Jahrgang 33, No. 8/2010(August)
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Allergologie
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Abstract
Editorial
T. Werfel
Originalarbeit
Ethylenoxid als berufliches Kontaktallergen – ein unterschätztes Problem?
K. Breuer, M. Worm, C. Skudlik und S.M. John
Original paper
Ethylene oxide as an occupational contact allergen – an underestimated problem?
K. Breuer, M. Worm, C. Skudlik und S.M. John
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 8/2010, S. 331–336
Ethylenoxid als berufliches Kontaktallergen – ein unterschätztes Problem?
K. Breuer1, M. Worm2, C. Skudlik1,3 und S.M. John1,3,4
1Dermatologikum Hamburg, 2Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Allergie-Centrum-Charité, Campus Mitte, Universitätsmedizin Berlin, 3Institut für interdisziplinäre dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm), Universität Osnabrück, 4Fachgebiet Dermatologie und Umweltmedizin, Universität Osnabrück
Hintergrund: Ethylenoxid (EO) ist eine flüchtige Epoxidverbindung, die zur Sterilisation von Medizinprodukten verwendet wird. EO kann eine irritative Kontaktdermatitis verursachen, es sind jedoch bislang nur wenige Fälle allergischer Kontaktdermatitiden bekannt geworden. Fragestellung: Etwa 20 Mitarbeiter einer chirurgischen Abteilung entwickelten ekzematöse Hautreaktionen an den Kontaktstellen der Ärmelbündchen von OP-Mänteln, die mit EO sterilisiert worden waren. Um eine Kontaktallergie auszuschließen, wurden Epikutantests durchgeführt. Methoden: Aufgrund der Flüchtigkeit von EO wurden die Epikutantests mit Epichlorhydrin (0,1% Vas., 1% Vas.), einer mit EO chemisch verwandten Epoxidverbindung, durchgeführt. Ergebnisse: 7 von 8 Patienten und 4 gesunde Kontrollpersonen zeigten nichtallergische irritative Reaktionen auf 1,0% Epichlorhydrin. Bei einer der Kontrollpersonen könnte 1,0% Epichlorhydrin eine iatrogene Sensibilisierung induziert haben. Keine der Kontrollpersonen reagierte auf 0,1% Epichlorhydrin. Bei einer Krankenschwester, die eine allergische Crescendo-Reaktion im Epikutantest mit 0,1% Epichlorhydrin zeigte, konnte eine allergische Kontaktdermatitis gegenüber EO und eine Kreuzsensibilisierung gegenüber Epichlorhydrin diagnostiziert werden. Schlussfolgerungen: EO ist ein berufliches Kontaktallergen, welches im Gesundheitswesen eine Rolle spielt – ein Problem, welches in der Vergangenheit möglicherweise aufgrund von methodischen Schwierigkeiten im Rahmen der Epikutantestung unterschätzt wurde. Bei Verdacht auf ein allergisches Kontaktekzem gegenüber EO sollte ein Epikutantest mit 0,1% Epichlorhydrin durchgeführt werden.Correspondence to:
PD Dr. med. Kristine Breuer
Dermatologikum Hamburg
Drehbahn 1 – 3
D–20354 Hamburg
Email: breuer@dermatologikum.de
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 8/2010, S. 331–336
Ethylene oxide as an occupational contact allergen – an underestimated problem?
