Jahrgang 28, No. 1/2005(Januar 2005)
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Allergologie
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Originalarbeit
Optimierter Radioextraktionsassay zur quantitativen Bestimmung der Aktivität von Diaminooxidase (DAO) in humanem Serum und Plasma
I. Mayer, A. Missbichler, F. Wantke, M. Focke, H. Reichl, M. Winter und R. Jarisch
Abstract
I. Mayer1,5, A. Missbichler1, F. Wantke4, M. Focke4,6, H. Reichl2, M. Winter3 und R. Jarisch4
1Sciotec Diagnostic Technologies GmbH, Wien, 2Hämosan LSS GmbH, Ilz, 3Österreichisches Rotes Kreuz, Wien, 4FAZ-Floridsdorfer Allergiezentrum, Wien, 5Institut für Biochemie und molekulare Zellbiologie, Universität Wien, 6Institut für Pathophysiologie,
Patienten, die histaminhaltige Nahrungsmittel nicht vertragen (Histaminintoleranz), haben zumeist eine Störung im Histaminabbau, basierend auf einer Defizienz oder verminderten Aktivität der Diaminooxidase (DAO). Wir stellen in dieser Arbeit einen einfachen, routinetauglichen, kommerziell erhältlichen Test-Kit für die Bestimmung der Aktivität der Diaminooxidase im Blut vor. Radioaktiv markiertes Putrescin wird als Substrat zu 100 ml Plasma oder Serum zugefügt, die darin enthaltene Diaminooxidase wandelt eine Aminogruppe zu einem Aldehyd um. Das entstandene Molekül reagiert spontan zu zyklischem D1-Pyrrolin, das selektiv mit Hilfe von Ethylazetat extrahiert werden kann. Mit einem optimierten Puffersystem konnten wir die Ausbeute des extrahierbaren Moleküls im Vergleich mit früheren Methoden um das Vierfache steigern. Zur Quantifizierung wird eine Standardkurve mit Diaminooxidase aus Schweineniere verwendet. Die Intraassayvariation ist < 10% (3,5 – 14%, n = 20), die Interassayvariation ist < 15% (4 – 21%, n = 10). Die durchschnittliche Wiederfindung von Diaminooxidase, die der Probe zugefügt wurde, beträgt im Assay 104% (86 – 123%, n = 20). Ergebnisse erhält man innerhalb von drei Stunden. Diaminooxidaseaktivität ist in der Probe für eine Woche bei 4 °C stabil, Lagerung bei –20 °C mit wiederholtem Auftauen und Einfrieren beeinträchtigt die Aktivität nicht. Dieser Assay ist ein verläßliches Hilfsmittel für die Bestimmung der Diaminooxidaseaktivität im Blut und bildet die Grundlage für die Diagnose einer Histaminintoleranz. Aufgrund der hohen Stabilität des Enzyms können Blutproben beim Arzt abgenommen werden und in ein Diagnoselabor, das für den Einsatz von radioaktiven Substanzen ausgerüstet ist, gesendet werden.Correspondence to:
Mag. rer. nat. I. Mayer
Sciotec Diagnostic Technologies GmbH
Simmeringer Hauptstraße 24
A-1110 Wien
Email: isabella@sciotec.at
Übersichten
Leukotriene und ihr Antagonismus: ein innovatives Prinzip zur Therapie von Asthma und allergischer Rhinitis
B. Lange und C. Bachert
Abstract
B. Lange1 und C. Bachert2
1Institut für Atemwegsforschung GmbH, Düsseldorf, 2Kliniek voor Neus-, Keel- en Oorheelkunde, UZ Gent, Belgien
Asthma und allergische Rhinitis sind epidemiologisch und pathophysiologisch eng verbunden. Der Artikel gibt eine Übersicht über neuere Ergebnisse zur Bedeutung der Cysteinylleukotriene (CysLT) in der Pathophysiologie von Asthma und allergischer Rhinitis. Die CysLT rufen nicht nur Bronchokonstriktion, Schleimhautödem und vermehrte Schleimproduktion hervor, sondern spielen eine bedeutende Rolle für die eosinophile Atemwegsentzündung und wahrscheinlich auch in frühzeitig einsetzenden Remodelingvorgängen der unteren Atemwege. Bei der allergischen