Stellenwert der Lipoproteinapherese zu Zeiten der siRNA-basierten Lipidsenker V.J.J. Schettler Nephrologisches Zentrum Göttingen GbR, Göttingen
DOI 10.5414/NHX02526
Abstract
Die aktuelle Rolle der Lipoproteinapherese (LA) bei schweren Fettstoffwechselstörungen, insbesondere bei homozygoter familiärer Hypercholesterinämie, schwerer Hypercholesterinämie/heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie sowie isoliert erhöhter Lipoprotein(a)-Konzentration mit progredienter kardiovaskulärer Erkrankung wird unter Berücksichtigung neuer Therapieformen neu bewertet. Neue Antisense- und siRNA-Therapien gegen PCSK9 oder apo(a) können LDL-C bzw. Lp(a) stark und langanhaltend senken und könnten künftig die Häufigkeit oder Notwendigkeit der Apherese reduzieren. Gleichzeitig fehlen insbesondere für Lp(a)-gerichtete Therapien noch endgültige Outcome-Daten zu harten kardiovaskulären Endpunkten. Die LA bleibt daher als multimodale Ultima-Ratio-Therapie bei ausgewählten Hochrisikopatienten weiterhin unverzichtbar, vor allem wenn eine sofortige Reduktion atherogener Lipoproteine notwendig ist oder medikamentöse Therapien nicht ausreichen.
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