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28.06.2004
 

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  Immunologische Grundlagen – Diagnostik und Therapie für Praxis und Therapie
  
Jahrgang 27, Nr. 6/2004 (Juni)
  
  Inhaltsübersicht
     
  Originalarbeit
  Nahrungsmittelüberempfind-lichkeit bei Patienten der schwedischen Allergiezentren
N.E. Eriksson, C. Möller, U. Bengtsson und J.Å. Wihl
     
  Aktuelles
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Chr. Koenig, K. Hentschel und F. Meurer
     
  Kasuistik
  Typ-I-Sensibilisierung gegenüber Ranitidin
G. Bens, M. Herrmann, U. Hübner, J. Reichrath, W. Herrmann, W. Tilgen und P. Koch
     
  Serie: Primäre Immundefekte
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V. Schuster, J.-P. Haas und T. Böhler
   
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Allergologie, Jahrgang 27, Nr. 6/2004, S. 233-243

 

 
Nahrungsmittelüberempfindlichkeit bei Patienten der schwedischen Allergiezentren

N.E. Eriksson1, C. Möller2, U. Bengtsson3 und J.Å. Wihl4

1Lungen- und Allergieklinik, Bezirkskrankenhaus, Halmstad, 2Pädiatrische Abteilung, Universitätsklinik Norrland, Umeå, 3Abteilung für Asthma und Allergologie, Universitätsklinik Sahlgrenska, Göteborg, 4HNO-Abteilung, Universitätsklinik Malmö, Schweden

Einleitung: Die Anzahl der Nahrungsmittel, die Überempfindlichkeitsreaktionen erzeugen, variiert von Land zu Land; die Allergien können sich auch im Laufe der Zeit aufgrund von veränderten Eßgewohnheiten wandeln. Unser Hauptziel war es herauszufinden, welche Nahrungsmittel nach Ansicht der Patienten eine Überempfindlichkeit hervorrufen. Des weiteren wollten wir die Krankengeschichten der Patienten mit den Ergebnissen der Hauttests bezüglich einiger geläufiger Lebensmittel vergleichen. Methodik und Patienten: Patienten, die zum Allergietest an die 4 Kliniken überwiesen worden waren, wurden gefragt, ob sie glaubten, an einer Nahrungsmittelüberempfindlichkeit zu leiden. Diejenigen, die dies bejahten (n = 467, 310 Frauen, 157 Männer), wurden gebeten, einen Fragebogen bezüglich 52 unterschiedlicher Lebensmittel zu beantworten. Für jedes einzelne dieser Nahrungsmittel sollten die Patienten einschätzen, ob eine wahrscheinliche oder eine sichere Überempfindlichkeit bestehe. Hauttests/Skinpricktests (SPTs) wurden unter Verwendung von standardisierten 10-HEP-Birken-, Wiesenlieschgras- und Beifußextrakten und von nichtstandardisierten Weizen-, Dorsch-, Haselnuß- und Garnelenextrakten durchgeführt. Ergebnisse: Die Nahrungsmittel, die am häufigsten eine Überempfindlichkeit hervorriefen, waren Apfel, Kiwi, Steinobst (wie Pflaume, Kirsche oder Pfirsich), Erdnuß, Orange, Tomate und Schalentiere. Die Mehrheit der Patienten gab an, eine Überempfindlichkeit gegenüber mehreren Nahrungsmitteln zu haben (Median 5), wohingegen nur 20% an einer Monoallergie litten. Zu den häufigsten Symptomen zählten das orale Allergiesyndrom (OAS, 67%), Hautsymptome (47%) und gastrointestinale Symptome (38%). Die Nahrungsmittel, die am häufigsten ein OAS hervorriefen, waren Steinobst, Kiwi, Karotte, Haselnuß, Banane, Petersilie und Sellerie, während Orange, Schalentiere, Fisch, Schokolade, Tomate und Erdbeere hingegen häufiger Hautsymptome auslösten. Milch, Erbsen, Bohnen, Ei, Geflügel und Gewürze wiederum riefen überwiegend gastrointestinale Symptome hervor. Es wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen einem positiven SPT auf Birkenpollen und der anamnestischen Überempfindlichkeit gegen Apfel, Birne, Haselnuß, Kiwi, Steinobst, Kartoffelschalen und Sonnenblumenkerne nachgewiesen. Außerdem bestand ein signifikanter Zusammenhang zwischen einem positivem SPT auf Beifuß und Überempfindlichkeit gegen Karotte, Sellerie und Petersilie. Die Übereinstimmung zwischen den Anamnesen und den Ergebnissen der SPTs auf Nahrungsmittel variierte von Allergen zu Allergen. Definierte man die anamnestischen Daten der Patienten bezüglich der klinisch relevanten Überempfindlichkeit als zutreffend, ergab sich eine Sensitivität des SPT auf Haselnuß von 51%, auf Dorsch von 23%, auf Weizen von 9% und auf Garnelen von 22%. Die Spezifität des SPT auf Haselnuß betrug 84%, auf Dorsch 98%, auf Weizen 89% und auf Garnelen 95%. Wurde jedoch der SPT als zutreffend angenommen, war die Sensitivität der Anamnese bezüglich Haselnuß 72%, bezüglich Dorsch 65%, bezüglich Weizen 6% und bezüglich Garnelen 56%. Die Spezifität der Anamnese bezüglich Haselnuß betrug 68%, bezüglich Dorsch 89%, bezüglich Weizen 93% und bezüglich Garnelen 80%. Schlußfolgerung: Nichttierische Produkte wie Nüsse, Apfel, Kiwi, Erdnuß und Steinobst rufen in Schweden häufig eine Nahrungsmittelüberempfindlichkeit hervor. Das Muster der Nahrungsmittelüberempfindlichkeit wird in hohem Maße vom Vorhandensein einer Birkenpollenallergie geprägt. Im Vergleich zu einer ähnlichen Studie aus dem Jahre 1973 ist die Überempfindlichkeit gegenüber Kiwi und Erdnüssen heute sehr viel häufiger. Die Übereinstimmung zwischen der Anamnese und den Ergebnissen des SPT ist relativ schwach und variiert von Allergen zu Allergen.

