Jahrgang 41, No. 1/2012(Januar)
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Nieren- und Hochdruckkrankheiten
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Editorial
R. Brunkhorst und R. Fünfstück
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 41, Nr. 1/2012, S. 1
Editorial
Originalarbeit
Ist die Beobachtung von FOXP3-Treg-Zellen in Nierentransplantaten während einer akuten zellulären Abstoßungsreaktion sinnvoll?
S. Batsford, M. Dickenmann, U. Dürmüller, H. Hopfer, F. Gudat und M. Mihatsch
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 41, Nr. 1/2012, S. 2–8
Ist die Beobachtung von FOXP3-Treg-Zellen in Nierentransplantaten während einer akuten zellulären Abstoßungsreaktion sinnvoll?*
S. Batsford1, M. Dickenmann2, U. Dürmüller1, H. Hopfer1, F. Gudat1 und M. Mihatsch1
1Institut für Pathologie und 2Klinik für Nephrologie und Transplantationsimmunologie, Universitätsspital Basel, Schweiz
*Erstpublikation der englischen Fassung in Clinical Nephrology Band 75, Nr. 2/2011, S. 101-106.
Hintergrund: Der Transkriptionsfaktor FOXP3 (Forkhead Box p3) ist ein Marker für regulatorische T-Zellen (Treg). Während einer zellulären Immunreaktion erhöht sich normalerweise die Anzahl von Treg, um diese Reaktion zu kontrollieren und zu limitieren. In Nierentransplantaten ist während einer Abstoßungsreaktion häufig eine massive Infiltration von T-Zellen zu beobachten. Aus diesem Grund untersuchten wir Veränderungen in der Anzahl von FOXP3-positiven T-Zellen während akuter zellulärer Abstoßungsepisoden. Methoden: 32 Transplantatbiopsien von 23 Patienten wurden retrospektiv untersucht. Es handelte sich dabei um 16 Protokollbiopsien und 16 während einer Abstoßungsepisode genommenen Biopsien in 9 Serienpaaren (Protokoll – Abstoßung). Zur Quantifizierung der FOXP3-positiven T-Zellen wurden gefrorene Schnitte mit Anti- CD3- und anti-FOXP3-Antikörpern immunhistochemisch gefärbt. Bereiche mit T-Zell-Infiltraten wurden morphometrisch vermessen und die Anzahl FOXP3-positiver Zellen pro 1.000 μm2 CD3-positiver Zellen wurde als FOXP3-Index genommen. Ergebnisse: Der Index lag bei den 16 Protokollbiopsien bei 0,46 (Median, Range 0,00 – 1,00) und bei den 16 Biopsien aus Abstoßungsepisoden bei 0,48 (Median, Range 0,16 – 2,31). Die höchsten Werte traten während Abstoßungskrisen auf und überstiegen bei 6/16 Biopsien 1,00. In den Protokollbiopsien trat kein Wert über 1,00 auf (0/16) (Unterschied signifikant, p < 0,02). In den Serienbiopsien zeigte sich kein einheitliches Verhalten: Der FOXP3-Index blieb entweder unverändert, verringerte sich leicht oder stieg bis auf das 13-Fache an. Die FOXP3-Expressionslevel konnten sich innerhalb von Wochen verändern. Es zeigte sich keine Korrelation zwischen Spendertyp, Therapie zu Beginn, Therapie zum Zeitpunkt der Biopsie, Serumkreatininspiegel zum Zeitpunkt der Biopsie, nach 3 Monaten oder 1 Jahr und irgendeinem der untersuchten morphometrischen Parameter (CD3 und FOXP3). Schlussfolgerungen: Während einer Abstoßung von Nierentransplantaten kann sich der Anteil von FOXP3+- Treg-Zellen innerhalb der infiltrierenden TZell- Population vorübergehend erhöhen. Dieses Phänomen zeigte sich bei einer akuten zellulären Abstoßung aber nicht regelmäßig und die Information scheint für das individuelle Patientenmanagement in solchen Fällen nicht von Bedeutung zu sein.Correspondence to:
Prof. Dr. med. S. Batsford
Turmackerstraße 4
D–79418 Schliengen
Email: stephen.batsford@uniklinik-freiburg.de
Übersicht
Normalisierung des Bluthämoglobins ist möglich: Eisenstatus und Thrombopoiese müssen bei EPO/ESA-Therapien beachtet werden
