Harnwegsinfektion nach Nierentransplantation
F. Heinrich1, U. Ott1, T. Steiner2 , W. Pfister3, G. Stein1
1 Klinik für Innere Medizin III, 2 Klinik für Urologie, 3 Institut für Medizinische Mikrobiologie, Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität, Jena
DOI 10.5414/NHP38311
Abstract
Bakterielle Infektionen stellen nach wie vor für Patienten nach Nierentransplantation (NTx) wesentliche Komplikationen dar. Ziel der vorliegenden retrospektiven Multivarianzanalyse war es, die Risikofaktoren für Harnwegsinfektionen (HWI) zu analysieren sowie klinische und laborchemische Einflussgrößen bei nierentransplantierten Patienten eines Zentrums zu identifizieren. Untersucht wurden 329 Patienten, denen von 1990 – 2004 eine allogene Spenderniere transplantiert wurde. Die Beobachtungszeit betrug 3 Jahre. 195 Patienten erkrankten in den ersten 3 Jahren nach NTx an mindestens einer HWI (59,3%), im Mittel 43,5 ± 42,6 Tage nach NTx. Der Anteil einer asymptomatischen Bakteriurie (asB) betrug 89,7%. Dominierende Erreger waren E. coli und Enterokokken. Anhand der Multivarianzanalyse wurde festgestellt, dass Frauen und Patienten mit einem Diabetes mellitus oder einer HWI prae transplantationem besonders gefährdet sind, an einer HWI nach NTx zu erkranken. Kardiovaskuläre Vorerkrankungen, arterielle Hypertonie und die immunsuppressive Therapie standen nicht in signifikantem Zusammenhang mit Infektionen des Harntrakts. Patienten mit einer 3-monatigen Prophylaxe mit Cotrimoxazol (160/800 mg TMP/SMZ) wiesen im Vergleich zu Patienten ohne antibiotische Prophylaxe keine niedrigere Inzidenz auf.
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- 1 Klinik für Innere Medizin III,
- 2 Klinik für Urologie,
- 3 Institut für Medizinische Mikrobiologie, Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität, Jena
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Franziska Heinrich
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Citation
F. Heinrich, U. Ott, T. Steiner , W. Pfister und G. Stein.Harnwegsinfektion nach Nierentransplantation. 2009; 38: 311-319. doi: 10.5414/NHP38311.