Allergologie, Jahrgang 27 - Februar 2004 (49 - 71)

Nebenwirkungsprofile von Antihistaminika und ihre klinische Relevanz
B. Lange1, C. Bachert2
1 Institut für Atemwegsforschung GmbH, Düsseldorf, 2 Kliniek voor Neus-, Keel- en Oorheelkunde, UZ Gent, Belgien

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DOI 10.5414/ALP27049

Abstract

Die Antihistaminika sind Therapieoptionen der 1. Wahl bei SAR und CIU. In dieser Übersicht werden Cetirizin, Desloratadin, Ebastin, Fexofenadin, Levocetirizin, Loratadin und Mizolastin anhand der veröffentlichten Literatur hinsichtlich Kardiotoxizität, Sedierungspotential, eventueller Hepatotoxizität und Teratogenität sowie bezüglich ihrer Sicherheit in besonderen Patientengruppen (Kinder, Senioren, Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz) verglichen. Zusätzlich wurden die Hersteller und die deutsche Zulassungsbehörde, das BfArM, um Informationen gebeten. Die Antihistaminika zeigen unterschiedliche Einflüsse auf die kardiale Repolarisation und besitzen damit ein unterschiedliches Potential, insbesondere bei Risikopatienten, schwerwiegende ventrikuläre Arrhythmien auszulösen. Cetirizin, Desloratadin und Levocetirizin bergen dabei das geringste Risiko. Unter den modernen Antihistaminika weisen Cetirizin, Levocetirizin und Mizolastin in klinischen Studien die höchsten über Plazebo hinausgehenden Inzidenzen sedierender Nebenwirkungen auf. In objektiven psychomotorischen und kognitiven Tests führten einige Antihistaminika bereits bei therapeutischen Dosierungen vereinzelt zu Beeinträchtigungen, Cetirizin sogar unterhalb der empfohlenen Dosierung. Unter Desloratadin, Ebastin und Fexofenadin treten wenig sedierende Nebenwirkungen bei Allergikern auf, sie haben in Testbatterien an gesunden Probanden bisher keine Effekte in therapeutischer Dosierung gezeigt. Es ist nicht auszuschließen, daß Antihistaminika in Einzelfällen zu Leberfunktionsstörungen bzw. Hepatitiden führen, jedoch scheint das Risiko unter den Antihistaminika vergleichbar zu sein und im Bereich der Hintergrundrate idiopathischer Hepatitiden zu liegen. Die Erfahrungen zur Exposition mit Antihistaminika in der Schwangerschaft sind begrenzt. Generell liegt kein erhöhtes Teratogenitätsrisiko vor, Daten zu einer potentiellen Erhöhung des Hypospadierisikos unter Loratadin sind bisher nicht abschließend zu beurteilen. In Deutschland sind derzeit Cetirizin und Desloratadin für Kinder ab 2 Jahren zugelassen, Levocetirizin und Loratadin sind für Kinder ab 6 Jahren erhältlich. Cetirizin führte auch in Studien mit Kindern z.T. zu einer erhöhten Inzidenz von Schläfrigkeit. Die neueren Antihistaminika sind für Senioren geeignet, wobei Dosisanpassungen und Kontraindikationen bei Leber- und Niereninsuffizienz zu beachten sind.

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Departments

  • 1 Institut für Atemwegsforschung GmbH, Düsseldorf
  • 2 Kliniek voor Neus-, Keel- en Oorheelkunde, UZ Gent, Belgien

Address

B. Lange
Institut für Atemwegsforschung GmbH
Benrodestraße 9
D-40597 Düsseldorf
Email: [email protected]

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Citation

B. Lange und C. Bachert. Nebenwirkungsprofile von Antihistaminika und ihre klinische Relevanz. 2004; 27: 49-71. doi: 10.5414/ALP27049.

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