Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 34 - November 2005 (499 - 507)

Hypertonie bei diabetischer Nephropathie
M. Hausberg, M. Kosch, H. Pavenstädt, K.-H. Rahn
Medizinische Klinik und Poliklinik D, Universitätsklinikum Münster, Münster

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DOI 10.5414/NHP34499

Abstract

Die diabetische Nephropathie ist häufig bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ I und Typ II. Sie verläuft unbehandelt oft progredient bis zur terminalen Niereninsuffizienz. Ein wesentlicher Progressionsfaktor ist die arterielle Hypertonie, die meistens mit fortgeschrittenen Stadien der diabetischen Nephropathie vergesellschaftet ist und besonders bei Typ-II-Diabetikern der Manifestation des Diabetes oft vorausgeht. Wesentlich für die Progressionshemmung der diabetischen Nephropathie ist eine frühzeitige, konsequente antihypertensive Therapie. Viele große Studien haben gezeigt, daß der Zielblutdruck für hypertensive Patienten mit Diabetes mellitus niedriger als für die Allgemeinbevölkerung mit essentieller Hypertonie angesetzt werden sollte, nämlich bei < 130/80 mmHg. Durch eine konsequente Blutdrucksenkung wird nicht nur das Fortschreiten der diabetischen Nephropathie aufgehalten, sondern es werden auch andere mikrovaskuläre Komplikationen und vor allem die makrovaskulären Komplikationen verhindert. Es gibt keinen Schwellenwert in der Beziehung zwischen kardiovaskulärem Risiko und Blutdruck, d.h. je niedriger der Blutdruck, desto geringer die Zahl der kardiovaskulären Komplikationen. Somit wird von vielen Autoren eine noch striktere Blutdruckeinstellung bei diabetischen Patienten empfohlen. Die fortgeschrittenen Stadien der diabetischen Nephropathie sind gekennzeichnet durch eine manifeste große Proteinurie. Gerade bei diesen Patienten wird eine besonders strikte Blutdruckeinstellung propagiert. Neben der Frage des Zielblutdrucks ist die Frage der besten antihypertensiven Pharmaka Gegenstand wissenschaftlicher Diskussion. Für die Progression der diabetischen Nephropathie und die Aggravation der Nierenschädigung durch die Hypertonie ist das Renin-Angiotensin-Aldosteronsystem von großer Bedeutung. Im Vergleich zu anderen Klassen von Antihypertensiva zeigten sich ACE-Hemmstoffe und Angiotensinrezeptorblocker besonders effektiv hinsichtlich der Progressionshemmung der diabetischen Nephropathie und der Prävention kardiovaskulärer Komplikationen.

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Authors

Departments

  • Medizinische Klinik und Poliklinik D, Universitätsklinikum Münster, Münster

Address

PD Dr. med. M. Hausberg
Medizinische Klinik und Poliklinik D
Universitätsklinikum Münster
Albert-Schweitzer-Straße 33
D-48129 Münster
Email: [email protected]

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Citation

M. Hausberg, M. Kosch, H. Pavenstädt und K.-H. Rahn.Hypertonie bei diabetischer Nephropathie. 2005; 34: 499-507. doi: 10.5414/NHP34499.

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