Jahrgang 31, No. 3/2008(März 2008)
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Allergologie
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Originalarbeit
REDALL (Reduced allergenicity of processed foods) – allergeninduzierte Nahrungsmittel als Alternative zur Karenz bei Nahrungsmittelallergie?
K. Brockow, B. Ballmer-Weber, E. Dehlink, M. Dutta, A. Fiocchi, V. Kirchlechner, C. Andres, A. Bockmann, C. Kugler, S. Luderschmidt, A. Paschke, T. Saratud, M. Steinke, Z. Szephaluzi, L. Terracciano, B. Theler, R. Urbanek, R. Wezel und J
Abstract
K. Brockow1, B. Ballmer-Weber2, E. Dehlink3, M. Dutta2, A. Fiocchi4, V. Kirchlechner3, C. Andres1, A. Bockmann1, C. Kugler1, S. Luderschmidt1, A. Paschke5, T. Saratud4, M. Steinke6, Z. Szephaluzi3, L. Terracciano4, B. Theler2, R. Urbanek3, R. Wezel6 und J
1Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein und Zentrum Allergie und Umwelt GSF/TUM, Technische Universität München, 2Allergiestation, Dermatologische Klinik, Universitätskrankenhaus Zürich, 3Universitätsklinik für Kinde
Hintergrund: Bei Nahrungsmittelallergien (NMA) gab es bisher zur Karenz von Nahrungsmitteln keine alternativen Therapieansätze. In einer von der Europäischen Union geförderten Studie wurde in einem neuartigen Ansatz versucht, die Allergenität tierischer Allergene zu vermindern, um eine bessere Verträglichkeit zu erreichen. Patienten und Methoden: Die Häufigkeit von NMA wurde durch Telefoninterviews mit mehr als 40,000 Personen in 10 europäischen Ländern untersucht. Durch thermische und enzymatische Behandlungsverfahren wurde versucht, eine Reduktion der Allergenität der Nahrungsmittel Hühnerei, Kuhmilch sowie verschiedener Fleischsorten zu erreichen. Patienten mit nachgewiesener NMA auf diese tierischen Allergene wurden rekrutiert und allergologisch untersucht. Zelluläre Testverfahren zur Erfassung einer NMA wurden entwickelt. Die Allergenität vor und nach Allergenreduktion wurde in vitro und in vivo analysiert. Ergebnisse: Die Prävalenz berichteter NMA in Europa liegt bei 3% und weist starke regionale Unterschiede auf. Bei 41,1% der Nahrungsmittelallergiker wurden Nahrungsmittel tierischen Ursprungs als Auslöser genannt. Es wurden 249 Nahrungsmittelallergiker rekrutiert. Die Schwellendosis zur Auslösung von Symptomen lag bei 53/249 (21%) der Reaktionen schon bei der niedrigsten Schwellendosis (z.B. 10 mg Eipulver), während 50/249 (20%) der Allergiker erst auf die höchste Dosis (z.B. entsprechend einem Vollei) reagierten. Symptome in der Provokationstestung entwickelten sich vorwiegend an der Haut und am Gastrointestinaltrakt, involvierten seltener aber auch Atemwege und das kardiovaskuläre System. Allergenreduzierte Kuhmilch- und Hühnereiprodukte wurden hergestellt und teilweise von Patienten in der Pricktestung und in der oralen Provokationstestung vertragen. Das Ausmaß der Allergenreduktion dieser Produkte wurde, auch durch zelluläre Testverfahren mit Mastzelllinien, charakterisiert. Schlussfolgerung: Das Konzept der Allergenreduktion bei NMA ist ein neuer Ansatz, der Diätbeschränkungen reduzieren und gegebenenfalls die Toleranzentwicklung bei Nahrungsmittelallergikern fördern könnte.Correspondence to:
