Prävention und Rehabilitation, Jahrgang 25 - 4. Quartal (150 - 165)

Behandlungsergebnisse 1 Jahr nach stationärer psychosomatischer Rehabilitation
R. Nübling1, J. Schmidt1, W. Reichelt2, D. Kriz1
1 GfQG, Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen GbR, Karlsruhe, 2 Klinikzentrum Lindenallee, Bad Schwalbach

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DOI 10.5414/PRX00449

Abstrakt

Hintergrund: Die Verfügbarkeit aktueller Behandlungsergebnisse ist wesentlich für die Abbildung der Qualität einer Rehabilitationsklinik. Dabei sollte der Outcome immer auch in einem ausreichenden Abstand zur Behandlung gemessen werden (Katamnesen). Fragestellung: Ziel der Studie war eine erste Abschätzung der Behandlungsergebnisse der untersuchten psychosomatischen Klinik. Methodik: In die drei Messzeitpunkte (Aufnahme (A), Entlassung (E), 1-Jahres-Katamnese (K)) umfassende Evaluationsstudie wurden n = 224 konsekutive Patienten einbezogen, von denen sich 62% (n = 138) an der Nachbefragung beteiligt haben. Neben der klassischen indirekten Veränderungsmessung kam auch die direkte und quasi-indirekte Messvariante zum Einsatz. Erhoben wurden die Hamburger Module HEALTH-49 zu allen drei Messzeitpunkten im Sinne einer Statusmessung; darüber hinaus ein Katamnesefragebogen, über den ergänzend unter anderem gesundheits- sowie arbeitsbezogene bzw. gesundheitsökonomisch relevante Parameter (z.B. AU-Zeiten, Krankenhaustage, Arztbesuche) erfasst wurden. Fremdeinschätzungen seitens behandelnder oder nachbehandelnder Ärzte/Psychotherapeuten wurden nicht einbezogen. Ergebnisse: Diagnostisch handelte es sich vor allem um affektive Störungen (F3.x; 62%) und um neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen (F4.x; 26%), der Frauenanteil lag bei 73%; der Altersdurchschnitt betrug 51 Jahre (sd = 7,9), die durchschnittliche Behandlungsdauer 39,1 Tage. Ein Jahr nach Entlassung gaben ca. 62% an, dass die Maßnahme für sie einen deutlichen oder großen Nutzen hatte. Der Anteil der Patienten, die sich kaum oder gar nicht arbeitsfähig einschätzten, halbierte sich gegenüber dem Aufnahmezeitpunkt (von 76% auf 35%). Die aktuellen Krankschreibungen reduzierten sich um 76%, die Krankschreibungen bezogen auf die 12-Monats-Zeiträume vor und nach der Reha-Maßnahme um 69%. Die Reduktion bei den Arztbesuchen lag bei 49%, die der Zeiten in einem Krankenhaus bei 34%. Auf psychometrischer Ebene ergaben sich hohe Effektstärken, zum Beispiel für die Skala „Gesundheitliche Beschwerden“ (GBesc10, ES = 1,44). Im HEALTH-49 wurden sowohl beim A-Eals auch im A-K-Vergleich in 7 bzw. 8 Skalen mittlere bis hohe Effektstärken erreicht; sie lagen zwischen ES = 0,21 und ES = 1,19 (A vs. E) bzw. zwischen ES = –0,17 und ES = 0,96 (A vs. K).

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 GfQG, Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen GbR, Karlsruhe,
  • 2 Klinikzentrum Lindenallee, Bad Schwalbach

Adresse

Dipl.-Psych. Dr. R. Nübling
GfQG, Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen
Wendtstraße 1
D–76185 Karlsruhe
Email: [email protected]

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Citation

R. Nübling, J. Schmidt, W. Reichelt und D. Kriz.Behandlungsergebnisse 1 Jahr nach stationärer psychosomatischer Rehabilitation. 2013; 25: 150-165. doi: 10.5414/PRX00449.

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