Jahrgang 29, No. 3/2006(März 2006)
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Allergologie
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Originalarbeiten
Eotaxin-, Eotaxin-2-, Eotaxin-3- und RANTES-Proteinsynthese bei Polyposis nasi – Korrelation zu Eosinophilie und Ätiologie
H. Olze, U. Förster, T. Zuberbier, L. Morawietz und E.O. Luger
Abstract
H. Olze1,2, U. Förster1, T. Zuberbier2,3, L. Morawietz5 und E.O. Luger3,4
1Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Campus-Virchow-Klinikum, Charité-Universitätsmedizin Berlin, 2Mitglied im Global Allergy and Asthma European Network (GA2LEN), 3Allergie-Centrum Charité, Klinik fürDermatologie und Allergologie, Charité-Univers
Einleitung: Ein Hauptmerkmal der Polyposis nasi ist die ausgeprägte Gewebseosinophilie. Die CC-Chemokine RANTES, Eotaxin, Eotaxin-2 und Eotaxin-3 spielen eine wichtige Rolle bei der Aktivierung und Anlockung von Eosinophilen zum Ort der Entzündung. Ziel der Studie war deshalb die Untersuchung einer möglichen Rolle von Eotaxin, Eotaxin-2, Eotaxin-3 und RANTES bei der Entstehung der Gewebseosinophilie und der Polyposis nasi. Methoden: Eosinophile Nasenpolypen (Allergiker, Nicht-Allergiker; ASS-Intolerante, je n = 8) wurden histologisch untersucht und die Eosinophilie bestimmt. Als Kontrolle dienten Proben aus der Concha inferior (n = 8). Nach Homogenisierung erfolgte die Ermittlung des Proteingehalts mittels ELISA (quantitative Sandwich ELISA). Ergebnisse: Die Proteinkonzentration aller Eotaxine war in der Patientengruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant erhöht und die Werte korrelierten untereinander signifikant. Dagegen ergab sich für RANTES kein signifikanter Unterschied im Proteingehalt der Patienten- und der Kontrollgruppe. Die Proteinkonzentration aller Eotaxine korrelierte signifikant mit der Anzahl der Eosinophilen – im Gegensatz zu RANTES. In den Polypen der ASS-Intoleranten war die Anzahl der Eosinophilen gegenüber den anderen Patientengruppen signifikant erhöht. Korrespondierend dazu lag der Eotaxin-, Eotaxin-2- und -3-Proteingehalt der ASS-Intoleranten signifikant über dem der nicht allergischen Patienten, der Eotaxin-3-Gehalt auch über dem der allergischen Patienten. Schlußfolgerungen: Die Ergebnisse weisen darauf hin, daß alle Mitglieder der Eotaxinfamilie am Mechanismus der selektiven Migration eosinophiler Granulozyten und der Entstehung der Polyposis nasi beteiligt sind. Die simultane Expression der CCR3-Liganden oder das Erreichen einer bestimmten Konzentrationsschwelle ist möglicherweise eine Voraussetzung für den starken Einstrom der Eosinophilen.Correspondence to:
Dr. med. H. Olze
Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Campus Virchow-Klinikum
Charité-Universitätsmedizin Berlin
Augustenburger Platz 1
D-13353 Berlin
Email: heidi.olze@charite.de
Originalarbeiten
Schwarze Hennatattoos: eine unterschätzte Ursache für Lawson- und Benzocainallergie
P. Jung, G. Sesztak-Greinecker, F. Wantke, M. Götz, R. Jarisch und W. Hemmer
Abstract
P. Jung, G. Sesztak-Greinecker, F. Wantke, M. Götz, R. Jarisch und W. Hemmer
FAZ – Floridsdorfer Allergiezentrum, Wien
Paraphenylendiamin (PPD) wurde als hauptverantwortliches Allergen für die meisten kontaktallergischen Reaktionen schwarzer Hennatattoos identifiziert. Lawson, ein Naphthoquinon (2-hydroxy-1,4-naphtoquinon) und der allergene Bestandteil in Henna schien ungleich weniger Sensibilisierungspotential zu besitzen. In weiterer Folge wurde Lawson kaum Bedeutung beigemessen. Unsere Epikutantestergebnisse zeigen, daß alle Patienten mit allergischen Hautreaktionen nach schwarzen Hennatattoos erwartungsgemäß auf PPD, aber 4 von 11 Patienten auch auf Lawson reagierten, dem im Zusammenhang mit temporären Hennatattoos mehr klinische Bedeutung zukommen könnte als bisher vermutet. Darüber hinaus wiesen 4 von 11 Patienten eine Kreuzsensibilisierung mit Benzocain auf, welches in diesem Kontext ebenfalls von größerer Relevanz sein könnte als angenommen. Angesichts dieser Beobachtung und der Seltenheit kontaktallergischer Reaktionen auf Lawson, scheint die allergische Reaktion durch das potente Allergen PPD eine gleichzeitige Sensibilisierung auf schwache Allergene zu triggern.Correspondence to:
Dr. med. P. Jung
FAZ – Floridsdorfer Allergiezentrum
Franz-Jonas-Platz 8/6
A-1210 Wien
Email: jung@faz.at
Übersicht
Was gibt es Neues zur Pathophysiologie der atopischen Dermatitis?
