Allergologie, Jahrgang 27 - August 2004 (323 - 332)
Staphylococcus-aureus-Enterotoxine bei Atemwegserkrankungen T. van Zele, P. Gevaert, L. de Schrijver, P. van Cauwenberge, C. Bachert HNO-Universitätsklinik, Gent
DOI 10.5414/ALP27323
Abstract
Staphylococcus aureus ist ein häufig anzutreffender Keim im Bereich der oberen Atemwege und kann unter geeigneten Umständen Enterotoxine produzieren, die sich durch ihre superantigenen Eigenschaften auszeichnen. Die klassischen Enterotoxine SEA-E und TSST-1 aktivieren T- und B-Zellen, eosinophile Granulozyten und Epithelzellen und sind in der Lage, eine polyklonale Immunantwort einschließlich der Synthese von IgE-Antikörpern sowie eine eosinophile Entzündungsreaktion zu induzieren. Wir haben zeigen können, daß Nasenpolypen häufig durch Staphylokokken kolonisiert sind, die eine lokale Immunreaktion hervorrufen und zu einer deutlichen Verstärkung der eosinophilen Entzündung führen. Der Nachweis von IgE-Antikörpern gegen Enterotoxine im Polypengewebe kann als Nachweis der Immunreaktion dienen. Damit kommt den Enterotoxinen wahrscheinlich eine bedeutende Rolle bei dieser oft schwer zu therapierenden Erkrankung zu. Untersuchungen bei Patienten mit schwerem, steroidpflichtigem Asthma haben neuerdings ergeben, daß IgE-Antikörper gegen Staphylokokken-Enterotoxine auch bei diesem Krankheitsbild im Serum nachzuweisen sind und zur Entzündungsreaktion beitragen könnten. Damit scheinen diese Enterotoxine auch bei Atemwegserkrankungen eine wesentliche, zumindest modulierende Rolle zu spielen.
T. van Zele, P. Gevaert, L. de Schrijver, P. van Cauwenberge und C. Bachert. Staphylococcus-aureus-Enterotoxine bei Atemwegserkrankungen.2004; 27: 323-332. doi: 10.5414/ALP27323.
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