Rhinitis sind sie nicht nur Mediatoren der Frühphase nach Allergenkontakt, sondern unterhalten auch die minimal persistierende Entzündung der Nasenschleimhaut. Die wesentlichen durch CysLT ausgelösten Symptome an der Nase sind anhaltende nasale Obstruktion und Rhinorrhoe. Der Cysteinylleukotrienrezeptor-1-Antagonist Montelukast ist das einzige in Deutschland erhältliche Antileukotrien. Klinische Studien haben die Wirksamkeit von Montelukast bei Asthma nachgewiesen. Montelukast hat in Kombination mit inhalativen Kortikosteroiden (IKS) zusätzliche klinische Wirkungen zur Monotherapie mit IKS. Bei der saisonalen allergischen Rhinitis (SAR) wirkt Montelukast gegen alle nasalen sowie Augensymptome. Erste Ergebnisse zeigen, daß Montelukast bei Asthmatikern mit SAR die Lungenfunktion ausgeprägter bessert als bei Asthmatikern ohne SAR. Neben einer systemischen anti-entzündlichen Wirkung sind für Montelukast lokale anti-entzündliche Wirkungen an den Bronchien sowie in ersten Studien auch an der Nase nachgewiesen. Bis zu 99% der allergischen Asthmatiker leiden gleichzeitig unter Rhinitisbeschwerden. Für diese große Gruppe der Patienten kann Montelukast damit eine geeignete Medikation sein.Correspondence to:
B. Lange
Institut für Atemwegsforschung GmbH
Benrodestraße 9
D-40597 Düsseldorf
Email: ifagmbh@aol.com
Übersichten
Erkrankungen durch Metalle und Metalloide
R. Wegner und X. Baur
Abstract
R. Wegner und X. Baur
Zentralinstitut für Arbeitsmedizin der Freien und Hansestadt Hamburg
Schwermetallvergiftungen treten heute eher selten auf, haben im Einzelfall aber unverändert hohe Bedeutung. Einige sind kanzerogen wie Chrom, Nickel und Arsen. Andere schädigen die Blutbildung wie Blei oder die Nieren wie Cadmium. Das Zentralnervensystem ist das Zielorgan für z.B. Blei und Mangan. Diese und andere adverse Effekte von Metallen werden beschrieben, ebenso die Pathophysiologie und die Therapie der Intoxikation. Daneben wird auf Umwelteinflüsse eingegangen, die den Metallgehalt in Blut und Harn modifizieren, so das Rauchen den Cadmiumgehalt und der Fischkonsum die Arsen- und Quecksilberkonzentration.Correspondence to:
Dr. med. R. Wegner
Zentralinstitut für Arbeitsmedizin
Seewartenstraße 10
D-20459 Hamburg
Email: ralfwegner@bug.hamburg.de
Übersichten
Antihistaminika in der Dermatologie*
H.F. Merk
Abstract
H.F. Merk
Universitäts-Hautklinik, Klinik für Dermatologie und Allergologie, RWTH Aachen
Urticaria einschließlich chronische Urticaria, Rhinitis allergica, Conjunctivitis allergica, Mastozytose, Prävention allergischer Reaktionen einschließlich idiopathischer Anaphylaxien bei Nahrungsmittel- und Insektengiftallergien sowie Röntgenkontrastmittel-Intoleranz sind Indikationen für Antihistaminika. Bei Präparaten der 1.Generation bestehen eine Fülle von unerwünschten Wirkungen vor allem durch ZNS-Effekte, weshalb diese Präparate bei vielen Patienten nur mit großer Vorsicht (Autofahrer, beruflich exponierte Patienten, ältere Patienten) – wenn überhaupt – verordnet werden sollten, da diese unerwünschten Wirkungen durch Verordnung der Antihistaminika der 2. Generation vermieden werden können.
*Überarbeitete und aktualisierte Fassung eines Vortrages anläßlich des 24. Mönchengladbacher Allergie-Seminars am 21. und 22. November 2003.Correspondence to:
Prof. Dr. med. H.F. Merk
Universitäts-Hautklinik –
Klinik für Dermatologie und Allergologie
RWTH Aachen
Pauwelsstraße 30
D-52074 Aachen
Email: hans.merk@post.rwth-aachen.de