Allergologie, Jahrgang 36 - Januar (9 - 18)

Medikamenten-Persistenz bei Kindern und Jugendlichen unter einer Langzeit- Hyposensensibilisierung mit Gräserpollenextrakten – Ergebnisse einer Versorgungsstudie anhand von Verordnungsdaten
P. Eberle1, H. Schreder2, K. Shah-Hosseini3, R. Mösges3
1 Kinder- und Jugendmedizin, Allergologie, Kassel, 2 Stallergenes Deutschland GmbH, Kamp-Lintfort, 3 Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie (IMSIE), Universitätsklinikum Köln

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DOI 10.5414/ALX01536

Abstrakt

Hintergrund: Die spezifische Immuntherapie (SIT) hat nur dann Erfolg, wenn die angestrebte Gesamtbehandlungsdauer von mindestens 3 Jahren vom Patienten durchgehalten wird. Untersuchungen zur Persistenz unter „Real-life“-Bedingungen, z.B. anhand von Verordnungsdaten, liegen für Deutschland speziell in der Gruppe von Kindern und Jugendlichen bisher nicht vor. Ziel: In einer Versorgungsstudie wurde anhand von Verordnungsdaten von Gräser-SIT-Präparaten überprüft, ob sich Unterschiede in der Persistenz zwischen einer SLIT und einer SCIT bei Kindern und Jugendlichen ergeben. Methodik: Anonymisierte Verordnungsdaten von Jugendlichen und Kindern aus den Therapieallergenegruppen subkutane Immuntherapie (SCIT) mit nativen Allergenen, SCIT mit Allergoiden und sublinguale Immuntherapie (SLIT) mit nativen Allergenen wurden über 3 konsekutive Jahre (2005 bis 2007) verfolgt. Als persistent wurden Patienten eingestuft, wenn sie über alle 3 Jahre mindestens ein SIT-Rezept pro Saison eingelöst hatten. Die Auswertung dieser Studie ist eine Subgruppenanalyse aus einer Gesamtkohorte mit Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern, die Ergebnisse der Gesamtkohorte sind bereits publiziert. Ergebnisse: Die Daten von 562 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 4 und 18 Jahren wurden ausgewertet. Ingesamt ergab sich für die SIT eine Persistenzrate von 63,2% in Jahr 2 und von 44,1% in Jahr 3. In der Auswertung getrennt nach Applikationsformen errechnete sich für die SLIT im zweiten Behandlungsjahr eine Persistenzrate von 74,1%, für die SCIT mit nativen Allergenen eine Persistenzrate von 62,9% und für die SCIT mit Allergoiden eine Persistenzrate von 61,1%. Die Zahlen für das dritte Jahr betrugen 57,4% bzw. 40,6% bzw. 44,8%. Der Unterschied in der SLIT-Gruppe im Vergleich zur SCIT-Gruppe mit nativen Allergenen in Jahr 3 war signifikant (p = 0,024). Fazit: Die Langzeittherapietreue von Kindern und Jugendlichen ist bei einer SLIT besser als bei einer SCIT mit nativen oder modifizierten Allergenen. Insgesamt ist die Persistenz einer spezifischen Immuntherapie in der Altersgruppe unter 12 Jahren besser als in der Gruppe zwischen 12 und 18 Jahren. Aussagen über die Therapieadhärenz/ Compliance können aus der Untersuchung nicht abgeleitet werden.

Autoreninformation

Autoren

Abteilungen

  • 1 Kinder- und Jugendmedizin, Allergologie, Kassel,
  • 2 Stallergenes Deutschland GmbH, Kamp-Lintfort,
  • 3 Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie (IMSIE), Universitätsklinikum Köln

Adresse

Dr. med. P. Eberle
Kinder- und Jugendmedizin, Allergologie
Wilhelmshöher Allee 109
D-34121 Kassel
Email: [email protected]

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Citation

P. Eberle, H. Schreder, K. Shah-Hosseini und R. Mösges.Medikamenten-Persistenz bei Kindern und Jugendlichen unter einer Langzeit- Hyposensensibilisierung mit Gräserpollenextrakten – Ergebnisse einer Versorgungsstudie anhand von Verordnungsdaten. 2013; 36: 9-18. doi: 10.5414/ALX01536.

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