Jahrgang 33, No. 4/2010(April)
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Allergologie
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Neurodermitis
Atopisches Ekzem – Komplikationen und Differenzialdiagnose
D. Abeck
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 4/2010, S. 142–146
Atopisches Ekzem – Komplikationen und Differenzialdiagnose
D. Abeck
Gemeinschaftspraxis für Dermatologie/Allergologie, München
2 Facetten der Komplexerkrankung atopisches Ekzem sind Gegenstand der vorliegenden Übersichtsarbeit. Das impetiginisierte atopische Ekzem und das Eczema herpeticatum sind die beiden wichtigsten, akut sich manifestierenden Komplikationen. Betroffen sind bei beiden Erkrankungen Patienten mit schwerem atopischem Ekzem oder mit nicht adäquat eingestelltem atopischen Ekzem. Von den zahlreichen möglichen Differenzialdiagnosen werden das wenig beschriebene atopische Windelekzem, das auch im Kindesalter zu beobachtende dyshidrosiforme Hand- und Fußekzem und das Eczema molluscatum ausführlich behandelt. Daneben gibt es einige genetisch bedingte Erkrankungen, bei denen die klinischen Veränderungen an ein atopisches Ekzem erinnern und für die der Begriff atopiforme Dermatitis vorgeschlagen wurde.Correspondence to:
Prof. Dr. med. D. Abeck
Gemeinschaftspraxis für Dermatologie/Allergologie
Renatastraße 72
D–80639 München
Email: professorabeck@mytum.de
Neurodermitis
Antiinflammatorische Therapie des atopischen Ekzems im Kindesalter
K. Lau und P.H. Höger
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 4/2010, S. 147–155
Antiinflammatorische Therapie des atopischen Ekzems im Kindesalter
K. Lau und P.H. Höger
Abteilung Pädiatrische Dermatologie, Katholisches Kinderkrankenhaus Wilhelmstift, Hamburg
Mit einer Prävalenz von bis zu 20% ist das atopische Ekzem eine der häufigsten chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen des Kindes- und Jugendalters. Die Patienten und ihre Familien sind aufgrund des chronischen Verlaufs der Erkrankung mit intensivem Pflegeaufwand, quälendem Juckreiz, Komplikationen, sozialer Stigmatisierung und hohen Therapiekosten stark in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. Eine langfristige Therapiestrategie, die stadiengerecht, wirksam und nebenwirkungsarm ist, ist daher unabdingbar. Wir geben eine Übersicht über die aktuellen topischen und systemischen Behandlungsansätze bei Kindern mit atopischem Ekzem. Neben der stadienadaptierten Basistherapie werden die antiinflammatorische Lokaltherapie und systemische Therapiemöglichkeiten dargestellt. Im Vordergrund steht die “pro-aktive” Therapie, deren Ziel eine Krankheitskontrolle, das heißt Vermeidung von Erkrankungsschüben, ist.Correspondence to:
PD Dr. med. Kerstin Foitzik
Abteilung Pädiatrische Dermatologie
Katholisches Kinderkrankenhaus Wilhelmstift
Liliencronstraße 130
D–22149 Hamburg
Email: kfoitzik@yahoo.com
Neurodermitis
Leitliniengerechte topische Therapie der Neurodermitis im Erwachsenenalter
A. Heratizadeh, K. Wichmann und T. Werfel
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 4/2010, S. 156–163
Leitliniengerechte topische Therapie der Neurodermitis im Erwachsenenalter
A. Heratizadeh, K. Wichmann und T. Werfel
Abteilung für Immundermatologie und experimentelle Allergologie, Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover
Neurodermitis ist eine chronisch oder chronisch-schubhaft verlaufende, entzündliche Hauterkrankung, die meist mit starkem Juckreiz assoziiert ist. Unterschiedliche Krankheits- und Schweregrade sowie mögliche Komplikationen der Neurodermitis erfordern ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept. Hierfür steht eine Vielzahl an Therapieverfahren zur Verfügung. Dazu zählen äußerlich anwendbare Therapeutika wie auch systemisch wirksame Medikamente. Ein Wechsel des Behandlungsverfahrens kann im Krankheitsverlauf notwendig sein. Neben einer konsequenten Basistherapie können für eine antiinflammatorische und juckreizstillende symptomatische Behandlung verschiedene Therapeutika individuell eingesetzt werden, die nachstehend im Überblick besprochen werden. Hinsichtlich einer antiinflammatorischen Therapie ist der Einsatz topischer Glukokortikosteroide weiterhin von zentraler Bedeutung. Ihre Wirksamkeit bei Neurodermitis ist durch Studien klar belegt. Um das Risiko für Nebenwirkungen möglichst gering zu halten, ist auf den Einsatz der geeigneten Wirkklasse sowie auf die empfohlene Anwendungsfrequenz und -dauer zu achten, zudem sind die Lokalisation und das Patientenalter zu berücksichtigen. Topische Calcineurininhibitoren (TCI) stellen eine weitere antiinflammatorische Behandlungsoption dar. Sie kommen nach Empfehlung der europäischen Zulassungsbehörde