Das Delir in der Intensivmedizin A. Becker, D. Bauke, A. Drengner Abteilung für Neurologie, SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg
DOI 10.5414/IBX00472
Abstrakt
Das Delir als häufige Komplikation in der Intensivmedizin kann unter anderem zu einer unerwünschten Verlängerung der Beatmungsdauer und damit des gesamten Krankenhausaufenthaltes führen. Die klinische Untersuchung vermag ein hyperaktives Delir von einer akuten hypoaktiven Verwirrung zu unterscheiden. Begünstigende und rasch zu diagnostizierende Faktoren für die Entwicklung einer dieser Störungen sind Entgleisungen des Wasser-Elektrolythaushaltes, fieberhafte Infekte sowie die Polypharmazie und alkoholbezogene Störungen. Neben diesen offensichtlich auslösenden Faktoren sind weitere apparative Untersuchungstechniken wie Computertomographie, Magnetresonanztomographie und Elektroenzephalographie sowie die liquorchemische Untersuchung notwendig, um wichtige Differentialdiagnosen wie subarachnoidale oder intrazerebrale Blutungen, intrazerebrale Abszesse, enzephalitische Syndrome oder Krampfanfälle auszuschließen. Vorbeugende Maßnahmen sind die Berücksichtigung bestimmter Umgebungsfaktoren (z.B. Beleuchtung) und die frühe Bereitstellung von persönlichen Hilfsmitteln wie Hörgeräten und Sehhilfen. Pharmakologische Konzepte müssen die Ursache des Delirs berücksichtigen. Regulation der zirkadianen Rhythmik, sympathikolytische Therapie, Sedierung mit Benzodiazepinen und antipsychotisch wirksame Medikamente erweitern pharmakologisch das Spektrum der Behandlung eines Delirs oder der hypoaktiven Verwirrung.
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