Allergologie, Jahrgang 27 - Januar 2004 (16 - 25)

Wirkung von Cetirizin und Fluticasonpropionat- Nasenspray auf Symptome und Entzündungsmediatoren der saisonalen allergischen Rhinitis
K. Dahl1, B. Lange2, G. Holtappels3, K.-F. Lukat2, C. Bachert3
1 Krankenhaus Neuwerk, Mönchengladbach, 2 Institut für Atemwegsforschung GmbH, Düsseldorf, 3 Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Universität Gent, Belgien

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DOI 10.5414/ALP27016

Abstract

Ziel unserer Untersuchungen war der Vergleich der Wirkungen von Fluticason-Nasenspray (FP) und Cetirizin-Tabletten (CET) auf die Symptome und die Konzentrationen proinflammatorischer Mediatoren im Nasensekret von Patienten mit saisonaler allergischer Rhinitis (SAR) während einer Pollenflugsaison. In der randomisierten Doppelblindstudie nahmen 30 Patienten mit Birken- und Gräserallergie für ca. 4,5 Monate während der Birken- und Gräserpollensaison entweder Cetirizin 10 mg p.o. und ein Plazebo-Nasenspray oder Fluticasonpropionat-Nasenspray 200 mg und eine Plazebo-Tablette 1-mal täglich ein. Augen- und Nasensymptome wurden täglich mittels eines Symptomkalenders erfaßt und unter Berücksichtigung der täglichen Pollenflugdaten ausgewertet. Nasensekret wurde mit Hilfe der Filterpapier-Disc-Technik gesammelt und hinsichtlich Histamin und ECP mittels ELISA analysiert. Bezüglich der Gesamtsymptomatik aus Nasen- und Augensymptomen ergab sich über den gesamten Studienzeitraum kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Behandlungsstrategien. Die Analyse des nasalen Gesamtsymptomscores (TNSS) zeigte dagegen einen statistisch signifikanten Therapievorteil für FP im Saisonverlauf, wenn zur Auswertung nur Tage mit einem Pollenflug von über 20/m3 herangezogen wurden (p = 0,0197). Umgekehrt fand sich bei entsprechender Auswertung eine tendenziell stärkere Wirkung des Antihistaminikums auf die Augensymptomatik (p = 0,0584). Die Konzentrationen der Entzündungsmediatoren Histamin und ECP im Nasensekret waren unter FP signifikant niedriger als unter CET. Die Untersuchung zeigt, daß durch die getrennte Auswertung der Nasen- und Augensymptome unter Berücksichtigung des Pollenflugs eine differenziertere Beurteilung der Wirksamkeit von Arzneimitteln zur Behandlung der SAR möglich ist. Insbesondere in Regionen mit eher schwankendem Pollenflug kann sich aus der Auswertung lediglich der Tage mit hoher Pollenbelastung ein essentieller Informationsgewinn ergeben. Aus den Ergebnissen zur Freisetzung der Entzündungsmediatoren kann gefolgert werden, daß der anti-inflammatorische Effekt des topischen Glukokortikosteroids deutlich ausgeprägter ist als der des Antihistaminikums. Insgesamt legen die Studienergebnisse nahe, daß bei Patienten mit ausgeprägten Nasen- und Augensymptomen eine Kombinationstherapie aus einem topischen Kortikosteroid und einem Antihistaminikum indiziert sein kann.

Author Details

Authors

Departments

  • 1 Krankenhaus Neuwerk, Mönchengladbach,
  • 2 Institut für Atemwegsforschung GmbH, Düsseldorf,
  • 3 Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Universität Gent, Belgien

Address

Prof. Dr. med. C. Bachert
Kliniek voor Neus-, Keel- + Oorheelkunde
UZ Gent
De Pintelaan 185
B-9000 Gent
Email: [email protected]

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Citation

K. Dahl, B. Lange, G. Holtappels, K.-F. Lukat und C. Bachert. Wirkung von Cetirizin und Fluticasonpropionat- Nasenspray auf Symptome und Entzündungsmediatoren der saisonalen allergischen Rhinitis. 2004; 27: 16-25. doi: 10.5414/ALP27016.

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