im Jahr 2006 (European Medicines Agency: EMEA) als “second line”-Medikamente zum Einsatz, wenn lokale Glukokortikosteroide nicht möglich sind oder deren Anwendung mit dem Risiko lokaler irreversibler Nebenwirkungen verbunden ist. Da Ultralangzeitergebnisse zum Sicherheitsprofil von TCI bisher noch nicht vorliegen, wird die Verordnung von TCI erst ab dem 3. Lebensjahr bzw. von Tacrolimus 0,1% ab dem 17. Lebensjahr empfohlen. Bei Zeichen einer Superinfektion der Neurodermitis sollte zusätzlich topisch antiseptisch behandelt werden. Von der längerfristigen Anwendung topischer Antibiotika wird wegen der Gefahr der Resistenzbildung und bei einigen topischen Antibiotika auch wegen der Sensibilisierungsgefahr abgeraten. Die Phototherapie stellt eine weitere wirksame Intervention zur Therapie der Neurodermitis dar. Diese kann in Kombination mit einer topischen Glukokortikoidbehandlung durchgeführt und dem vorliegenden Krankheits- und Schweregrad entsprechend ausgewählt und abgestimmt werden.Correspondence to:
Dr. med. Annice Heratizadeh
Abteilung für Immundermatologie und experimentelle Allergologie
Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie
Medizinische Hochschule Hannover
Ricklinger Straße 5
D–30449 Hannover
Email: heratizadeh.annice@mh-hannover.de
Neurodermitis
Systemische Therapie der atopischen Dermatitis
C. Bußmann und N. Novak
Atopic dermatitis
Systemic therapy of atopic dermatitis
C. Bußmann und N. Novak
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 4/2010, S. 164–171
Systemische Therapie der atopischen Dermatitis
C. Bußmann und N. Novak
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Universität Bonn
Die Therapie der schweren Formen der atopischen Dermatitis (AD), die nur unzureichend auf eine Behandlung mit topischen Steroiden und topischen Immunmodulatoren ansprechen, bereitet nach wie vor Probleme. Der Einsatz von Ciclosporin, des einzigen in Deutschland für die systemische Behandlung der AD zugelassenen Medikaments, ist häufig durch Kontraindikationen und Nebenwirkungen limitiert. Vor diesem Hintergrund sind neuere Studien und Anwendungsbeobachtungen zu innovativen Therapieansätzen wie Methotrexat, Omalizumab oder Rituximab, die zum Teil vielversprechende Ergebnisse zeigen, besonders interessant. Wir möchten in dieser Arbeit daher einen Überblick über bewährte und neue systemische Therapieformen der AD geben.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Natalija Novak
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie
Universität Bonn
Sigmund-Freud-Straße 25
D–53105 Bonn
Email: Natalija.Novak@ukb.uni-bonn.de
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 4/2010, S. 164–171
Systemic therapy of atopic dermatitis
C. Bußmann und N. Novak
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Universität Bonn
Therapy of severe atopic dermatitis, which is refractory to consistent treatment with topical steroids and topical calcineurin inhibitors is still a problem in many cases. The use of cyclosporine, which is the only approved systemic drug for the therapy of severe atopic dermatitis is often limited by contraindications or adverse reactions. In this context, results from controlled and open label studies with novel therapeutic approaches such as methotrexat, omalizumab or rituximab, which are in part very promising, are of great interest. In this work we would like to provide an overview of established and new therapeutic options for the treatment of severe atopic dermatitis.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Natalija Novak
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie
Universität Bonn
Sigmund-Freud-Straße 25
D–53105 Bonn
Email: Natalija.Novak@ukb.uni-bonn.de
Neurodermitis
Spezifische Immuntherapie (SIT) bei der atopischen Dermatitis
M. Niebuhr, A. Kapp und T. Werfel
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 4/2010, S. 172–179
Spezifische Immuntherapie (SIT) bei der atopischen Dermatitis
M. Niebuhr, A. Kapp und T. Werfel
Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie , Medizinische Hochschule Hannover