C. Bussmann und N. Novak
Abstract
C. Bussmann und N. Novak
Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
Die AD stellt eine komplexe, multifaktoriell bestimmte Erkrankung dar, die zwar ein relativ einheitliches klinisches Bild bietet, aber auf der Basis der zugrundeliegenden Ursachen bei den einzelnen Individuen in eine Reihe von Subtypen unterteilt werden kann, bei denen unterschiedliche genetische und immunologische Mechanismen dominieren. Idealerweise sollten die wachsenden Erkenntnisse über die komplexen pathophysiologischen Mechanismen der AD dazu beitragen, in Zukunft nicht nur Risikopatienten für schwere Verläufe frühzeitig zu identifizieren, um effektive präventive Maßnahmen ergreifen zu können, sondern die Patienten auch individuell und unter Berücksichtigung und Einbeziehung des jeweiligen Subtyps der AD effizient und gezielt behandeln zu können.Correspondence to:
PD Dr. med. N. Novak
Klinik und Poliklinik für Dermatologie
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität
Sigmund-Freud-Straße 25
D-53127 Bonn
Email: Natalija.Novak@ukb.uni-bonn.de
Kasuistik
Allergische Reaktionen auf Macadamia, die Königin der Nüsse
M. Häberle und B.M. Hausen
Abstract
M. Häberle1 und B.M. Hausen2
1Dermatologische und allergologische Praxis, Künzelsau,2Elbe Klinikum, Buxtehude
Nüsse gehören zu den wichtigsten Nahrungsmittelallergenen bei Kindern und Erwachsenen. Die Macadamianuß gilt als die “Königin der Nüsse”. Sie stammt aus Australien. Seit 2000 wird sie in Deutschland von Discountern in großen Mengen angeboten. Wir berichten über 2 Patienten, die nach dem Verzehr von Macadamianüssen eine anaphylaktische Reaktion mit Bronchospastik, Urtikaria und Schockfragmenten entwickelten. Die Typ-I-Sensibilisierung wurde mit dem positiven Ergebnis im Prick-Pricktest bewiesen. Spezifische IgE-Antikörper auf Nüsse ließen sich nicht nachweisen. Mögliche Kreuzallergien mit anderen Nüssen – insbesondere Haselnüssen – werden diskutiert, obwohl zwischen Proteaceae und Rosaceae keine botanische Verwandtschaft besteht. Bis heute sind 7 Kasuistiken mit allergischen Reaktionen auf Macadamianüsse veröffentlicht worden, vor allem in Europa. Die steigende Einfuhr dieser Nüsse in europäische Länder, überwiegend nach Deutschland, dürfte in der Zukunft zu einer steigenden Rate von allergischen Reaktionen führen.Correspondence to:
Dr. med. M. Häberle
Arzt für Dermatologie und Venerologie
Allergologie – Berufsdermatologie –
Umweltmedizin – Naturheilverfahren
Stuttgarter Straße 5
D-74653 Künzelsau
Serie:Praxis der pädiatrischen Allergologie und Pneumologie
Zur Effizienz der Nachschulung von Kindern und Jugendlichen mit Asthma bronchiale
J.O. Steiß, J. Schudt, E. Landmann und H. Lindemann
Abstract
J.O. Steiß, J. Schudt, E. Landmann und H. Lindemann
Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Gießen
Hintergrund: Nachschulungen sind bei Asthmaschulungsprogrammen dringend erforderlich. Unser Ziel war es, im Rahmen des von uns durchgeführten individuellen ambulanten Schulungsprogramms zu untersuchen, wie häufig eine Nachschulung sinnvoll erscheint. Methodik: Innerhalb von 2 Jahren wurden 522 Patienten geschult; davon wurde bei 185 Patienten 2-mal, bei 155 3-mal, bei 108 4-mal, bei 56 5- mal, bei 15 6-mal und bei 3 Patienten 7-mal eine Nachschulung jeweils im Abstand von 3 – 6 Monaten veranlaßt. Anhand eines Fragenkatalogs sowie Lungenfunktionsdiagnostik mit anschließender statistischer Auswertung wurden der Krankheitsverlauf und Schulungserfolg evaluiert. Ergebnisse: Mit einer Verbesserung bei 72,2% der Patienten war der deutlichste Schulungserfolg nach der 4. Vorstellung, d.h. nach mindestens 3 Nachschulungen zu erkennen. Schlußfolgerung: Bei der individuellen Schulung ist eine mindestens 3-malige Nachschulung im Abstand von 3 – 6 Monaten als sinnvoll zu erachten. Die Ergebnisse sprechen für die Effizienz ambulanter Patientenschulungen in der Asthmatherapie.Correspondence to:
Dr. med. J.-O. Steiß
Pädiatrische Pneumologie und Allergologie
Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin
Universitätsklinikum Gießen
Feulgenstraße 12
D-35385 Gießen
Email: Jens-Oliver.Steiss@paediat.med.uni-giessen.de
Mitteilungen
Neue Pollen-Quälgeister: Traubenkraut und Esche / Neue Erkenntnisse:SIT auch für ältere Patienten empfehlenswert