Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 26 - 4. Quartal (119 - 140)

Die Davoser Outcome-Studie (DOS) – Ergebnisse stationärer pneumologischer und dermatologischer Heilbehandlungen im Spiegel wiederholter Nacherhebungen
J. Schmidt1, U. Kaiser2, D. Kriz1, R. Nübling1
1 Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG), Karlsruhe, 2 Hochgebirgsklinik Davos, Davos Wolfgang (Schweiz)

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DOI 10.5414/PRX00472

Abstrakt

Hintergrund: Ziel der Davoser-Outcome- Studie (DOS) war es, die kurz- und längerfristigen Effekte stationärer Heilbehandlungen in der Hochgebirgsklinik Davos (Schweiz) zu untersuchen. Methodik: Die prospektive einarmige Beobachtungsstudie beinhaltete patientenseitig 5 schriftliche Datenerhebungen (Aufnahme, Entlassung, Nachbefragungen 6, 12 und 24 Monaten nach Entlassung) und arztseitig 2 Messungen (zu Beginn und am Ende der Intervention). Im Untersuchungszeitraum nahmen 61% der Neuaufnahmen an der Studie teil; die Erfassungsquoten bei den 3 Nacherhebungen lagen bei 80,4%, 73,4% und 65,8%. Stichprobe: Die Ausgangsstichprobe umfasste 896 Patienten mit unterschiedlichen pneumologischen (ca. 70%) und dermatologischen Diagnosen (ca. 30%). Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei 49,1 Jahre, knapp 60% der Patienten waren Frauen, die durchschnittliche Behandlungsdauer betrug 27,4 Tage. Bei den Patienten lag mehrheitlich eine ausgeprägte Chronifizierung der Beschwerden vor. Etwa 70% der Studienteilnehmer waren Erwerbspersonen. Kennzeichnend ist weiterhin ein eher höheres Bildungsniveau (44,3% hatten einen höheren Schulabschluss) und eine mittlere bis gehobene berufliche Stellung. Die Stichprobe kann als weitgehend repräsentativ für den Beobachtungszeitraum angesehen werden: Ergebnisse: Konstant über alle Messzeitpunkte hinweg zeigten sich bemerkenswert hohe patientenseitige Nutzenbewertungen der Heilbehandlung sowie eine konstant hohe Zufriedenheit mit der Behandlung. Bei Entlassung konnte eine beachtliche Besserung des gesundheitlichen Befindens (ES = 1,26) beobachtet werden, die sich im weiteren zeitlichen Verlauf zwar etwas abschwächte, 2 Jahre nach Entlassung aber noch eine gute Nachhaltigkeit zeigte (ES = 0,60). Mittels zielorientierter Ergebnismessung (ZOE nach Gerdes) konnten weiterhin nachhaltige Besserungen der Atem- und Hautbeschwerden festgestellt werden. Auch bei den überprüften indikativen Ergebnisparametern (1-Sekundenkapazität, spezifischer Atemwegswiderstand, PASI-Index und SCORAD-Index) waren bei Entlassung zum Teil imposante positive Veränderungen zu verzeichnen. Ebenso zeigten sich in Vorher-Nachher-Vergleichen auch Reduktionseffekte hinsichtlich der kostenrelevanten Merkmale Anzahl der Notarztrufe und Notfalleinlieferungen (im zweiten Jahr nach der Intervention waren Reduktionen von 54% bzw. 26% zu verzeichnen). Ein äußerst günstiges Bild konnte auch hinsichtlich der Return- to-work-Quoten beobachtet werden, die den Anteil der Patienten beziffern, die vor Beginn der Intervention berufstätig waren und auch noch 6, 12 und 24 Monate danach berufstätig sind (92,2% 1/2 Jahr nach Entlassung und 87,1% 2 Jahre nach Entlassung). Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse zeigen, dass stationäre Heilbehandlungen in der Hochgebirgsklinik Davos – größtenteils Rehabilitationsmaßnahmen – zu moderaten bis deutlichen kurz- und längerfristigen Verbesserungen bei Patienten mit Atemwegserkrankungen und Hauterkrankungen führen. Die vorliegenden Resultate deuten eine zufriedenstellende Nachhaltigkeit der Effekte an, sie bestätigen frühere Evaluationsstudien in großem Maße. Abschließend wird die Studie unter methodischen Gesichtspunkten diskutiert.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG), Karlsruhe,
  • 2 Hochgebirgsklinik Davos, Davos Wolfgang (Schweiz)

Adresse

Dr. Dipl.-Psych. J. Schmidt
Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG)
Wendtstraße 1
D–76185 Karlsruhe
Email: [email protected]

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Citation

J. Schmidt, U. Kaiser, D. Kriz und R. Nübling.Die Davoser Outcome-Studie (DOS) – Ergebnisse stationärer pneumologischer und dermatologischer Heilbehandlungen im Spiegel wiederholter Nacherhebungen. 2014; 26: 119-140. doi: 10.5414/PRX00472.

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