Jahrgang 28, No. /2005(November 2005)
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Allergologie
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Stellungnahme
Sinnlose Allergietests
B. Wüthrich, P.C. Frei, A. Bircher, E. Dayer, C. Hauser, W. Pichler, P. Schmid-Grendelmeier, F. Spertini, D. Olgiati und U. Müller
Abstract
B. Wüthrich, P.C. Frei, A. Bircher, E. Dayer, C. Hauser, W. Pichler, P. Schmid-Grendelmeier, F. Spertini, D. Olgiati und U. Müller
Stellungnahme
Fragebogen zur Medikamentenüberempfindlichkeit
B. Wedi
Originalarbeiten
Differentialdiagnostik der persistierenden Rhinitis
M.F. Kramer, C. Klemens und G. Rasp
Abstract
M.F. Kramer, C. Klemens und G. Rasp
Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Klinikum Großhadern, Ludwig-Maximilians-Universität, München
Einleitung: Diese Arbeit behandelt differentialdiagnostische Überlegungen zur persistierenden Rhinitis, ausgelöst durch chronisch-entzündliche Erkrankungen der Nase und Nasennebenhöhlen. Ziel der Arbeit war das Aufzeigen von relevanten rhinologischen Differentialdiagnosen, die mit gleichen Symptomen einhergehen. Methodik: 9.923 Patienten, die sich mit persistierenden nasalen Beschwerden vorstellten, wurden anhand ihrer Symptomatik und Konzentrationen von nasalem ECP entsprechend der zugrundeliegenden nasalen Erkrankungen charakterisiert. Ergebnisse: Die nasale Obstruktion bildete das die Patienten am meisten beeinträchtigende Symptom. Post-nasal drip ließ sich als typisch für eine Nasennebenhöhlenerkrankung herausarbeiten. Eine Beteiligung von eosinophilen Granulozyten war anhand erhöhter nasaler ECP-Konzentrationen bei allen untersuchten chronisch-entzündlichen nasalen Erkrankungen nachweisbar. Diskussion: Die Bestimmung von ausgewählten In-vivo- und In-vitro-Parametern bereichert die Differentialdiagnose der persistierenden Rhinitis und bildet neben Endoskopie und bildgebenden Verfahren einen essentiellen Bestandteil einer modernen rhinologischen Diagnostik. Auch wenn die Mehrheit der betroffenen Patienten über ähnliche Symptome klagte, ließen sich krankheitsspezifische Beschwerden extrahieren. Somit bildet die Diagnostik der persistierenden Rhinitis eine Domäne des allergologisch tätigen Rhinologen.Correspondence to:
Dr. med. M.F. Kramer
Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- Ohrenheilkunde
Klinikum Großhadern
Ludwig-Maximilians-Universität
Marchioninistraße 15
D-81377 München
Email: Matthias.Kramer@med.uni-muenchen.de
Originalarbeiten
Allergologisch-medizinische und psychologische Befunde bei Patienten mit umweltbezogenen Beschwerden
S. Brand, S. Schwarzenbach, C. Braun-Fahrländer, P. Heller, A. Huss, J. Küchenhoff, M. Niederer, R. Waeber, L. Wegmann und A.J. Bircher
Abstract
S. Brand1,2, S. Schwarzenbach2, C. Braun-Fahrländer3, P. Heller1, A. Huss3, J. Küchenhoff1, M. Niederer4, R. Waeber5, L. Wegmann6 und A.J. Bircher2
1Universitäre Psychiatrische Kliniken, Basel, 2Allergologische Poliklinik, Dermatologische Klinik, Universitätsspital Basel, 3Institut für Sozial- und Präventivmedizin, Basel, 4Kantonales Laboratorium, Basel-Stadt, 5Bundesamt für Gesundheit, Bern, 6A
Hintergrund und Fragestellungen: Patienten mit umweltbezogenen Störungen weisen eine Vielzahl an körperlichen Beschwerden mit unklarer Ursache und mit unterschiedlichem psychopathologischem Hintergrund auf. Das Basler Forschungsprojekt zu umweltbezogenen Gesundheitsstörungen erhob deshalb mittels einer Simultandiagnostik allergologisch-medizinische, psychologisch-psychiatrische und umweltanalytische Daten von 63 Patienten mit umweltbezogenen Beschwerden. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Symptomatologie der untersuchten Patienten darzulegen und diese Befunde mit jenen aus anderen umweltmedizinischen Untersuchungen zu vergleichen. Weiter wurden die allergologischen und respiratorischen Befunde mit Daten von Vergleichskollektiven verglichen. Zudem wurde untersucht, ob sich die Patientengruppe mit allergologischen Befunden von den anderen Studienteilnehmern bezüglich psychologisch-psychiatrischer Variablen unterschied. Resultate: Die Variabilität der Symptome reichte von unspezifischen Beschwerden wie Schlafstörungen, Unwohlsein, Müdigkeit, Nervosität, Konzentrationsstörungen und unklarem Fieber, über Asthma bronchiale und Rhinokonjunktivitis und unterschied sich somit nicht von den Resultaten anderer Untersuchungen. 