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Nahrungsmittelüberempfindlichkeit
bei Patienten der schwedischen Allergiezentren
N.E. Eriksson1, C. Möller2,
U. Bengtsson3 und J.Å. Wihl4
1Lungen- und Allergieklinik,
Bezirkskrankenhaus, Halmstad, 2Pädiatrische Abteilung,
Universitätsklinik Norrland, Umeå, 3Abteilung für Asthma
und Allergologie, Universitätsklinik Sahlgrenska, Göteborg, 4HNO-Abteilung,
Universitätsklinik Malmö, Schweden
Einleitung: Die Anzahl der Nahrungsmittel, die
Überempfindlichkeitsreaktionen erzeugen, variiert von Land zu Land;
die Allergien können sich auch im Laufe der Zeit aufgrund von
veränderten Eßgewohnheiten wandeln. Unser Hauptziel war es
herauszufinden, welche Nahrungsmittel nach Ansicht der Patienten
eine Überempfindlichkeit hervorrufen. Des weiteren wollten wir die
Krankengeschichten der Patienten mit den Ergebnissen der Hauttests
bezüglich einiger geläufiger Lebensmittel vergleichen. Methodik
und Patienten: Patienten, die zum Allergietest an die 4 Kliniken
überwiesen worden waren, wurden gefragt, ob sie glaubten, an einer
Nahrungsmittelüberempfindlichkeit zu leiden. Diejenigen, die dies
bejahten (n = 467, 310 Frauen, 157 Männer), wurden gebeten, einen
Fragebogen bezüglich 52 unterschiedlicher Lebensmittel zu
beantworten. Für jedes einzelne dieser Nahrungsmittel sollten die
Patienten einschätzen, ob eine wahrscheinliche oder eine sichere
Überempfindlichkeit bestehe. Hauttests/Skinpricktests (SPTs) wurden
unter Verwendung von standardisierten 10-HEP-Birken-,
Wiesenlieschgras- und Beifußextrakten und von nichtstandardisierten
Weizen-, Dorsch-, Haselnuß- und Garnelenextrakten durchgeführt.
Ergebnisse: Die Nahrungsmittel, die am häufigsten eine
Überempfindlichkeit hervorriefen, waren Apfel, Kiwi, Steinobst (wie
Pflaume, Kirsche oder Pfirsich), Erdnuß, Orange, Tomate und
Schalentiere. Die Mehrheit der Patienten gab an, eine
Überempfindlichkeit gegenüber mehreren Nahrungsmitteln zu haben
(Median 5), wohingegen nur 20% an einer Monoallergie litten. Zu den
häufigsten Symptomen zählten das orale Allergiesyndrom (OAS, 67%),
Hautsymptome (47%) und gastrointestinale Symptome (38%). Die
Nahrungsmittel, die am häufigsten ein OAS hervorriefen, waren
Steinobst, Kiwi, Karotte, Haselnuß, Banane, Petersilie und Sellerie,
während Orange, Schalentiere, Fisch, Schokolade, Tomate und Erdbeere
hingegen häufiger Hautsymptome auslösten. Milch, Erbsen, Bohnen, Ei,
Geflügel und Gewürze wiederum riefen überwiegend gastrointestinale
Symptome hervor. Es wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen
einem positiven SPT auf Birkenpollen und der anamnestischen
Überempfindlichkeit gegen Apfel, Birne, Haselnuß, Kiwi, Steinobst,
Kartoffelschalen und Sonnenblumenkerne nachgewiesen. Außerdem
bestand ein signifikanter Zusammenhang zwischen einem positivem SPT
auf Beifuß und Überempfindlichkeit gegen Karotte, Sellerie und
Petersilie. Die Übereinstimmung zwischen den Anamnesen und den
Ergebnissen der SPTs auf Nahrungsmittel variierte von Allergen zu
Allergen. Definierte man die anamnestischen Daten der Patienten
bezüglich der klinisch relevanten Überempfindlichkeit als
zutreffend, ergab sich eine Sensitivität des SPT auf Haselnuß von
51%, auf Dorsch von 23%, auf Weizen von 9% und auf Garnelen von 22%.
Die Spezifität des SPT auf Haselnuß betrug 84%, auf Dorsch 98%, auf
Weizen 89% und auf Garnelen 95%. Wurde jedoch der SPT als zutreffend
angenommen, war die Sensitivität der Anamnese bezüglich Haselnuß
72%, bezüglich Dorsch 65%, bezüglich Weizen 6% und bezüglich
Garnelen 56%. Die Spezifität der Anamnese bezüglich Haselnuß betrug
68%, bezüglich Dorsch 89%, bezüglich Weizen 93% und bezüglich
Garnelen 80%. Schlußfolgerung: Nichttierische Produkte wie
Nüsse, Apfel, Kiwi, Erdnuß und Steinobst rufen in Schweden häufig
eine Nahrungsmittelüberempfindlichkeit hervor. Das Muster der
Nahrungsmittelüberempfindlichkeit wird in hohem Maße vom
Vorhandensein einer Birkenpollenallergie geprägt. Im Vergleich zu
einer ähnlichen Studie aus dem Jahre 1973 ist die
Überempfindlichkeit gegenüber Kiwi und Erdnüssen heute sehr viel
häufiger. Die Übereinstimmung zwischen der Anamnese und den
Ergebnissen des SPT ist relativ schwach und variiert von Allergen zu
Allergen. |
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Typ-I-Sensibilisierung gegenüber
Ranitidin
G. Bens1, M. Herrmann2,
U. Hübner2, J. Reichrath1, W. Herrmann2,
W. Tilgen1 und P. Koch1
1Hautklinik und Poliklinik, Universität
des Saarlandes, 2Klinisch-Chemisches Zentrallabor,
Universitätskliniken des Saarlandes, Homburg/Saar
Ranitidin ist ein im allgemeinen gut vertragenes H2-Antihistaminikum,
das seit den 1970er Jahren vorwiegend in gastroenterologischer
Indikation zur Reduktion der Magensäureproduktion verwendet wird.
Wir berichten über eine 45-jährige Patientin, bei der nach einer
gleichzeitigen Einnahme von Sostril Filmtabletten (Ranitidin) und
Diclofenac Schockfragmente aufgetreten waren. Stark positive
Testreaktionen im Scratch-Test und im Basophilendegranulationstest
deuten auf eine Typ-I-Sensibilisierung gegenüber Ranitidin hin.
Diclofenac wurde dagegen im Scratch-Test und in der oralen
Provokationstestung gut vertragen, mag aber über nicht
immunologische Mechanismen dennoch zur Amplifikation der
anaphylaktischen Reaktion bei der Patientin beigetragen haben. Die
in den Sostril Filmtabletten enthaltenen nichtwirksamen Zusatzstoffe
wurden alle einzeln im Basophilendegranulationstest untersucht,
lösten jedoch keinerlei Reaktion aus. Angesichts der weiten
Anwendung von Ranitidin bleiben solche echten Typ-I-Allergien gegen
diese Substanz Ausnahmefälle. |