Jahrgang 31, No. 5/2008(Mai 2008)
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Allergologie
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Editorial
Die allergische Rhinitis und ihre Bedeutung für das Asthma: Eine BEstandsaufnahme aus deutscher Sicht
C. Bachert, T. Zuberbier, L. Klimek, N. Khaltaev und J. Bousquet
Abstract
C. Bachert, T. Zuberbier, L. Klimek, N. Khaltaev und J. Bousquet
Originalarbeit
Klimaerwärmung und deren Auswirkungen auf den Pollenflug in Basel, Schweiz 1969 – 2007
T. Frei
Abstract
T. Frei
Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie, Zürich
Der beobachtete Klimawandel, mit seinen Auswirkungen und Ursachen, ist alarmierend und eindeutig. Die globalen anthropogenen Treibhausgasemissionen sind im Zeitraum von 1970 bis 2004 um 70%, die CO2-Emissionen sogar um 80% gestiegen, wobei sich die Zunahme in den letzten 10 Jahren beschleunigt hat. Die globalen Treibhausgas (THG)-Konzentrationen haben seit 1750 deutlich zugenommen und übersteigen heute bei weitem die jahrtausendelang aufgetretenen vorindustriellen Werte. Menschliche Aktivitäten führten seit 1750 im Nettoeffekt im globalen Mittel zur Erwärmung, wobei der größte Anteil des seit Mitte des 20. Jahrhunderts beobachteten Anstieges der globalen Durchschnittstemperaturen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die beobachtete Zunahme der anthropogenen THG-Konzentrationen zurückzuführen ist. Der Klimawandel manifestiert sich u.a. mit einer Zunahme von Extremereignissen, Gletscherrückzug, Meeresspiegelerhöhung und auch dem Ausbreiten von Krankheiten. In dieser Studie wurde die längste Schweizer Pollenmessreihe von Basel (1969 – 2007, 39 Jahre) untersucht und mit klimatologischen Daten korreliert. Dabei zeigt sich eine markante Verschiebung des Blühbeginns bei den Birken um rund 13 Tagen in Richtung Jahresbeginn und generell eine leichte Zunahme der Pollenmengen. Konsequenzen der Klimaerwärmung werden sich in Zukunft auch noch vermehrt bei allergischen Erkrankungen, wie der Pollinose oder auch des Asthmas, bemerkbar machen.Correspondence to:
Dr. sc. nat. T. Frei
Bundesamt für Meteorologie und
Klimatologie MeteoSchweiz
Krähbühlstraße 58
CH-8044 Zürich
Email: thomas.frei@meteoschweiz.ch
Originalarbeit
Vorkommen der Hausstaubmilbenallergene Der f1 und Der p1 in Teppichen, Matratzen und Polstern
R. Schröer, M. Kaldorf, F. Praetorius und A. Winkens
Abstract
R. Schröer, M. Kaldorf, F. Praetorius und A. Winkens
GUI mbH, Mönchengladbach
292 Staubproben von Teppichen, Matratzen und Polstern aus 48 Haushalten und 2 Hotels wurden auf ihren Gehalt an Hausstaubmilbenallergenen (Der f1 und Der p1) untersucht. Beide Allergene wurden in allen 48 Wohnungen nachgewiesen, wobei durchschnittlich mehr Der f1 als Der p1 gefunden wurde. Hohe Konzentrationen von Der f1 und Der p1 waren nicht miteinander korreliert. Für die Teppiche der Wohnzimmer und Schlafräume wurden ähnliche Der-p1-Konzentrationen gemessen, während die Der-f1-Konzentrationen in den Schlafräumen gegenüber den Wohnzimmern signifikant erhöht waren. In Matratzen waren die Konzentrationen beider Allergene höher als in Teppichen. Die Dominanz von Der f1 gegenüber Der p1 war in den Matratzen stärker ausgeprägt als in Teppichen. Die Beobachtungen weisen darauf hin, dass Dermatophagoides farinae bevorzugt in Matratzen vorkommt; bei Dermatophagoides pteronyssinus ist diese Tendenz weniger deutlich.Correspondence to:
R. Schröer
GUI mbH
Hindenburgstraße 77
D-41061 Mönchengladbach
Email: schroer@gui-lab.de
Überischt
Anaphylaxie: Grundlagen und Meldesystem
M. Worm und S. Hompes
Abstract
M. Worm und S. Hompes
Klinik für Dermatologie und Allergologie, Allergie-Centrum-Charité, Berlin