E. Riedel, P. Fröhling und H. Hampl
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 41, Nr. 1/2012, S. 9–17
Normalisierung des Bluthämoglobins ist möglich: Eisenstatus und Thrombopoiese müssen bei EPO/ESA-Therapien beachtet werden
E. Riedel1, P. Fröhling2 und H. Hampl3
1Institut für Chemie/Biochemie, Freie Universität Berlin, 2Privatpraxis für Innere Medizin und Nephrologie, Potsdam, 3Charité-Campus R. Virchow, Berlin
Eine sichere Korrektur der renalen Anämie zu Normalwerten ist möglich, sofern eine adäquate Eisentherapie (Transferrin- Sättigung 35 – 50%) und eine Vermeidung der Aktivierung von Thrombozyten beachtet und die EPO/ESA-Dosen so niedrig wie möglich gehalten werden. Inflammatorischer Hepcidin-Block mit funktionellem Eisenmangel muss kontrolliert und behandelt werden.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Hannelore Hampl
Gertraudstraße 9
D-14165 Berlin
Email: hannahampl@web.de
Übersicht
Magnesium in der Onkologie: neue Aspekte eines vergessenen Kations
O. Micke, J. Büntzel, R. Hunger, R. Mücke, I.A. Adamietz und K. Kisters
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 41, Nr. 1/2012, S. 18–24
Magnesium in der Onkologie: neue Aspekte eines vergessenen Kations
O. Micke1, J. Büntzel2, R. Hunger3, R. Mücke4, I.A. Adamietz5 und K. Kisters6
1Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, Franziskus Hospital, Bielefeld, 2Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Südharzkrankenhaus, Nordhausen, 3Chur, Schweiz, 4Strahlentherapeutische Klinik, Klinikum Lippe, Lemgo, 5Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, Marienhospital Herne, Ruhr-Universität Bochum, Herne, 6Medizinische Klinik I, St. Anna Hospital, Herne
Dem Elektrolyt Magnesium wird auch in der Onkologie bisher wenig Beachtung geschenkt. Dennoch spielt es auch hier bei zahlreichen physiologischen und pathophysiologischen Prozessen eine wichtige Rolle, wie zum Beispiel in der Antikanzerogenese, der Regulation der DNA- und RNA-Synthese, der Mitose, der Metastasierung, der nukleären Reperaturmechanismen und der Apoptose. Insbesondere bei onkologischen Therapien, die die Nierenfunktion negativ beeinflussen, wie zum Beispiel Cisplatin, kann es zu ausgeprägten, oft auch behandlungsbedürftigen Hypomagnesiämien kommen. Ein neuer Aspekt hat sich durch die Einführung der Epidermal Growth Factor Receptor(EGFR)-Antikörper Cetuximab und Panitumumab in die onkologische Therapie, insbesondere bei kolorektalen Karzinomen, ergeben. Diese führen über eine Interaktion mit dem Transient Receptor Potential Cation Channel TRPM6 bei der Mehrzahl der behandelten Patienten zu einer klinischen Hypomagnesiämie und in immerhin 10 – 36% der Fälle zu schweren Grad- III/IV-Hypomagnesiämien. Dabei zeigte sich interessanterweise ein signifikanter positiver Zusammenhang von Hypomagnesiämie mit dem klinischen Ansprechen auf die Antikörpertherapie sowie einer signifikant besseren Überlebenszeit, wobei der Mechanismus noch weitgehend unklar ist. Möglicherweise liegen ähnliche Faktoren zugrunde, wie wir sie bereits für Hypomagnesiämie und die Strahlentherapie postuliert haben, wie zum Beispiel die Hemmung der DNA-Reparatur in Tumorzellen. Andererseits scheinen auch antiangiogenetische Prozesse eine Rolle zu spielen. Diese Ergebnisse zeigen Magnesium als ein faszinierendes Ion, welches in komplexe onkologische Interaktionen eingebettet je nach Zusammenhang positive oder negative Resultate hervorbringt. Auf jeden Fall sollten uns diese Ergebnisse veranlassen, unser Verständnis über die Magnesiumsubstitution bei Tumorpatienten zu überdenken. Dennoch muss man sich vor Augen halten, dass in der Praxis entscheidende klinische Daten fehlen, sodass klinische Studien unumgänglich sind. Weiterhin muss man von einem multifaktoriellen Geschehen ausgehen, und dabei müssen auch negative Effekte wie die proinflammatorische Wirkung der Hypomagnesiämie berücksichtigt werden. Ein weiterhin vertieftes Verständnis der Komplexität von Magnesium in der Onkologie ist daher notwendig.Correspondence to:
