Jahrgang 28, No. 3/2005(März 2005)
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Allergologie
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Serie: Primäre Immundefekte
Störungen der Zytotoxizität: Familiäre hämophagozytische Lymphohistiozytose
S. Ehl und T. Kallinich
Abstract
S. Ehl und T. Kallinich
Originalarbeit
Histamin und Kopfschmerz
I. Steinbrecher und R. Jarisch
Abstract
I. Steinbrecher und R. Jarisch
FAZ-Floridsdorfer Allergiezentrum, Wien
Histamin kann durch s.c., i.v., inhalative und orale Zufuhr Kopfschmerzen auslösen. Ziel der Pilotstudie war es, bei offensichtlich histaminintoleranten Patienten Kopfschmerz durch eine histaminfreie Diät zu beseitigen. Untersucht wurden 35 Patienten (29 weiblich, 6 männlich, Altersmittel 35 Jahre), deren durchschnittliche Kopfschmerzfrequenz 14- mal pro Monat war. Außer Kopfschmerzen klagten die Patienten über Diarrhoe (16-mal), dermatologische Probleme (meist urtikarielle Exantheme, 16-mal), Herzrhythmusstörungen (9-mal) und Asthma bronchiale (4-mal); 12 der 29 weiblichen Patienten litten auch unter Dysmenorrhoe. Histamin im Plasma war in 9 von 30 bestimmbaren Blutwerten erhöht, während die Diaminoxidase in 23 von 27 bestimmbaren Bluten erniedrigt war. Nach vier Wochen histaminfreier Diät gaben 22 der 35 Patienten an, völlig beschwerdefrei geworden zu sein. Weitere sechs Patienten gaben eine Reduktion von über 50% der Beschwerden an; nur bei sieben Patienten ergab sich keine Änderung. Die durchschnittliche Kopfschmerzfrequenz sank von 14 auf 2 Tage pro Monat (p < 0,0001). Eine telefonische Befragung nach weiteren 3 – 12 Monaten ergab eine Verschlechterung bei drei Patienten, eine Verbesserung bei fünf Patienten. Insgesamt war die histaminfreie Diät somit nur bei 5 von 35 Patienten erfolglos; 20 von 26 Patienten berichteten über Kopfschmerzen bei allfälligen Diätfehlern. Auslöser waren Schokolade, Wein, Weinessig und Hartwürste. Der Histaminspiegel sank statistisch nicht signifikant (p = 0,07), die Diaminoxidase stieg signifikant an (p < 0,0001). Die Ergebnisse dieser Diätstudie in Zusammenschau mit den Diätfehlern deuten an, daß das strikte Einhalten einer histaminfreien Diät in der Lage ist, Kopfschmerzen bei histamin-intoleranten Patienten zu beseitigen bzw. deutlich zu bessern. Die vorliegenden Ergebnisse könnten Anregung für eine plazebokontrollierte Doppelblindstudie an einer spezialisierten Kopfschmerzklinik sein.Correspondence to:
Prof. Dr. med. R. Jarisch
FAZ-Floridsdorfer Allergiezentrum
Franz-Jonas-Platz 8/6
A-1210 Wien
Email: jarisch@faz.at
Übersichten
Aktuelles zur atopischen Dermatitis (Neurodermitis)
B. Wüthrich, A. Roll, B. Fischer, G. Senti
Abstract
B. Wüthrich1,2, A. Roll2, B. Fischer2, G. Senti2
1Praxis für Allergologie, klinische Immunologie und Dermatologie, Spital Zollikerberg, 2Allergiestation, Dermatologische Klinik, UniversitätsSpital Zürich
Die atopische Dermatitis (AD) oder Neurodermitis (N) ist eine entzündliche, multifaktoriell bedingte Hauterkrankung mit multiplen Facetten und assoziierten Störungen, welche auf dem Boden einer genetischen Prädisposition entsteht und durch verschiedene Umweltfaktoren getriggert wird. In dieser Übersicht wird auf folgende aktuelle Aspekte eingegangen: neue Terminologie ("atopisches Ekzem" versus "nichtatopisches Ekzem"), atopische Karriere ("atopy march"), diagnostische Bedeutung der Atopie-Patchteste (APT), Pathophysiologie, krankheitsspezifische Rolle von Staphylococcus aureus – als Infekterreger – und von Staphylococcus-aureus-Enterotoxinen – als Superantigene – sowie von saprophytären Pilzen (Coprinus comatus und Malassezia furfur sive sympodialis). Ebenfalls werden therapeutische Möglichkeiten mit antimikrobiellen Textilien und topischen Immunmodulatoren (Tacrolimus und Pimecrolimus) aufgezeigt.Correspondence to:
