Extrakorporale Blutreinigung im septischen Schock – Ist Plasmapherese die Lösung?
S. David1, 2, 3, J.T. Kielstein4
1 Institut für Intensivmedizin, Universitätsspital Zürich, Zürich, Schweiz, 2 Universität Zürich, Zürich, Schweiz, 3 Nieren und Hochdruckerkrankungen, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, 4 Städtisches Klinikum Braunschweig, Nephrologie & Blutreinigung, Braunschweig
DOI 10.5414/NHX02549
Abstract
Bei der Sepsis spielt die Wirtsantwort auf eine Infektion als Hauptursache für Organdysfunktion und Mortalität eine entscheidende Rolle. Trotz hoher Sterblichkeit existiert jedoch keine kausale Therapie, da das Sepsissyndrom und die jeweilige Wirtsantwort biologisch heterogen und durch redundante Signalwege geprägt sind; gezielte Blockaden einzelner Mediatoren blieben erfolglos. Unselektive Hämoadsorption erscheint theoretisch sinnvoll, zeigte jedoch bisher keinen klaren Nutzen. Metaanalysen liefern widersprüchliche Ergebnisse, während laufende Studien weitere Klarheit bringen sollen. Selektive Verfahren, insbesondere die Endotoxin spezifische Adsorption, ermöglichen eine fokussierte Vorgehensweise und konnten in geschickt stratifizierten Subgruppen in einer rezenten Studie zu einer Mortalitätsreduktion führen. Die Plasmapherese kombiniert die Entfernung schädlicher Mediatoren zusätzlich mit der Substitution protektiver Faktoren, welche im gesunden Spenderplasma enthalten sind. Kleine, teils kontrollierte Studien, zeigten bereits immunmodulatorische Effekte, hämodynamische Stabilisierung und Hinweise auf verbesserte Mortalität. Dennoch fehlt ein endgültiger Wirksamkeitsnachweis aus großen multizentrisch randomisierten Studien, welche aktuell sowohl in Europa (Exchange-2), als auch in Kanada (Plexsis), erfolgreich am Rekrutieren sind.
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- 1 Institut für Intensivmedizin, Universitätsspital Zürich, Zürich, Schweiz,
- 2 Universität Zürich, Zürich, Schweiz,
- 3 Nieren und Hochdruckerkrankungen, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover,
- 4 Städtisches Klinikum Braunschweig, Nephrologie & Blutreinigung, Braunschweig
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Prof. Dr. Sascha David
Universitätsspital Zürich
Institut für Intensivmedizin
Rämistraße 100
8091 Zürich, Schweiz
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Citation
S. David und J.T. Kielstein.Extrakorporale Blutreinigung im septischen Schock – Ist Plasmapherese die Lösung?. 2026; 55: 321-327. doi: 10.5414/NHX02549.