PD Dr. med. O. Micke
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Franziskus Hospital
Kiskerstraße 26
D–33615 Bielefeld
Email: strahlenklinik@web.de
Kasuistik
Elektrolytstörungen bei Gefäßverschlüssen und Dialysepflichtigkeit – ein ungewöhnlicher Fall
S. Koball, H. Hickstein, A. Führer,T. Heller, J. Stange und S. Mitzner
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 41, Nr. 1/2012, S. 25–28
Elektrolytstörungen bei Gefäßverschlüssen und Dialysepflichtigkeit – ein ungewöhnlicher Fall
S. Koball1, H. Hickstein1, A. Führer1,T. Heller2, J. Stange1 und S. Mitzner1
1Abteilung für Nephrologie, Klinik für Innere Medizin und 2Klinik für Radiologie, Universität Rostock
Eine Dialysepatientin wird mit einem akuten Kreislaufversagen stationär aufgenommen. Es besteht eine Hyperkaliämie von 9,9 mmol/l. Unverzüglich wird mit der Dialysetherapie begonnen, welche zu einem überraschend schnellen Abfall des Serumkaliums führt. Zusätzlich treten klinische und elektrokardiografische Zeichen einer Hypokaliämie auf. Eine erweitere Gefäßdiagnostik zeigt ein Leriche-Syndrom mit Verschluss der Aorta nach Abgang der Arteria mesenterica superior und einen Verschluss der Vena cava inferior distal der Einmündung der Lebervenen. Die Blutversorgung der unteren Körperhälfte wird durch arterielle und venöse Anastomosen in der Bauch- und Thoraxwand gewährleistet. Insbesondere bei einem schlechten Herzzeitvolumen kommt es zur Ausbildung eines langsamen und schnellen Kompartiments, welches die ungewöhnlichen Änderungen des Serumkaliums unter der Dialyse erklärt. Da gefäßchirurgisch und angiografisch interventionell keine Therapieoptionen bestanden, erfolgte eine Verlängerung der Dialysezeit, eine Anpassung des Dialysatkaliums und die regelmäßige Gabe von Ionenaustauschern. Hierunter traten keine weiteren Hyperkaliämien auf.Correspondence to:
Dr. med. S. Koball
Abteilung für Nephrologie
Klinik für Innere Medizin
Universität Rostock
Ernst-Heydemann-Straße 6
D–18055 Rostock
Email: sebastian.koball@uni-rostock.de
Medizingeschichte
Curt Moeller, ein Pionier der deutschen Nephrologie
B. Osten, E. Quellhorst und H. Köhling
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 41, Nr. 1/2012, S. 29–32
Curt Moeller, ein Pionier der deutschen Nephrologie
B. Osten, E. Quellhorst und H. Köhling
Dr. med. Curt Moeller-Gedächtnisstiftung, Hamburg und Lutherstadt Wittenberg
Correspondence to:
Prof. Dr. med. B. Osten
Veilchenweg 4A
D-06118 Halle/Saale
Email: bernd.osten@medizin.uni-halle.de
Autorenreferate
31. Magnesium-Symposium der Gesellschaft für Magnesium-Forschung e.V. – Fulda, 7. – 8. Oktober 2011
Organisation: Prof. L. Spätling, Fulda, A. Weigert, Tutzing, Prof. K. Kisters, Herne
Abstract
Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Jahrgang 41, Nr. 1/2012, S. 33–42
31. Magnesium-Symposium der Gesellschaft für Magnesium-Forschung e.V. – Fulda, 7. – 8. Oktober 2011
Organisation: Prof. L. Spätling, Fulda, A. Weigert, Tutzing, Prof. K. Kisters, Herne
Mitteilungen, Industrienachrichten
Abstract
Mitteilungen, Industrienachrichten