Prof. Dr. med. B. Wüthrich
Facharzt FMH für Allergologie und Dermatologie
Spital Zollikerberg
Trichtenhauserstraße 20
CH-8125 Zollikerberg
Email: wuethric@unizh.ch
bs.wuethrich@bluewin.ch
Übersichten
Instruktion von Effektor-T-Zellen zur Einwanderung in entzündete Haut
S.F. Martin und J.C. Dudda
Abstract
S.F. Martin und J.C. Dudda
Klinische Forschergruppe Allergologie, Hautklinik, Universitätsklinikum Freiburg
CD8+-zytotoxische T-Zellen spielen bei vielen chemikalien- oder metallioneninduzierten Kontaktallergien eine wichtige, zum Teil dominante Rolle als Effektorzellen. Die Ursachen für die Dominanz dieses T-Zellsubsets war bisher unklar, da die reaktiven Chemikalien simultan immunogene Strukturen zur Aktivierung von CD4+- und CD8+-T-Zellen erzeugen. Wir haben nun in vitro zeigen können, daß die Dominanz von CD8+-T-Zellen durch Zytolyse von CD4+-T-Zellen über einen fas-abhängigen Mechanismus verursacht wird. Zudem war auch unbekannt, wie die CD8+-T-Zellen zu gewebespezifischen Effektoren differenzieren, die selektiv in die entzündete Haut einwandern. Unsere Studien haben nun ergeben, daß die Aktivierung von naiven T-Zellen durch gewebespezifische dendritische Zellen in der Mikroumgebung der hautdrainierenden Lymphknoten selektiv die Expression von hautspezifischen Migrationsrezeptoren induziert. Wir konnten erstmals zeigen, daß Langerhans-Zellen in vitro diese Hautmigrationsrezeptoren auf T-Zellen induzieren. Damit haben wir ein bisher unbekannte Rolle für Langerhans-Zellen identifiziert, die nicht nur in den Lymphknoten als antigenpräsentierende Zellen für Antigene aus der Haut dienen, sondern auch als Wegweiser, welche die T-Zellen für effiziente Immunabwehr aber auch Allergieauslösung selektiv in die Haut dirigieren.Correspondence to:
PD Dr. rer. nat. S.F. Martin
Klinische Forschergruppe Allergologie
Hautklinik
Universitätsklinikum Freiburg
Hauptstraße 7
D-79104 Freiburg
Email: martin@haut.ukl.uni-freiburg.de
Übersichten
Zur umweltmedizinischen Bedeutung von persistierenden chlororganischen Verbindungen für Atemwege und Lungen
M. Schulz, H. Zimmer und G. Triebig
Abstract
M. Schulz, H. Zimmer und G. Triebig
Institut und Poliklinik für Arbeits- und Sozialmedizin, Universitätsklinikum Heidelberg(Direktor: Prof. Dr. med. Dipl.-Chem. G. Triebig)
Die Belastung der Umwelt durch persistierende chlororganische Verbindungen kann zu Fragen nach einer Gesundheitsgefährdung veranlassen, mit denen der behandelnde Arzt konfrontiert wird. Eine sachgerechte Beratung und zielführende Diagnostik setzen umweltmedizinische Kenntnisse voraus, die vor allem die chemischen Eigenschaften, die Toxikokinetik und die Humantoxizität betreffen. Es ist deshalb das wesentliche Ziel dieses Beitrags, die aktuellen Erkenntnisse zu wichtigen, persistierenden chlororganischen Verbindungen aufzuzeigen und Empfehlungen zu diagnostischem Vorgehen und Therapie zu geben. Dabei wird insbesondere auf die Fragen der Wirkungen dieser Chemikalien auf Atemwege und Lungen eingegangen.Correspondence to:
Dr. med. Maria Schulz
Institut und Poliklinik
für Arbeits- und Sozialmedizin
Universitätsklinikum Heidelberg
Hospitalstraße 1
D-69115 Heidelberg
Email: maria.schulz@med.uni-heidelberg.de