Pharmakologische Therapie der Polyposis nasi
C. Bachert
Kliniekhoofd, HNO-Klinik, Universitätsklinik Gent
DOI 10.5414/ALP27484
Abstract
Nasenpolypen kommen bei etwa 4% der europäischen Bevölkerung vor und stellen aufgrund ihrer Rezidivrate und Chronizität eine echte Herausforderung dar. Histologisch sind Nasenpolypen durch eine eosinophile Entzündung und eine Gewebsdestruktion gekennzeichnet, deren Regulation durch Zytokine, Chemokine und Metalloproteinasen im Vordergrund der Forschung steht. Die Ätiologie der Erkrankung ist nach wie vor ungewiß. Der gegenwärtige Therapiestandard umfaßt die topischen und systemischen Steroide, wobei nur für die lokale Behandlung ausreichend kontrollierte Studien vorliegen, die eine evidenzbasierte Therapie ermöglichen. Die chirurgische Intervention ist erst angezeigt, wenn die medikamentöse Therapie erfolglos bleibt, wobei topische Steroide auch nach einer Operation als Langzeittherapie (Monate bis Jahre) eingesetzt werden sollten. Die Erfahrungen mit anderen Arzneimitteln wie Antihistaminika, Antileukotrienen und Furosemid sind begrenzt. Die adaptive Deaktivierung mit Aspirin ist eine therapeutische Möglichkeit bei aspirinsensitiven Patienten, bei denen andere therapeutische Ansätze versagt haben. Neuerdings werden auch Antibiotika wegen ihrer antientzündlichen Eigenschaften diskutiert, aussagekräftige kontrollierte Studien fehlen allerdings bislang. Neue Ansätze zielen auf die Hemmung spezifischer Komponenten der Entzündungsreaktion ab. Diese Übersichtsarbeit diskutiert die gegenwärtigen Kenntnisse zur Pathophysiologie und die sich daraus ergebenden Therapieansätze für die Polyposis nasi.
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- Kliniekhoofd, HNO-Klinik, Universitätsklinik Gent
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Prof. Dr. med. C. Bachert
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HNO-Klinik
Universitätsklinik Gent
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Citation
C. Bachert. Pharmakologische Therapie der Polyposis nasi. 2004; 27: 484-494. doi: 10.5414/ALP27484.