   
 

Korrespondenz an:
Dr. N.E. Eriksson
Gaggegatan 17b
SE-20237 Halmstad
Email:
eriksson.035129150@telia.com
 

 
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Allergologie, Jahrgang 27, Nr. 6/2004, S. 264-267

 

 
Typ-I-Sensibilisierung gegenüber Ranitidin

G. Bens1, M. Herrmann2, U. Hübner2, J. Reichrath1, W. Herrmann2,
W. Tilgen1 und P. Koch1

1Hautklinik und Poliklinik, Universität des Saarlandes, 2Klinisch-Chemisches Zentrallabor, Universitätskliniken des Saarlandes, Homburg/Saar

Ranitidin ist ein im allgemeinen gut vertragenes H2-Antihistaminikum, das seit den 1970er Jahren vorwiegend in gastroenterologischer Indikation zur Reduktion der Magensäureproduktion verwendet wird. Wir berichten über eine 45-jährige Patientin, bei der nach einer gleichzeitigen Einnahme von Sostril Filmtabletten (Ranitidin) und Diclofenac Schockfragmente aufgetreten waren. Stark positive Testreaktionen im Scratch-Test und im Basophilendegranulationstest deuten auf eine Typ-I-Sensibilisierung gegenüber Ranitidin hin. Diclofenac wurde dagegen im Scratch-Test und in der oralen Provokationstestung gut vertragen, mag aber über nicht immunologische Mechanismen dennoch zur Amplifikation der anaphylaktischen Reaktion bei der Patientin beigetragen haben. Die in den Sostril Filmtabletten enthaltenen nichtwirksamen Zusatzstoffe wurden alle einzeln im Basophilendegranulationstest untersucht, lösten jedoch keinerlei Reaktion aus. Angesichts der weiten Anwendung von Ranitidin bleiben solche echten Typ-I-Allergien gegen diese Substanz Ausnahmefälle.

   
 

Korrespondenz an:
Dr. med. G. Bens
Hautklinik und Poliklinik
Universität des Saarlandes
D-66421 Homburg/Saar
Email:
hgben@uniklinik-saarland.de
 

 
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