Allergologie, Jahrgang 28 - April 2005 (143 - 155)
Internationale Leitlinien zur Polyposis nasi* C. Bachert Kliniekhoofd, HNO-Klinik, Universitätsklinik Gent, Belgien
DOI 10.5414/ALP28143
Abstract
Auf der Grundlage des EP3OS (European Position Paper on Rhinosinusitis and Nasal Polyposis) werden hier die gegenwärtigen Kenntnisse zur Epidemiologie, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie der Polyposis nasi zusammengefaßt. Nasenpolypen werden derzeit als eine Untergruppe der chronischen Rhinosinusitis definiert, die durch eine eosinophile Entzündung und Ödembildung auf der Basis von Gewebedestruktion (Remodeling) gekennzeichnet ist. Nasenpolypen sind häufig durch Staphylokokkus aureus kolonisiert, die durch die Freisetzung von Enterotoxinen die Entzündungsreaktion modifizieren und zu einer polyklonalen IgE-Produktion führen. Die Häufigkeit liegt bei ca. 2 – 4% der Bevölkerung, wobei insbesondere Patienten mit Asthma und Aspirinsensitivität häufiger betroffen sind. Die Diagnostik der Nasenpolypen stützt sich auf die nasale Endoskopie und die Computertomographie der Nebenhöhlen. Die therapeutischen Möglichkeiten werden evidenzbasiert bewertet und aufgelistet, wobei den topischen Glukokortikosteroiden (GKS) die größte Bedeutung als Therapie der Wahl zukommt. Orale GKS und die Chirurgie sind Optionen bei mangelnder Kontrolle durch topische GKS.
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