Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55 (2026) - Juli (294 - 299)

Aktueller Stellenwert der in Europa verfügbaren, extrakorporalen Leberunterstützungsverfahren
J. Friebus-Kardash
Klinik für Infektiologie und Nephrologie, Universitätsklinikum Essen, Universität Duisburg-
Essen

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DOI 10.5414/NHX02532

Abstract

Die extrakorporalen Leberunterstützungsmethoden haben das Ziel die Leberfunktionsstörung bei den Patienten mit einem akuten Leberversagen (ALF) bzw. akut-auf-chronischem Leberversagen (ACLF) bis zur einer Lebertransplantation zu überbrücken. Bei den nicht transplantablen Patienten sollte die extrakorporale Leberunterstützung eine Erholung der Leberfunktion herbeiführen. Es gibt verschiedene Technologien zur Leberunterstützung: Austausch des toxinreichen Plasmas gegen gesundes Plasma mittels der therapeutischen Plasmapherese, die Adsorption der lipophilen Toxine aus dem Plasma mit den perfusionsbasierten Verfahren oder die Bindung der lipophilen Substanzen an das Trägermolekül Albumin bei den Albumindialyse-Systemen. Die extrakorporalen, zellfreien Leberunterstützungsverfahren erlauben die Detoxikation von proteingebundenen und wasserlöslichen Stoffen, die Immunomodulation sowie die Stabilisierung der Hämo­dynamik. Der hochvolumige Plasmaaustausch ist ein etablierter Therapieansatz beim ALF, da er in Studien einen Überlebensvorteil erbrachte im Vergleich zur Standardtherapie. Die Albumindialysen wie MARS (Molecular adsorbent recirculating system) oder OPAL (Open albumin dialysis-system) bzw. die verschiedenen Hemoperfusionsmethoden führten zur effizienten Entfernung der proteingebundenen Toxine, zur Verbesserung der hepatischen Enzephalopathie bzw. des hepatorenalen Syndroms und zur hämodynamischen Stabilisierung bei den Patientenkollektiven mit ALF, ACLF und akuter Dekompensation der Leberzirrhose. Deren Einfluss auf das Patientenüberleben muss allerdings noch weiter in multizentrischen prospektiven Studien validiert werden. Bei einer unkontrollierten Infektion bzw. aktiven Blutung sollte von der extrakorporalen Leberunterstützung Abstand genommen werden. Der Abfall von Hämoglobin bzw. Thrombozyten sowie die Entfernung der Antiinfektiva sind die potenziellen Komplikationen von extrakorporalen Leberunterstützungsverfahren.

Author Details

Authors

Departments

  • Klinik für Infektiologie und Nephrologie, Universitätsklinikum Essen, Universität Duisburg-
    Essen

Address

Priv.-Doz. Dr. med. Justa Friebus-Kardash
Klinik für Nephrologie
Universitätsklinikum Essen
Medizinisches Zentrum
Hufelandstr. 55
45147 Essen
Email: [email protected]

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Citation

J. Friebus-Kardash.Aktueller Stellenwert der in Europa verfügbaren, extrakorporalen Leberunterstützungsverfahren. 2026; 55: 294-299. doi: 10.5414/NHX02532.

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