Allergologie, Jahrgang 44 (2021) - Januar (54 - 80)

Biologika bei atopischen Erkrankungen: Indikationsstellung, Nebenwirkungsmanagement und neue Entwicklungen
U. Jappe1, 2, H. Beckert3, K.-C. Bergmann4, A. Gülsen2, L. Klimek5, S. Philipp6, J. Pickert7, M. Rauber-Ellinghaus8, H. Renz9, C. Taube3, R. Treudler10, M. Wagenmann11, T. Werfel12, M. Worm13, T. Zuberbier14
1 Forschungsgruppe Klinische und Molekulare Allergologie des Forschungszentrums Borstel, Airway Research Center North (ARCN), Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), 2 Interdisziplinäre Allergie-Ambulanz, Medizinische Klinik III, Universität zu Lübeck, 3 Klinik für Pneumologie, Universitätsmedizin Essen-Ruhrlandklinik, Essen, 4 Charité – Universitätsmedizin Berlin, korporatives Mitglied von Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, und Berlin Institute of Health, 5 Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, 6 Hautarztpraxis Dr. Markus Friedrich/Dr. Sandra Philipp, Oranienburg, 7 Abteilung für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen & Marburg, Standort Marburg, 8 Experimentelle Dermatologie und Allergologie, Justus-Liebig-Universität Gießen, 9 Institute of Laboratory Medicine, Universities of Giessen and Marburg Lung Center (UGMLC), Philipps Universität Marburg, Member of the German Center for Lung Research (DZL) Marburg, 1  0 Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Leipziger Interdisziplinäres Centrum für Allergologie – Comprehensive Allergy Centre, Universitätsmedizin Leipzig, 1  1 HNO-Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, 1  2 Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie Medizinische Hochschule Hannover, 1  3 Allergologie und Immunologie, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité Campus Mitte, Universitätsmedizin Berlin, 1  4 Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Comprehensive Allergy Center Charité, Charité – Universitätsmedizin Berlin

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DOI 10.5414/ALX02197

Abstract

Mit den Biologika stehen zunehmend mehr Therapeutika zur Verfügung, die zielgerichtet bestimmte Schaltstellen im Pathomechanismus immunologisch dominierter Erkrankungen adressieren. Damit steht mehr die individuelle Krankheitsausprägung des einzelnen Patienten im Fokus der Diagnostik und Therapie (Präzisionsmedizin). Bezüglich der unterschiedlichen Phänotypen atopischer Erkrankungen war das schwere Asthma die erste Entität, für die Biologika zugelassen wurde, gefolgt von Urtikaria, und schließlich der atopischen Dermatitis und der chronischen Rhinosinusitis mit nasalen Polypen. Die Erfahrungen in der Therapie des schweren Asthma bronchiale machten deutlich, dass die Intensität des Ansprechens auf eine Biologikatherapie entscheidend von der Qualität der klinischen und immunologischen Phänotypisierung der Patienten abhängt, wobei diese Unterscheidung z. T. schwierig sein kann und sich verschiedene Phänotypen durchaus überlagern können. Das gilt auch für unterschiedliche Erkrankungen des atopischen Formenkreises, da Patienten in jeweils entsprechend unterschiedlicher Ausprägung unter mehreren atopischen Krankheiten gleichzeitig leiden können. Es bilden sich bereits Biologika heraus, die eine geeignete Therapie für das allergische Asthma bronchiale, das häufig gemeinsam mit einer schweren Neurodermitis auftritt, sowie die chronische Rhinosinusitis mit nasalen Polypen darstellen können. In der Praxis stellt sich dennoch zunehmend die Frage nach möglichen Biologika-Kombinationen zur Therapie komplexer Krankheitsbilder einzelner Patienten. Dabei gilt es, das Nebenwirkungsprofil zu beachten, zu denen auch Hypersensitivitätsreaktionen gehören, deren diagnostisches und logistisches Management eine sichere und effiziente Therapie der Grunderkrankung zum Ziel haben muss. Erhöhte Aufmerksamkeit gilt auch für eine Biologikatherapie bei Schwangerschaften und geplanten (planbaren) Impfungen sowie bestehenden Infektionen, wie zum Beispiel die SARS-CoV-2-Infektion. Vor dem Start einer Biologikatherapie sollten der Immunstatus in Bezug auf chronische Virus- und bakterielle Infektionen geprüft und gegebenenfalls vor Therapieeinleitung der Impfstatus aufgefrischt bzw. fehlende Impfungen nachgeholt werden. Derzeit liegen verlässliche Daten zum Effekt von Biologika auf die immunologische Situation der SARS-CoV-2-Infektion und COVID-19 nicht vor. Daher ist die Erforschung und Entwicklung geeigneter Diagnostikverfahren zur Erfassung immunologisch bedingter Nebenwirkungen sowie der Erfassung potenzieller Therapie-Responder und -Non-Responder von großer Bedeutung.

Erstpublikation in Allergologie select, mit freundlicher Genehmigung der Autoren:

PubMedCentral

Allergologie select

Zitierung:
Jappe U, Beckert H, Bergmann K-C et al. Biologics for atopic diseases: Indication, side effect management and new developments. Allergol Select. 2021 Jan 5; 5: 1-25
DOI 10.5414/ALX02197E

Author Details

Authors

Departments

  • 1 Forschungsgruppe Klinische und Molekulare Allergologie des Forschungszentrums Borstel, Airway Research Center North (ARCN), Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL),
  • 2 Interdisziplinäre Allergie-Ambulanz, Medizinische Klinik III, Universität zu Lübeck,
  • 3 Klinik für Pneumologie, Universitätsmedizin Essen-Ruhrlandklinik, Essen,
  • 4 Charité – Universitätsmedizin Berlin, korporatives Mitglied von Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, und Berlin Institute of Health,
  • 5 Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden,
  • 6 Hautarztpraxis Dr. Markus Friedrich/Dr. Sandra Philipp, Oranienburg,
  • 7 Abteilung für Dermatologie und Allergologie, Universitätsklinikum Gießen & Marburg, Standort Marburg,
  • 8 Experimentelle Dermatologie und Allergologie, Justus-Liebig-Universität Gießen,
  • 9 Institute of Laboratory Medicine, Universities of Giessen and Marburg Lung Center (UGMLC), Philipps Universität Marburg, Member of the German Center for Lung Research (DZL) Marburg,
  • 1 
  • 0 Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Leipziger Interdisziplinäres Centrum für Allergologie – Comprehensive Allergy Centre, Universitätsmedizin Leipzig,
  • 1 
  • 1 HNO-Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf,
  • 1 
  • 2 Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie Medizinische Hochschule Hannover,
  • 1 
  • 3 Allergologie und Immunologie, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité Campus Mitte, Universitätsmedizin Berlin,
  • 1 
  • 4 Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Comprehensive Allergy Center Charité, Charité – Universitätsmedizin Berlin

Address

Prof. Dr. med. Uta Jappe
Forschungszentrum Borstel
Leibniz-Lungenzentrum
Parkallee 35
23845 Borstel
Email: [email protected]

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Citation

U. Jappe, H. Beckert, K.-C. Bergmann, A. Gülsen, L. Klimek, S. Philipp, J. Pickert, M. Rauber- Ellinghaus, H. Renz, C. Taube, R. Treudler, M. Wagenmann, T. Werfel, M. Worm und T. Zuberbier. Biologika bei atopischen Erkrankungen: Indikationsstellung, Nebenwirkungsmanagement und neue Entwicklungen. 2021; 44: 54-80. doi: 10.5414/ALX02197.

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