Atemwegs- und Lungenkrankheiten, Jahrgang 39 - Juli (270 - 274)

High-Flow-Sauerstofftherapie
K.-H. Rühle1,2, U. Domanski1, G. Nilius1,2
1 Klinik für Pneumologie, HELIOS Klinik Ambrock, Hagen, 2 Universität Witten-Herdecke

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DOI 10.5414/ATX01879

Abstrakt

Bei einer High-Flow-O2-Therapie werden Flussraten über 6 l/min appliziert. Dabei ist eine Anfeuchtung und Anwärmung erforderlich, da sonst die Schleimhäute der oberen Atemwege austrocknen würden und durch die kalte Luft eine Bronchokonstriktion ausgelöst werden kann. High-Flow-O2-Therapie wird zur Therapie des hypoxämischen Atemversagens eingesetzt. Infolge technischer Verbesserungen können heute Flussraten bis 50 l/min erreicht werden. Bei dieser Flussrate entsteht ein Staudruck, wodurch eine Erweiterung der oberen Atemwege mit Reduktion des Atemwegswiderstands resultiert. Infolge der kontinuierlichen Luftzufuhr wird der Totraum der oberen Atemwege ausgewaschen, sodass die CO2-Elimination verbessert wird. Die Anwendung der High-Flow-O2-Therapie erfordert spezielle Nasenkanülen, die aber die Nasenöffnung nicht verschließen sollten, sodass Luft sowohl während der In- als auch der Exspiration vorbeifließen kann. Durch Beimischung von reinem Sauerstoff können selbst bei Flussraten von über 40 l/min inspiratorische Sauerstoffkonzentrationen über 40% erreicht werden. Aufgrund der möglichen Nebenwirkungen der Sauerstofftherapie empfiehlt es sich, die arterielle Sauerstoffsättigung zwischen 88% und 92% zu titrieren. Bei den Geräten zur High-Flow- O2-Therapie wird die angesaugte Luft durch einen Warmluftbefeuchter geleitet. Die angefeuchtete und angewärmte Luft wird über einen beheizten Schlauch bis zur Nasenkanüle weitergeleitet. Durch den kombinierten Effekt der erhöhten Sauerstoffkonzentration, der Anhebung des endexspiratorischen Druckes und der Auswaschung des Totraums wird eine signifikant geringere Atemfrequenz bei konstantem bzw. erniedrigtem PCO2 erzielt. Erste Untersuchungen weisen darauf hin, dass bei dem Vorliegen einer geringgradigen ventilatorischen Insuffizienz und Akzeptanzproblemen hinsichtlich einer nichtinvasiven Ventilation die High-Flow-O2-Therapie als Alternative infrage kommt.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 Klinik für Pneumologie, HELIOS Klinik Ambrock, Hagen,
  • 2 Universität Witten-Herdecke

Adresse

Prof. Dr. med. K.-H. Rühle
Klinik für Pneumologie
HELIOS Klinik Hagen-Ambrock
Ambrocker Weg 60
D–58091 Hagen
Email: [email protected]

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Citation

K.-H. Rühle, U. Domanski und G. Nilius.High-Flow-Sauerstofftherapie. 2013; 39: 270-274. doi: 10.5414/ATX01879.

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