Stellenwert pseudoallergischer Reaktionen und Einfluß von Zucker bei der atopischen Dermatitis
I. Reese1, M. Worm2
1 Diplom-Oecotrophologin, Schwerpunkt Allergologie, München, 2 Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Charité, Humboldt-Universität, Berlin
DOI 10.5414/ALP25264
Abstract
Zahlreiche Patienten mit atopischer Dermatitis (AD) vermuten Nahrungsmittel als Auslöser von Ekzemverschlechterungen und führen häufig selbst auferlegte, teilweise sehr strenge Diäten durch. Neben Milch und Ei werden oft Lebensmittel wie Tomaten, Süßigkeiten oder auch Zusatzstoffe gemieden. Letztere weisen als zugrunde liegenden Pathomechanismus auf pseudoallergische, aber nicht IgE-vermittelte Reaktionen hin. Der Stellenwert pseudoallergischer Reaktionen bei AD ist umstritten. Eine begrenzte Anzahl von Studien, die sich mit dieser Thematik befassen, und eine Beschränkung auf einzelne Auslöser bei den vorliegenden Untersuchungen machen die Bewertung des Einflusses der pseudoallergischen Nahrungsmittelunverträglichkeit bei Patienten mit AD schwierig. Aufgrund unserer eigenen Untersuchungen ist davon auszugehen, daß Zusatzstoffe nur einen geringen Teil der Auslöser pseudoallergischer Reaktionen ausmachen. Auch der Einfluß von Zucker auf den Hautzustand bei AD, wie er von vielen Patienten vermutet wird, kann aufgrund der eigenen Untersuchungen verneint werden. Ein genereller Zuckerverzicht als therapeutische Maßnahme bei Patienten mit AD läßt sich daher nicht rechtfertigen.
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- 1 Diplom-Oecotrophologin, Schwerpunkt Allergologie, München,
- 2 Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Charité, Humboldt-Universität, Berlin
Address
Dr. rer. medic. Imke Reese
Bismarckstraße 24
D-80803 München
Citation
I. Reese und M. Worm. Stellenwert pseudoallergischer Reaktionen und Einfluß von Zucker bei der atopischen Dermatitis. 2002; 25: 264-268. doi: 10.5414/ALP25264.