Allergologie, Jahrgang 38 - August (385 - 390)

Die „neue“ Leitlinie Allergieprävention aus Sicht des Pädiaters
M.V. Kopp
Airway Research-Center North (ARCN), Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), Schwerpunkt Kinderpneumologie und Allergologie Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, UKSH Campus Lübeck

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DOI 10.5414/ALX01805

Abstract

Im vergangenen Jahr wurde die S3-Leitlinie Allergieprävention überarbeitet und neu publiziert. Dabei wurde deutlich gemacht, dass auf Grund der Zunahme allergischer Erkrankungen in westlichen Industrienationen und der eingeschränkten Möglichkeiten einer kausalen Therapie eine evidenzbasierte Primärprävention von besonderer Bedeutung ist. Vor 2014 wurde die Leitlinie Allergieprävention zuletzt 2009 auf der Basis einer aktuellen systematischen Literatursuche überarbeitet und konsentiert. Die wichtigsten Aussagen zur primären Prävention der atopischen Dermatitis, allergischen Rhinokonjunktivitis und des Asthma bronchiale als den „allergischen Erkrankungen“ blieben dabei bestehen: Stillen wird weiterhin in den ersten 4 Lebensmonaten als wichtige allergiepräventive Maßnahme empfohlen. Sollte das Stillen nicht möglich sein, so wird für Kinder mit einer erhöhten familiären Allergiebelastung (Vater, Mutter oder Geschwisterkind mit allergischer Erkrankung) eine hydrolysierte Kuhmilchformula (HA-Nahrung) empfohlen. Kinder ohne eine erhöhte familiäre Allergiebelastung können eine normale Kuhmilchformula erhalten, wenn nicht gestillt werden kann. Die Leitlinie empfiehlt, dass ab dem Beginn des 5. Lebensmonats mit der Beikostfütterung begonnen werden kann. Eine Verzögerung der Beikosteinführung aus Gründen der Allergieprävention wird nicht empfohlen. Die Empfehlung zur Meidung von Passivrauchexposition während der Schwangerschaft und der Kindheit blieb unverändert. Neu aufgenommen wurde der Hinweis, dass Kinder, die durch Kaiserschnitt auf die Welt kommen, ein erhöhtes Allergierisiko haben. Erstmals wurden „ungünstige psychosoziale Faktoren“ (z.B. schwerwiegende Lebensereignisse) während der Schwangerschaft und Kindheit als Risikofaktoren für die Manifestation von atopischen Erkrankungen benannt.

Author Details

Authors

Departments

  • Airway Research-Center North (ARCN), Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), Schwerpunkt Kinderpneumologie und Allergologie Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, UKSH Campus Lübeck

Address

Prof. Dr. Matthias Volkmar Kopp
Airway Research-Center North (ARCN)
Mitglied des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL)
Schwerpunktes Pädiatrische Pneumologie und Allergologie
Klinik für Kinder-und Jugendmedizin
UKSH Campus Lübeck
Ratzeburger Allee 160
D–23538 Lübeck
Email: [email protected]

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Citation

M.V. Kopp. Die „neue“ Leitlinie Allergieprävention aus Sicht des Pädiaters. 2015; 38: 385-390. doi: 10.5414/ALX01805.

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