Allergologie, Jahrgang 36 - April (164 - 169)

Überempfindlichkeit auf Antihistaminika bei chronischer spontaner Urtikaria und Wärmeurtikaria
J. Durda1, B. Wedi2, V. Martin1, K. Breuer1
1 Abteilung für Allergologie und Berufsdermatologie, Dermatologikum Hamburg, 2 Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover

   

 

DOI 10.5414/ALX01554

Abstract

Hintergrund: H1-Antihistaminika stellen eine im allgemeinen gut verträgliche Medikamentengruppe für die Therapie der Urtikaria dar. Es existieren nur wenige Fallberichte über Überempfindlichkeitsreaktionen auf Antihistaminika, wobei der zugrundeliegende Pathomechanismus nicht geklärt ist. Fallbericht: Wir beschreiben den Fall einer 28-jährigen Patientin mit chronischer spontaner Urtikaria, bei der es anamnestisch nach Einnahme verschiedener H1-Antihistaminika zur Auslösung von Krankheitsschüben kam. Methoden: Es erfolgte eine Pricktestung mit diversen Antihistaminika sowie ein CAST und ein FlowCAST mit dem venösen Blut der Patientin. Darüber hinaus führten wir eine plazebokontrollierte orale Provokationstestung mit Mizolastin durch. Ergebnisse: Im Pricktest kam es bei sämtlichen H1-Antihistaminika mit Ausnahme von Mizolastin zu positiven Reaktionen in der Sofortablesung. Im CAST und FlowCAST konnte allerdings bei Zusatz unterschiedlicher Antihistaminika keine Sulfidoleukotrienfreisetzung oder Aufregulation von Aktivierungsmarkern basophiler Granulozyten nachgewiesen werden. Bei der oralen Provokationstestung mit Mizolastin kam es zum Auftreten ausgeprägter, konfluierender Urticae am gesamten Integument. Schlussfolgerungen: H1-Antihistaminika stellen eine wirksame Medikamentengruppe für die Behandlung der Urtikaria dar, sie können allerdings in Einzelfällen zu Überempfindlichkeitsreaktionen führen. Ein IgE-vermittelter Pathomechanismus erscheint vor dem Hintergrund der negativen CAST- und Flow- CAST-Ergebnisse unwahrscheinlich. Eine paradoxe H1-Rezeptoraktivierung als Ursache für die urtikariellen Hautreaktionen ist zu diskutieren.

Author Details

Authors

Departments

  • 1 Abteilung für Allergologie und Berufsdermatologie, Dermatologikum Hamburg,
  • 2 Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover

Address

PD Dr. med. K. Breuer
Abteilung für Allergologie und Berufsdermatologie
Dermatologikum Hamburg
Stephansplatz 5
D-20354 Hamburg
Email: [email protected]

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Citation

J. Durda, B. Wedi, V. Martin und K. Breuer. Überempfindlichkeit auf Antihistaminika bei chronischer spontaner Urtikaria und Wärmeurtikaria. 2013; 36: 164-169. doi: 10.5414/ALX01554.

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