Die Anaphylaxie ist die schwerste Reaktion mastzellabhängiger Erkrankungen und kann im ungünstigsten Fall tödlich verlaufen. Durch eine Degranulation von Mastzellen, die im Fall Typ-I-allergischer Reaktionen IgE vermittelt abläuft, aber auch über nicht-IgE-vermittelte Mechanismen möglich ist, führen zu einer massiven Mediatorfreisetzung mit der Ausprägung der klinischen Symptome. Eine Mastzelldegranulation ist auch über Fcg-Rezeptoren möglich, wird allerdings kritisch diskutiert. Histamin spielt als wesentlicher Mediator eine wichtige pathophysiologische Rolle, jedoch kommt es zur Freisetzung zahlreicher weiterer Mastzellmediatoren, wie beispielsweise auch Leukotrienen, Chymase, Tryptase und den plättchenaktivierenden Faktor (PAF). Die Bedeutung von Mediatorenmessungen im Rahmen der Anaphylaxiediagnostik ist Gegenstand aktueller Forschungsarbeiten. Bislang gibt es keine systematischen Daten zu schweren allergischen Reaktionen im deutschsprachigen Raum. Wir haben in Zusammenarbeit mit zahlreichen allergologisch tätigen Kliniken und Praxen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz einen internetbasierten Fragebogen erstellt, mit dem der Schweregrad, die Auslöser und andere Begleitumstände sowie die therapeutischen Maßnahmen erfasst werden. Die aktuellen Daten zeigen, dass Insektengifte, Nahrungsmittel und Medikamente die häufigsten Auslöser schwerer allergischer Reaktionen sind. Bislang konnten zwei Todesfälle registriert werden. In einem Fall durch Insektengift, in dem anderen Fall infolge einer Erdnussallergie. Durch eine weitere flächendeckende Erhebung schwerer allergischer Reaktionen wird es erstmals möglich, Zahlen zur Anaphylaxie-Häufigkeit und vor allem zu den Auslösern zu erhalten und Risikofaktoren zu identifizieren.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Margitta Worm
Klinik für Dermatologie und Allergologie
Charité Universitätsmedizin Berlin
Charitéplatz 1
D-10117 Berlin
Email: Margitta.Worm@charite.de
Überischt
Stigmatisierung beim atopischen Ekzem
T. Steen und G. Schmid-Ott
Abstract
T. Steen1 und G. Schmid-Ott2,1
1Abteilung Psychosomatik und Psychotherapie, Medizinische Hochschule Hannover, 2Abteilung Psychosomatik, Berolina Klinik Löhne
Patienten mit atopischem Ekzem sind sehr oft von den psychosozialen Konsequenzen ihrer Hauterkrankungen beeinflusst. Dabei zeigt sich, dass nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen eingeschränkt ist, sondern dass sie sich auch wegen der interaktionell relevanten Hautsymptome wiederholt stigmatisiert fühlen. Es kommt dabei nicht selten zu einem Teufelskreis aus Angst vor Ablehnung und konsekutivem Vermeidungsverhalten. Das Stigmatisierungserleben von Patienten mit atopischem Ekzem kann z.B. mit Hilfe des “Fragebogens zum Erleben von Hautbeschwerden” (FEH) bestimmt werden. In einer Stichprobe von stationär behandelten Neurodermitis- und Psoriasispatienten, deren soziodemographischen Charakteristika vergleichbar waren, war sowohl das Ausmaß des Stigmatisierungsgefühls als auch die Einschränkung der Lebensqualität bei beiden Patientengruppen vergleichbar. Um das Stigmatisierungserleben zu mindern, stehen neben einer stadiengerechten dermatologischen Therapie als weitere therapeutische Optionen Schulungsmaßnahmen sowie verschiedene psychotherapeutische Verfahren zur Verfügung.Correspondence to:
Dr. med. T. Steen
Abteilung Psychosomatik und Psychotherapie
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
D-30625 Hannover
Email: tatjanasteen@gmx.de, e-mail: g.schmid-ott@uglielje.de
Autorenreferate
8. Dermatologisches Alpenseminar: Allergologie, Berufs- und Umweltdermatologie
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