K. Breuer1, M. Worm2, C. Skudlik1,3 und S.M. John1,3,4
1Dermatologikum Hamburg, 2Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Allergie-Centrum-Charité, Campus Mitte, Universitätsmedizin Berlin, 3Institut für interdisziplinäre dermatologische Prävention und Rehabilitation (iDerm), Universität Osnabrück, 4Fachgebiet Dermatologie und Umweltmedizin, Universität Osnabrück
Background: Ethylene oxide (EtO) is a volatile epoxy compound which is used to sterilize medical devices. EtO may cause irritant contact dermatitis, but only few cases of allergic contact dermatitis have been reported yet. Objectives: About 20 employees of a department for surgery developed eczematous skin reactions at the contact areas to wrist bands of surgical gowns which had been sterilized with EtO. Patch tests were performed to exclude contact allergy. Methods: Due to the volatility of EtO, patch tests were done with epichlorohydrin (0.1% pet., 1% pet.) which is an epoxy compound chemically related to EtO. Results: 7/8 patients and 4 healthy control persons showed non-allergic irritant reactions to 1.0% epichlorohydrin. 1.0% epichlorohydrin may have induced an iatrogenic sensitization in one of the control persons. None of the control persons reacted to 0.1% epichlorohydrin. Allergic contact dermatitis to EtO and a cross sensitization to epichlorohydrin was diagnosed in a nurse who showed an allergic crescendo patch test reaction to 0.1% epichlorohydrin. Conclusions: EtO can act as an occupational contact allergen in health personnel, a problem that may have been underestimated in the past due to methodological difficulties in patch testing. When allergic contact dermatitis to EtO is suspected, a patch test to 0.1% epichlorohydrin should be performed.Correspondence to:
PD Dr. med. Kristine Breuer
Dermatologikum Hamburg
Drehbahn 1 – 3
D–20354 Hamburg
Email: breuer@dermatologikum.de
Übersicht
DNA-Vakzinierung
A.B. Reske-Kunz und S. Sudowe
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 8/2010, S. 337–342
DNA-Vakzinierung
A.B. Reske-Kunz und S. Sudowe
Hautklinik, Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz
Eine mögliche zukünftige Alternative zur spezifischen Immuntherapie mit Allergenpräparationen stellt die gengestützte Immuntherapie dar. Dabei werden körpereigene Zellen mit Gen-Vektoren transient transfiziert, welche für ein als Allergen wirkendes Protein kodieren. Präklinische Untersuchungen zur Vakzinierung mit allergenkodierenden Vektoren über die Haut in den Mausmodellen der Typ-I-Allergie und der allergischen Atemwegsentzündung belegen eine potente Suppression systemischer allergenspezifischer Immunantworten von T-Helferzellen des Typs 2 (Th2) (IgE-Produktion, Th2-Zytokinproduktion) und der allergeninduzierten, durch Th2-Zellen vermittelten Atemwegsentzündung (Eosinophilie). Allerdings wird eine Infiltration von Neutrophilen in die Atemwege und eine durch Th1-Zellen und zytotoxische T-Zellen des Typs 1 (Tc1) vermittelte Atemwegshyperreaktion beobachtet. Aufgrund dieser Befunde wird gegenwärtig angestrebt, mithilfe geeigneter Gen-Vektoren in vivo dendritische Zellen in einen tolerogenen Zustand zu überführen, damit diese anschließend allergenspezifische regulatorische T-Zellen mit suppressivem Potenzial induzieren.Correspondence to:
Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Angelika B. Reske-Kunz
Hautklinik - Verfügungsgebäude für F&E
Universitätsmedizin der Johannes´Gutenberg-Universität
Obere Zahlbacher Straße 63
55131 Mainz
Email: A.Reske-Kunz@uni-mainz.de
Übersicht
Stationäre Allergologie – ein Update im 8. Jahr des DRG-Systems
V. Blaschke und T. Fuchs
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 8/2010, S. 343–346
Stationäre Allergologie – ein Update im 8. Jahr des DRG-Systems
V. Blaschke1 und T. Fuchs2
1Medizincontrolling, Schön Klinik Neustadt, Neustadt in Holstein, 2Abteilung für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen
Seit seiner Einführung 2003 hat das Fallpauschalensystem mit der Ausweitung von 664 auf aktuell 1.200 DRGs eine wesentliche Differenzierung erfahren. Im Rahmen der jährlichen Anpassung der DRGs und der Bewertungsrelationen haben sich die Erlöse im Bereich der stationären Allergologie in den vergangenen Jahren nur wenig verändert, tendenziell ist jedoch ein langsames Absinken der Bewertungsrelationen zu beobachten. Gegenüber dem Ansinnen der Kostenträger, durch ausufernde nachträgliche Rechnungsprüfungen Kosten zu sparen, zeigt sich die stationäre Allergologie gegenüber zahlreichen anderen dermatologischen Indikationen vor allem bei der Insektengifthyposensibilisierung und der oralen Medikamentenprovokation resistent. Hierdurch kann sie nicht nur eine medizinisch, sondern auch eine ökonomisch attraktive Bereicherung einer dermatologischen Abteilung sein.Correspondence to:
Dr. med. V. Blaschke
Medizincontrolling
Schön Klinik Neustadt
Am Kiebitzberg 10
23730 Neustadt in Holstein
Email: vblaschke@schoen-kliniken.de
Leitlinie
Therapiemöglichkeiten bei der IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergie
U. Lepp, B. Ballmer-Weber, K. Beyer et al.
Abstract
Therapiemöglichkeiten bei der IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergie
U. Lepp, B. Ballmer-Weber, K. Beyer et al.
Kasuistik
Akute allergische Reaktion durch berufliche Exposition gegenüber einem proteolytischen Enzympräparat mit hoher Peptidase- und Proteinase-Aktivität
B. Wüthrich und R. Schaffner
Case report
Acute allergic reaction due to occupational exposure to a proteolytic enzyme preparation with high peptidase and high proteinase activity
B. Wüthrich und R. Schaffner
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 8/2010, S. 357–359
Akute allergische Reaktion durch berufliche Exposition gegenüber einem proteolytischen Enzympräparat mit hoher Peptidase- und Proteinase-Aktivität
B. Wüthrich und R. Schaffner
Früher Allergiestation, Dermatologische Klinik, Universitätsspital Zürich, Schweiz
Im Folgenden wird der Fall eines ausgebildeten Arbeiters in der Aromen- und Riechstoffindustrie vorgestellt. Bei ihm waren zuvor noch nie atopische Manifestationen wie Asthma, Heuschnupfen oder atopisches Ekzem aufgetreten. Nach der ersten Exposition gegenüber einem pulverförmigen Enzympräparat mit hoher Peptidase- und Proteinase-Aktivität (Umamizyme) entwickelte er akutes Asthma, Rhinokonjunktivitis und eine Zungenschwellung. Der Prick-Test und IgE-CAP waren eindeutig positiv für das Enzympräparat. Eine wahrscheinliche frühere, latente Sensibilisierung gegen andere proteolytische Enzyme, mit denen der Patient aufgrund seines Berufs Umgang hatte, könnte die Tatsache erklären, dass er nach dem ersten Kontakt mit dem Enzym reagierte. Untersuchungen auf spezifisches IgE gegen Enzyme, die in der Waschmittelindustrie angewandt werden (Maxatase, Alkalase, Savinase), oder gegen Proteasen pflanzlichen Ursprungs (Bromelain, Papain) waren negativ. Unseres Wissens ist dies der erste Fall, bei dem Serum-IgE-Antikörper gegen dieses proteolytische Enzym mit hoher Peptidase-Aktivität und ohne Kreuzreaktivität gegen andere Proteasen auftreten. Dieser Fall zeigt erneut, dass der Umgang mit pulverförmigen Enzymen auch bei Nicht-Atopikern zu Sensibilisierung und Allergie führen kann.Correspondence to:
Prof. Dr. med. B. Wüthrich
Im Ahorn 18
CH–8125 Zollikerberg
Email: bs.wuethrich@bluewin.ch
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 8/2010, S. 357–359
Acute allergic reaction due to occupational exposure to a proteolytic enzyme preparation with high peptidase and high proteinase activity
B. Wüthrich und R. Schaffner
Früher Allergiestation, Dermatologische Klinik, Universitätsspital Zürich, Schweiz
We report the case of a skilled worker in the fragrance and flavour industry – without previous atopic manifestations such as asthma, hay fever or atopic eczema – who developed acute asthma, rhinoconjunctivitis and swelling of the tongue after the first exposure with a powdered enzyme preparation with high peptidase and high proteinase activity (Umamizyme). Skin prick test and IgE CAP were clearly positive for the enzyme preparation. A probably previous, latent sensitization to other proteolytic enzymes, which the patient had handled during his work, may explain the fact that he reacted after the first contact with this enzyme. Specific IgE to enzymes used in the detergent industry (Maxatase, Alkalase, Savinase) or to proteases of plant origin (Bromelain, Papain) were negative. To our knowledge, serum IgE antibodies against this proteolytic enzyme with high peptidase activity and without cross-reactivity to other proteases have been demonstrated for the first time. This case illustrated again that the handling with pulverized enzymes can lead to sensitization and allergy also in non-atopic persons.Correspondence to:
Prof. Dr. med. B. Wüthrich
Im Ahorn 18
CH–8125 Zollikerberg
Email: bs.wuethrich@bluewin.ch
Autorenreferate
9. Dermatologisches Alpenseminar: Allergologie, Berufs- und Umweltdermatologie, Grainau/Zugspitzdorf, 13. – 16. Mai 2010
Abstract
9. Dermatologisches Alpenseminar: Allergologie, Berufs- und Umweltdermatologie, Grainau/Zugspitzdorf, 13. – 16. Mai 2010