PD Dr. med. K. Brockow
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein
Technische Universität München
Biedersteiner Straße 29
D-80802 München
Email: knut.brockow@lrz.tum.de
Übersicht
Kreuzreagierende Kohlenhydratdeterminanten (cross-reactive carbohydrate determinants, CCD) und ihre Bedeutung für die Allergiediagnostik
U. Jappe und M. Raulf-Heimsoth
Abstract
U. Jappe1 und M. Raulf-Heimsoth2
1Abteilung für Allergologie, Paul-Ehrlich-Institut, Langen, 2BGFA-Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Institut der Ruhr-Universität Bochum
Allergene Determinanten können klassische Peptid- aber auch Kohlenhydratepitope darstellen. Letztgenannte weisen im Gegensatz zu klassischen Peptidepitopen bedeutsame strukturelle Homologien mit Allergenen außerhalb der jeweiligen Proteinfamilie auf und sind daher als sogenannte Panepitope Ursache ausgeprägter Kreuzreaktionen. Das führt zu Schwierigkeiten bei der Identifikation der für eine oft schwere Symptomatik ursächlichen Allergene. Für die meisten Allergenquellen, insbesondere pflanzlichen Ursprungs, wurde eine anti-CCD-IgE-Reagibilität nachgewiesen. IgE-Reaktivitäten z.B. gegen pollenassoziierte Nahrungsmittel können auf CCD beruhen. Der Nachweis von IgE-Antikörpern gegen CCD ist spezifisch und richtig positiv, korreliert aber oft nicht mit der Klinik. Das hatte man zunächst mit einer möglicherweise niedrigen Affinität erklärt und einer geringen biologischen Aktivität des anti-CCD-IgE zugeschrieben. Kürzlich konnte allerdings gezeigt werden, dass gegen CCD gerichtete IgG-Antikörper stärker an CCD binden als an Proteine, so dass eine geringe klinische Relevanz der anti-CCD-IgE möglicherweise auf einer Toleranzinduktion dieser ubiquitär vorkommenden Epitope durch den Genuss CCD-haltiger pflanzlicher Nahrungsmittel mit der Folge der Bildung “blockierender” CCD-IgG beruht. Bei einigen Patienten wurden allerdings sowohl im Bereich der Nahrungsmittel- als auch der Insektengiftallergie Hinweise für eine klinische Relevanz von anti-CCD-IgE gefunden. An das Vorliegen von anti-CCD-IgE sollte gedacht werden bei Diskrepanz zwischen Hauttest- und serologischen Befunden und bei IgE-Positivität gegenüber vielen verschiedenen pflanzlichen Allergenen. Die Bestätigung des Verdachts kann mit Hilfe eines CCD-haltigen Screening (z.B. Meerrettichperoxidase, Bromelain, Ascorbatoxidase) in den verschiedenen automatisierten IgE-Nachweisverfahren erfolgen. MUXF als isoliertes CCD ohne die Proteinkomponente ist als MUXF-ImmunoCAP kommerziell erhältlich. Sofern möglich, sollte sich eine Inhibitionstestung mit dem verwendeten CCD-Screening-Allergen anschließen, um die Testspezifität weiter zu verbessern.Correspondence to:
PD Dr. med. Uta Jappe, MSc.
