Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 55 (2026) - Mai (205 - 210)

Prävention von Nierenerkrankungen: Kontrolle und Optimierung der Gefäß-Risikofaktoren
H. Frank
Nephrologie und Dialyse, ANregiomed, Klinikum Ansbach

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DOI 10.5414/NHX02545

Abstract

Die Niere ist ein Gefäßorgan.
Vaskuläre Schädigungen der Niere (Formen der Mikro- und Makroangiopathie), verursacht durch arterielle Hypertonie und Diabetes mellitus, machen einen Großteil der Ursachen der Dialysepflichtigkeit in Deutschland aus. Die Optimierung von Gefäßrisikofaktoren ist für nierenkranke Patienten aus drei Gründen indiziert: 
1) Zur Primärprävention von gefäßbedingten Nierenerkrankungen ist es wichtig, dass alle Gefäßrisikofaktoren, also Faktoren des metabolischen Syndroms mit Bluthochdruck, Störungen des Glukosestoffwechsels, Hyper- und Dyslipidämie, körperlich inaktiver Lebensstil, übermäßige Kalorien­zufuhr mit der Folge von Übergewicht und Adipositas, sowie weitere Faktoren wie Hyperurikämie und Rauchen vermieden bzw. optimal kontrolliert und therapiert werden. 
2) Arterielle Hypertonie und Diabetes mellitus sind die hauptsächlichen Treiber für die Progression einer chronischen Niereninsuffizienz, unabhängig von der Genese der renalen Grunderkrankung. Auch aus diesem Grund ist es wichtig, dass durch optimale Einstellung der Risikofaktoren, insbesondere Erreichen des individuell optimalen Zielblutdrucks und Glukose-Stoffwechselkontrolle eine Progressionshemmung erreicht werden kann (Sekundärprävention). Die Einstellung der Risikofaktoren Bluthochdruck und Diabetes mellitus soll unter Auswahl von Substanzen mit organprotektiver Zielsetzung (Blocker des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems, SGL-T2-Hemmer, GLP1-Rezeptoragonisten) erfolgen. 
3) Kardiovaskuläre Komplikationen sind Haupttodesursache bei nierenkranken Patien­ten. Die Gefäß-Risikofaktoren, allen voran arterielle Hypertonie und Diabetes mellitus, wirken sich sowohl für die Progression der CKD als auch für die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität negativ aus. Die Einstellung der vaskulären Risikofaktoren ist somit neben der renalen Progressionshemmung auch für die Optimierung der kardiovaskulären Prognose per se indiziert (Tertiärprävention).

Author Details

Authors

Departments

  • Nephrologie und Dialyse, ANregiomed, Klinikum Ansbach

Address

Prof. Dr. med. Helga Frank, MHBA
ANregiomed, Klinikum Ansbach
Escherichstraße 1
91522 Ansbach
Email: [email protected]

Citation

H. Frank.Prävention von Nierenerkrankungen: Kontrolle und Optimierung der Gefäß-Risikofaktoren. 2026; 55: 205-210. doi: 10.5414/NHX02545.

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