Die atopische Dermatitis (AD) ist eine der häufigsten chronisch entzündlichen Hauterkrankungen mit zunehmender Prävalenz, an der ca. 10 – 20% der Kinder und 1 – 3% der Erwachsenen in Industriestaaten leiden. Ungefähr 80% der erwachsenen Patienten mit atopischer Dermatitis haben Sensibilisierungen gegenüber saisonalen sowie perennialen Aeroallergenen und/oder Lebensmittelallergenen, die als Provokationsfaktoren für die Entstehung und Unterhaltung von Ekzemen dienen können. Neben vielfältigen befundadaptierten lokalen und systemischen Therapiemöglichkeiten der atopischen Dermatitis spielt das Erkennen und nach Möglichkeit auch die konsequente Meidung dieser Provokationsfaktoren eine herausragende Rolle im Krankheitsmanagement. Während die klinische Wirksamkeit einer SIT bei Patienten mit allergischer Rhinitis, Asthma bronchiale und Insektengiftallergie gut belegt ist, wird der Stellenwert dieser Therapie bei der atopischen Dermatitis nach wie vor kontrovers diskutiert. Inzwischen gibt es doppelblinde, plazebokontrollierte, klinische Studien, die eine gute Wirksamkeit der SIT bei Patienten mit AD zeigen. Bis die SIT jedoch als Behandlungsoption in der Routineversorgung von Patienten mit AD angesehen werden kann, erfordert es weitere klinische Studien an größeren Patientenkollektiven.Correspondence to:
Dr. med. Margarete Niebuhr
Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie
Medizinische Hochschule Hannover
Ricklinger Straße 5
D–30449 Hannover
Email: niebuhr.margarete@mh-hannover.de
Neurodermitis
Alternativverfahren beim atopischen Ekzem
T. Schäfer
Atopic dermatitis
Complementary alternative medicine (CAM) and atopic eczema
T. Schäfer
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 4/2010, S. 180–189
Alternativverfahren beim atopischen Ekzem
T. Schäfer
Ratekau
In der Allgemeinbevölkerung besteht ein großes und wachsendes Interesse an der Inanspruchnahme von sogenannten Alternativverfahren. Diese Übersicht geht der Frage nach, inwieweit Patienten mit atopischem Ekzem sich Alternativverfahren zuwenden und welchen. Außerdem sollte die Studienlage zur Wirksamkeit der Verfahren in der Anwendung beim atopischen Ekzem dargestellt werden. Dafür wurden randomisierte, kontrollierte Studien systematisch gesucht. In Deutschland nehmen etwa 46% der Allgemeinbevölkerung Alternativverfahren in Anspruch, unter stationären Ekzempatienten sind es bis zu 51%, wobei Akupunktur, Homöopathie und diverse Diätformen bzw. Nahrungsergänzungsmittel die am häufigsten angewandten Verfahren darstellen. Besser ausgebildete Frauen mittleren Alters wenden sich überzufällig häufig Alternativverfahren zu. Die Evidenzgrundlage im Sinne ausreichend großer und methodisch guter Studien zur Beurteilung der Wirksamkeit (und Sicherheit) von Alternativverfahren beim atopischen Ekzem ist insgesamt gering. Die meisten Studien wurden zu essenziellen Fettsäuren und zu chinesischen Kräutern gefunden, wobei die Ergebnisse widersprüchlich bleiben. Keine ausreichende Evidenz gibt es zur Beurteilung der Wirksamkeit von Akupunktur, Homöopathie und Salzwasserbädern. Eine Studie zur Bioresonanz zeigte keine signifikante Überlegenheit gegenüber einer Scheinbehandlung. Einzelne Studien weisen auf günstige Effekte durch die topische Anwendung von Johanniskraut, Eigenblutbehandlung, Massagetherapie, Vitamin E und D und topischem Vitamin B12 hin. Diese Ergebnisse müssen in weiteren Studien überprüft werden. Alternativverfahren werden beim atopischen Ekzem häufig eingesetzt, die Evidenzgrundlage dafür ist bislang gering.Correspondence to:
Prof. Dr. med. T. Schäfer
Häven 6b
D–23626 Ratekau
Email: torsten.schaefer4@gmx.de
Abstract
Allergologie, Jahrgang 33, Nr. 4/2010, S. 180–189
Complementary alternative medicine (CAM) and atopic eczema
T. Schäfer
Ratekau
There is a substantial and growing interest in complementary alternative medicine (CAM) in the general population. This paper aims to answer in how far patients with atopic eczema use CAM and which techniques. Furthermore the evidence basis on the efficacy of CAM in the use for atopic eczema should be reviewed. For that purpose randomised controlled trials were searched systematically. In Germany about 46% of the general population and up to 51% of inpatients with eczema use CAM. Acupuncture, homeopathy, diets and supplements comprise the most popular techniques. Better educated, middle-aged women use CAM more frequently. In general the evidence basis concerning studies on the efficacy (and safety) of CAM for atopic eczema with appropriate size and quality is limited. Most studies were found on essential fatty acids and Chinese herbs, whereby the results remain conflicting. There was not enough evidence to assess the efficacy of acupuncture, homeopathy and salt baths. A single study on bioresonance should no superiority compared to a shame procedure. Single studies indicated beneficial effects for topical hypericum, autologous blood injection, massage therapy, Vitamin E and D, and topical Viatmin B12. These results must be confirmed by future studies. CAM are frequently used in atopic eczema, the evidence basis for that, however, is limited.Correspondence to:
Prof. Dr. med. T. Schäfer
Häven 6b
D–23626 Ratekau
Email: torsten.schaefer4@gmx.de
Autorenreferate
XXVI. Jenaer Colloquium allergologicum – Jena, 8. Mai 2010