36,5% der Patienten hatten mindestens einen positiven Pricktest auf ein Inhalationsallergen, bei 27% konnten positive serologische Atopieparameter nachgewiesen werden. Allergologische und respiratorische Befunde waren im Vergleich zu Normalkollektiven gehäuft zu beobachten. Patienten mit allergologisch-medizinischen Befunden reflektierten ein heterogenes psychologisch-psychisches Bild. In einzelnen psychiatrisch-psychologischen Dimensionen zeigten sich statistisch signifikante Unterschiede. So wiesen Asthmatiker erhöhte Depressionswerte auf, Rhinokonjunktivitispatienten zeichneten sich durch ungünstige Copingstrategien aus. Schlußfolgerungen: Allergische Reaktionen können bei Patienten mit umweltbezogenen Beschwerden vermehrt auftreten und mit unterschiedlichen psychologisch-psychiatrischen Merkmalen einhergehen; eine gründliche und umfassende dreiteilige Diagnostik ist somit bei dieser Patientengruppe gerechtfertigt.Correspondence to:
Prof. Dr. med. A.J. Bircher
Allergologische Poliklinik
Dermatologische Klinik
Universitätsspital
Petersgraben 4
CH-4031 Basel
Email: andreas.bircher@unibas.ch
Kasuistik
Ein seltener Fall von Allergie gegen Kopfsalat bei einem Kleinkind mit Pollensensibilisierung ohne Pollinosis
O. Keskin und B.E. Sekerel
Abstract
O. Keskin und B.E. Sekerel
Allergie- und Asthmaabteilung, Ihsan Dogramaci Kinderklinik, Universitätsklinikum Hacettepe, Ankara
Obwohl eine Salatallergie bislang nur selten beschrieben wurde, handelt es sich bei Kopfsalat um ein pflanzliches Nahrungsmittel, bei dem man davon ausgehen muß, daß es schwere Reaktionen auslösen kann. Allergische Reaktionen gegen Kopfsalat sind normalerweise mit Heufieber assoziiert. Der hier beschriebene Fall ist ein gutes Beispiel für eine durch Kopfsalatverzehr ausgelöste systemische Reaktion bei einem 3,5-jährigen Jungen mit Pollensensibilisierung ohne Heufiebersymptome. Die Diagnose einer Kopfsalatallergie mit spezifischem IgE kann aufgrund der Variabilität der IgE-Antwort schwierig sein. Orale Provokation mit Salat ist der Goldstandard für die Diagnose einer Allergie gegen Kopfsalat. Unseres Wissens ist in der Literatur bisher kein Fall von Kopfsalatallergie aufgrund von Pollenallergie ohne respiratorische Symptome (Rhinokonjunktivitis, Asthma oder beides) beschrieben worden. Dies ist der erste Fall einer Kopfsalatallergie ohne Heufiebersymptome, aber mit Pollensensibilisierung. Bei Kindern mit rekurrierendem Angioödem und Urtikaria mit oder ohne Heufieber sollte deshalb eine Allergie gegen Kopfsalat in Betracht gezogen werden.Correspondence to:
Dr. med. B.E. Sekerel
Hacettepe University School of Medicine
Ihsan Dogramaci Childrens Hospital
Pediatric Allergy and Asthma Unit
06100 Hacettepe
Ankara, Turkey
Email: b_sekerel@yahoo.com
Serie: Praxis der pädiatrischen Allergologie und Pneumologie
Diagnostik bei chronischem Husten in der Pädiatrie
D. Schüler und H. Lindemann
Abstract
D. Schüler und H. Lindemann
Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Gießen
Husten ist das häufigste Symptom, das Kinder und ihre Angehörigen zur Konsultation eines Arztes veranlaßt. Jeder über 3 – 4 Wochen anhaltende Husten bedarf der sorgfältigen diagnostischen Klärung. Begleitende Atemgeräusche und Symptome wie Atopiezeichen der Haut, Stridor, Giemen, Rasselgeräusche, Dyspnoe, Schmerz, Sputumkonsistenz und -farbe, nächtliche Mundatmung, Dystrophie etc. bieten wichtige Hinweise, eine rationelle Diagnostik in die Wege zu leiten. Das Ausmaß der Labordiagnostik ist von der Schwere und Dauer des Krankheitsgeschehens abhängig und reicht von der Anamnese bis zur differenzierten Lungenfunktionsdiagnostik und – falls nötig – zu invasiven Maßnahmen wie die Endoskopie.Correspondence to:
Dr. med. D. Schüler
Pädiatrische Pneumologie und Allergologie
Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin
Universitätsklinikum Gießen
Feulgenstraße 12
D-35385 Gießen
Email: daniel.schueler@paediat.med.uni-giessen.de