Verdauungskrankheiten, Jahrgang 28 - November/Dezember (242 - 247)

Ist die Bestimmung des fäkalen Calprotectins bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen relevant?
U. Helwig
Internistische Praxengemeinschaft Oldenburg

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DOI 10.5414/VDP28242

Abstract

Laborparameter stellen sowohl in der Primärdiagnostik als auch bei der Einschätzung der Entzündungsaktivität, des Komplikationsrisikos, des Rückfallrisikos und bei der Beurteilung der Therapie einen wesentlichen Aspekt bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen dar. Da die Entzündungsaktivität bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen in erster Linie in den Wandschichten zur luminalen Seite des Magen-Darm-Trakts dominiert, liegt es nahe, auch im Lumen die Entzündungsaktivität zu messen. Bei den Stuhlmarkern weist das Calprotectin die beste Datenlage auf. Calprotectin stellt den Hauptproteinbestandteil von in den Darm sezernierten neutrophilen Leukozyten dar. Die Sensitivität und Spezifität der Calprotectin-Untersuchungen ist hoch und lässt eine schwere, flächige Entzündungsreaktion von einer nicht entzündlichen Reaktion abgrenzen; der Cut-off-Point für eine hohe Spezifität liegt allerdings höher als Normwerte suggerieren. Dennoch kann das Calprotectin sowohl für die Primärdiagnostik als auch für das Einschätzen des Schweregrades eines Rückfalls bei bekannter chronisch entzündlicher Darmerkrankung hilfreich sein. Da kurzstreckige, penetrierende und strikturierende Läsionen mit einem geringen Calprotectin-Spiegel einhergehen können, kann eine diagnostische Koloskopie grundsätzlich nicht ersetzt werden. Dennoch kann die Calprotectin-Konzentration als Entscheidungshilfe für die weitere Differenzialdiagnostik herangezogen werden. Weiterhin bietet die Calprotectin-Bestimmung das Potenzial eines Therapiemonitorings sowie eines Einschätzens des Rückfallrisikos.

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  • Internistische Praxengemeinschaft Oldenburg

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PD Dr. med. U. Helwig
Facharzt für Innere Medizin und Gastroentereologie
Internistische Praxengemeinschaft Oldenburg
Neue Donnerschweer Straße 30
D–26123 Oldenburg
Email: [email protected]

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Citation

U. Helwig.Ist die Bestimmung des fäkalen Calprotectins bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen relevant?. 2010; 28: 242-247. doi: 10.5414/VDP28242.

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