahrens
möglich ist, Patienten mit Multiorganversagen
im Rahmen der Sepsis zu stabilisieren.
Eine Verbesserung der Prognose dieser
Patienten ist jedoch nur möglich, wenn es
gelingt, diese Situation der verbesserten kardiovaskulären
Hämodynamik im Sinne eines
verlängerten therapeutischen Fensters zu nutzen
und die auslösende Grunderkrankung
kausal anzugehen. Die kontinuierliche Hämofiltrationsbehandlung
des SIRS oder der
Sepsis ohne inzipientes akutes Nierenversagen
ist derzeit klinisch nicht zu rechtfertigen
und bleibt wissenschaftlichen Fragestellungen
vorbehalten. Darüber hinaus bestehen in
Abhängigkeit des klinischen Bildes mögliche
Indikationen in der Therapie der diuretikaresistenten
Herzinsuffizienz, der Lactatazidose,
der Crushniere und dem Tumorlyse-Syndrom,
die mit Hilfe dieser kontinuierlichen
Verfahren gut behandelt werden können.
Auch hierbei bleibt der Einsatz der kontinuierlichen
Verfahren außerhalb der Therapie
des akuten Nierenversagens speziellen Einzelfällen
vorbehalten.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • Klinik für Nephrologie und Rheumatologie, Medizinische Klinik und Poliklinik,
    Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf

Adresse

Prof. Dr. med. P. Heering
Klinik für Nephrologie und Rheumatologie
Medizinische Klinik und Poliklinik
Heinrich-Heine-Universität
Moorenstraße 5
D-40225 Düsseldorf

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Citation

P. Heering, M. Brause, K. Ivens und B. Grabensee.Kontinuierliche Hämofiltration – mehr als ein Therapieverfahren für das akute Nierenversagen?. 2001; 26: 53-59. doi: 10.5414/IBP26053.

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