Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 39 - Oktober (397 - 403)

Die idiopathische Lungenfibrose und Schlaf
K. Rasche1, M. Leidag1, M. Orth2
1 Klinik für Pneumologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin, HELIOS Klinikum Wuppertal, Klinikum der Universität Witten/Herdecke, Bergisches Lungenzentrum, Wuppertal, 2 Medizinische Klinik III, Theresienkrankenhaus, Mannheim

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DOI 10.5414/ATX01906

Abstrakt

Schlafstörungen sind bei idiopathischer Lungenfibrose (IPF) sehr häufig. Die Ursachen hierfür sind u. a. nächtlicher Husten, nächtliche Sauerstoffentsättigungen sowie ein auch im Schlaf gesteigerter Atmungsantrieb. Der Epworth Sleepiness Scale (ESS)- Score ist zur Erfassung der Tagesmüdigkeit allerdings bei IPF nicht geeignet, bessere Ergebnisse liefern der Functional Outcomes of Sleep Questionnaire (FOSQ) und die Fatigue Severity Scale (FSS). Die Schlafstörungen haben einen erheblichen Einfluss auf die allgemeine Lebensqualität der Patienten. Sauerstoffentsättigungen im Schlaf können durch die Lungenfunktion nicht sicher vorhergesagt werden, am ehesten gibt es eine engere Beziehung zum arteriellen Sauerstoff- Partialdruck (PaO2) im Wachzustand. Es gibt Hinweise für eine Mortalitätssteigerung und damit Prognoseverschlechterung bei Patienten mit häufigen nächtlichen Hypoxämien und zusätzlich bestehender pulmonaler Hypertonie. Allerdings existieren für die IPF bisher keine evidenzbasierten Empfehlungen für die Indikationsstellung zur Sauerstofftherapie und nicht-invasiven Beatmung im Schlaf. Obstruktive Schlafapnoen kommen bei IPF wahrscheinlich nicht häufiger als in der Allgemeinbevölkerung vor. Eine Ausnahme stellen IPF-Patienten mit erhöhtem Body-Mass-Index (BMI) dar. Treten jedoch obstruktive Atemstillstände im Schlaf bei Vorliegen einer IPF auf, sind die hieraus resultierenden Sauerstoffentsättigungen deutlich stärker ausgeprägt als bei alleiniger Schlafapnoe. Die Therapie von Schlafstörungen und schlafbezogenen Atmungsstörungen (SBAS) bei IPF ist nur individuell durchzuführen. Bei Fehlen einer effektiven Therapiemöglichkeit der IPF erscheint jedoch die Optimierung der Schlaf- und Lebensqualität durch die Behandlung von Schlafstörungen ein wichtiges Ziel. Es sind allerdings weitere Studien, die den Effekt spezieller Behandlungsmethoden im Schlaf untersuchen, erforderlich.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 Klinik für Pneumologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin, HELIOS Klinikum Wuppertal, Klinikum der Universität Witten/Herdecke, Bergisches Lungenzentrum, Wuppertal,
  • 2 Medizinische Klinik III, Theresienkrankenhaus, Mannheim

Adresse

Prof. Dr. med. K. Rasche
Klinik für Pneumologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin
HELIOS Klinikum Wuppertal
Klinikum der Universität Witten/Herdecke
Bergisches Lungenzentrum
Heusnerstraße 40
D-42283 Wuppertal
Email: [email protected]

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Citation

K. Rasche, M. Leidag und M. Orth. Die idiopathische Lungenfibrose und Schlaf. 2013; 39: 397-403. doi: 10.5414/ATX01906.

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