Allergologie, Jahrgang 24 - Dezember 2001 (569 - 579)

Spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) bei allergischer Rhino-Konjunktivitis – Bewährtes und Neues
L. Klimek1,2, H. Renz3
1 Zentrum für Rhinologie, Wiesbaden, 2 HNO-Universitätsklinik, Mannheim, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, 3 Abteilung Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik, Philipps-Universität, Marburg

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DOI 10.5414/ALP24569

Abstract

Hintergrund: Die Hyposensibilisierungstherapie oder spezifische Immuntherapie (SIT) ist neben der Allergenkarenz die einzige kausale Behandlungsmöglichkeit von Patienten mit allergischer Rhinokonjunktivitis. Bei der klassischen SIT wird ein Allergenextrakt repetitiv in ansteigenden Dosen subkutan injiziert. Eine Vielzahl kontrollierter klinischer Studien belegt die Wirksamkeit dieser Form der SIT. Der Wirkmechanismus ist allerdings immer noch nicht in allen Einzelheiten bekannt. Derzeit wird die Vorstellung favorisiert, daß T-Lymphozyten hierfür eine zentrale Bedeutung besitzen. Insbesondere T-Helfer-Lymphozyten des TH2-Typs, welche u.a. IL-4 und IL-5 in hohem Maße produzieren, spielen für die Entwicklung, Aufrechterhaltung und Auslösung einer Soforttyp- Allergie eine essentielle Rolle. Nach heutigem Verständnis veranlaßt die SIT eine Umorientierung der allergeninduzierten Lymphokinproduktion zu einem dominierenden TH1-Zytokinprofil. Da das Mengenverhältnis von IL-4 und seinem Regulator IFN- das Ausmaß der IgE-Synthese durch B-Zellen steuert, hat die Umorientierung eine verminderte IgE-Produktion zur Folge. IFN- inhibiert zusätzlich die Differenzierung von TH2-Zellen aus Vorläuferzellen; dadurch stehen weniger TH2-Zellen zur Verfügung, um B-Zellen Hilfe zur Produktion von IgEAntikörpern zu leisten, und um die Differenzierung von Mastzellen und Basophilen sowie die Anlockung, Differenzierung und Aktivierung von Eosinophilen zu gewährleisten. Die Effektivität der SIT ist abhängig von dem spezifischen Allergen, der Qualität und Gesamtdosis der verabreichten Allergenextrakte und dem Applikationsschema. Neue Immuntherapieformen beinhalten die Peptidtherapie, die gentherapeutische Immuntherapie, die Anti-T-Zelltherapie und die Zielgerichtete Modifikation der Zytokin-Produktion.

Author Details

Authors

Departments

  • 1 Zentrum für Rhinologie, Wiesbaden,
  • 2 HNO-Universitätsklinik, Mannheim, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg,
  • 3 Abteilung Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik, Philipps-Universität, Marburg

Address

Prof. Dr. med. L. Klimek
HNO, Allergologie, Umweltmedizin
An den Quellen 10
D-65183 Wiesbaden

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Citation

L. Klimek und H. Renz. Spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) bei allergischer Rhino-Konjunktivitis – Bewährtes und Neues. 2001; 24: 569-579. doi: 10.5414/ALP24569.

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