Abteilung für Allergologie
Paul-Ehrlich-Institut
Paul-Ehrlich-Straße 51-59
D-63225 Langen
Email: japut@pei.de
Überischt
NO – kritische Wertung in Bezug auf klinische Relevanz und Lungenfunktion
C. Vogelberg
Abstract
C. Vogelberg
Bereich Bronchopneumologie/Allergologie, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden
Die Messung des exhalierten Nitritoxids (NO) hat innerhalb der Asthmadiagnostik und des -therapiemonitorings in den letzten Jahren an Aufmerksamkeit gewonnen. Wenngleich die Konzentration des exhalierten NO multiplen Einflussfaktoren unterliegt, scheint sich die praktische klinische Aussagekraft bei allergischen Asthmatikern vor allem auf die Therapiesteuerung sowie die Erfassung der Therapiecompliance mit Kortikosteroiden zu konzentrieren, ferner auf das Exazerbationsrisiko nach Absetzen der Kortikosteroidtherapie. Auch in der diagnostischen Abklärung von Patienten mit asthmaähnlichen Symptomen stellt die NO-Messung eine nützliche diagnostische Hilfestellung dar. Von besonderer Bedeutung ist die vor allem nasale niedrige NO-Konzentration bei der Diagnostik der primären ziliären Dyskinesie. Trotz der aktuellen Datenlage besteht vor einer definitiven Einordnung des diagnostischen Stellenwertes der NO-Messung dringender weiterer Klärungsbedarf, insbesondere hinsichtlich individueller Varianzen sowie hinsichtlich des Zugewinns an Therapieoptimierung bei Langzeittherapiestudien.Correspondence to:
Dr. med. C. Vogelberg
Bereich Bronchopneumologie/Allergologie
Klinik und Poliklinik für
Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Technische Universität Dresden
Fetscherstraße 74
D-01307 Dresden
Email: christian.vogelberg@uniklinikum-dresden.de
Übersicht
Aktinomyzeten im Innenraum
C. Trautmann
Abstract
C. Trautmann
Umweltmykologie Dr. Dill und Dr. Trautmann GbR, Berlin
Epidemiologischen Untersuchungen zufolge sind Bewohner von Innenräumen mit Feuchteschäden einem erhöhten gesundheitlichen Risiko ausgesetzt. Die festgestellten Beschwerden sind mit großer Wahrscheinlichkeit die Auswirkungen von Mikroorganismen, die sich in den Schadensbereichen entwickelt haben. Neben den in diesem Zusammenhang bereits weitgehend bekannten Schimmelpilzen werden auch eine Vielzahl von Bakterien festgestellt, deren exakte Differenzierung jedoch aufgrund fehlender bzw. sehr aufwendiger Analysemethoden noch mangelhaft ist. Hierbei ist die Bakteriengruppe der Aktinomyzeten, die heute systematisch als fädig wachsende grampositive Bakterien innerhalb der Actinomycetales eingeordnet werden, von besonderem Interesse, da unter ihnen sowohl Erreger von Infektionen und allergischen Symptomen als auch viele Arten vorkommen, die irritierende oder sogar toxische Sekundärmetabolite bilden können. Die Differenzierung unbekannter Aktinomyzetenarten setzt häufig eine Kombination morphologischer, chemischer und molekularbiologischer Methoden voraus. Während die zahlenmäßige Erfassung von Aktinomyzetenkolonien in der Routine möglich ist, kann eine Artendifferenzierung aufgrund geringer morphologischer Unterschiede bzw. noch lückenhafter Fettsäure- oder Sequenz-Datenbanken nur durch Spezialisten erfolgen. Selbst unter den häufig in feuchten Innenräumen erfassten Aktinomyzeten wurden unbekannte Arten festgestellt. Wenngleich die Untersuchungen noch am Anfang stehen, wird deutlich, dass das Auftreten und die Verteilung der Aktinomyzeten vom Material, der Feuchte und dem Schadensalter abhängig sind. Aufgrund der bisher gewonnenen Ergebnisse werden Hintergrundkonzentrationen für Aktinomyzeten in Material- und Luftproben abgeleitet.Correspondence to:
Dr. rer. nat. C. Trautmann
Umweltmykologie
Dr. Dill und Dr. Trautmann GbR
Zossener Straße 55-58
D-10961 Berlin
Email: trautmann@umweltmykologie.de
Autorenreferate
XXIV. Jenaer Colloquium allergologicum. Tagung der Regionalgruppe Thüringens des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Thüringen der Pneumologen e.V.
Industrienachrichten, Mitteilung
Kurzzeittherapie mit nur 4 Injektionen / Experten erwarten viele Birkenpollen