Jahrgang 26, No. 9/2003(September 2003)
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Allergologie
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Themenschwerpunkt: Berufsbedingte Handekzeme
Editorial:Prävention berufsbedingter Handekzeme –
Andrea Bauer, Jena
Abstract
Andrea Bauer, Jena
In den meisten Industrienationen führen beruflich bedingte Hauterkrankungen mit einem Anteil von ca. 30% aller gemeldeten Berufskrankheiten seit Jahren die Statistiken an oder stehen zumindest auf den vorderen Rängen.
In Deutschland war im Jahr 2001 die Berufskrankheit (BK) nach BK 5101 (Hautkrankheiten mit Ausnahme von Hautkrebs) mit 19189 gemeldeten Verdachtsanzeigen die häufigste aller BK-Anzeigen. Am häufigsten sind Arbeitnehmer in Feuchtberufen, z.B. im Friseurhandwerk, in Nahrungsmittelberufen, Metallberufen, Bauberufen, Krankenpflegeberufen usw. betroffen. Diepgen errechnete 1999 für beruflich bedingte Hauterkrankungen auf der Basis verschiedener Datenquellen eine ungefähre Inzidenzrate von 5 – 19 Fällen pro 10000 Vollzeitbeschäftigten pro Jahr [1].
Im Vordergrund stehen das irritative und das allergische Kontaktekzem. Das beruflich bedingte irritative Kontaktekzem tritt meist als Folge des ungeschützten kontinuierlichen Hautkontakts mit nicht-toxischen Konzentrationen verschiedenster Irritantien wie Wasser, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, Kühlschmiermitteln, Nahrungsmittelbestandteilen etc. auf. Zu Krankheitserscheinungen kommt es, wenn die regenerativen Fähigkeiten der Haut bei weiterbestehendem Kontakt zu den oben genannten Irritantien erschöpft sind. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle sind die Hände betroffen.
Die Charakteristika der einwirkenden Noxe, der zeitliche Verlauf der Exposition, mechanische und klimatische Zusatzfaktoren, Regenerationsmöglichkeiten und individuelle Dispositionsfaktoren bestimmen das klinische Bild. Daher ist ein weites Spektrum von akuten, subakuten und chronischen Verläufen möglich. Nicht selten treten in der Folge irritativer Handekzeme Typ-IV-Sensibilisierungen gegen Arbeitsstoffe auf. Es gibt bisher keine Möglichkeit, die individuelle Empfindlichkeit gegenüber Kontaktallergenen sicher vorherzusagen. Mögliche Ursachen der unterschiedlichen Suszeptibilität gegenüber Kontaktallergenen könnten durch genetischen Polymorphismus verschiedener Enzyme begründet sein. Die Entwicklung einer Sensibilisierung hängt von der Konzentration und der Allergenität des Kontaktallergens ab. Weiterhin spielen Ausmaß und Dauer der Exposition sowie die Lokalisation und der Hautzustand an der Expositionsstelle eine Rolle.
Das klinische Bild und die Symptomatik des allergischen Kontaktekzems zeigen große Ähnlichkeiten mit dem irritativen Kontaktekzem, was die Unterscheidung beider Entitäten insbesondere in chronischen Fällen erschwert. Auch eine histologische oder immunhistologische Unterscheidung ist schwierig. Beide Krankheitsbilder werden durch eine ausführliche Anamnese sowie durch Haut- und Provokationstests diagnostiziert.
Beruflich bedingte Handekzeme sind keine lebensbedrohlichen Erkrankungen und beeinflussen, solange sie mild ausgeprägt sind, das tägliche Leben nur in geringem Ausmaß. Schwere Fälle dagegen haben eine schlechte Prognose und beträchtliche Auswirkungen auf die Lebensqualität der Erkrankten. Darüber hinaus stellen sie nicht selten die weitere berufliche Laufbahn der betroffenen Arbeitnehmer in Frage. Die sozialen, ökonomischen und gesundheitspolitischen Auswirkungen dieser Tatsachen sind gravierend. In den letzten Jahren konnte zunehmend gezeigt werden, daß dieser Entwicklung durch effektive Präventionsmaßnahmen begegnet werden kann.
Das vorliegende Themenheft gibt einen Überblick über die Epidemiologie beruflich bedingter Handekzeme, weist die relevanten Risikofaktoren aus, skizziert Theorien und Modelle gesundheitspädagogischer Interventionen und stellt exemplarisch interdisziplinäre Studien zur Primär- und Sekundärprävention in Hautrisikoberufen vor. Wir danken allen Autoren herzlich für die gute Zusammenarbeit in der Vorbereitung des Themenhefts und wünschen den Lesern eine anregende Lektüre.
Andrea Bauer, Jena
Literatur
[1]
Diepgen T.L., P.J. Coenraads: The epidemiology of occupational contact dermatitis. Int. Arch. Occup. Environ. Health 72, 496-506 (1999).
Themenschwerpunkt: Berufsbedingte Handekzeme
Epidemiologie des beruflich bedingten Handekzems
T. Schäfer
Abstract
T. Schäfer
Institut für Sozialmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Beruflich bedingte Hauterkrankungen machen weltweit und auch in Deutschland rund 30% aller Berufserkrankungen aus. Von den hautbezogenen Berufserkrankungen sind rund 90% den Ekzemerkrankungen zuzuordnen, die sich wiederum hauptsächlich an den Händen manifestieren. Nach Schätzungen der Register in Nordbayern und Saarland liegt die Inzidenz berufsbedingter Hauterkrankungen bei 6,7 bzw. 6,8 pro 10.000 Ganztagsbeschäftigten und Jahr. In der Bevölkerung liegt die 1-Jahres-Prävalenz der Handekzeme zwischen 6,7% in Deutschland und 10,6% in Schweden. Die epidemiologischen Studien zu beruflich bedingten Handekzemen sind aus verschiedenen methodischen Gründen, wie unterschiedlichen Stichprobenumfängen und Selektionskriterien, Anwendung unterschiedlicher Maßzahlen der Häufigkeit und unterschiedlicher Erfassungsarten bzw. diagnostischer Kriterien nur sehr eingeschränkt vergleichbar. Bevölkerungs- wie auch berufsgruppenbezogene Studien zeigen eine höhere Prävalenz bei Frauen. Größere Untersuchungen an Lehrlingen des Bäcker- und Konditoren-, Friseur- und Metallhandwerks zeigen eine starke Zunahme der Ekzemprävalenz im Ausbildungszeitraum von 3 Jahren. So stieg bei Bäckerlehrlingen aus Ostthüringen die Prävalenz des Handekzems von 17,5% auf 27,5%, bei Lehrlingen des Friseurhandwerks in Nordwestdeutschland von 12,9% auf 23,9% und bei Lehrlingen des Metallhandwerks von 0 auf 23%, bzw. von 8,6% auf 14,1% an. Handekzeme werden auch bei Auszubildenden im Bürobereich mit einer 3-Jahres-Periodenprävalenz von 20,7% berichtet und treten naturgemäß bei Reinigungskräften mit einer 1-Jahres-Prävalenz von 46% mit am häufigsten auf. Die insgesamt hohe und tätigkeitsbedingt weiter ansteigende Prävalenz berufsbedingter Handekzeme macht intensive und spezifische Präventionsmaßnahmen notwendig.Correspondence to:
Prof. Dr. med. T. Schäfer
Institut für Sozialmedizin
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Campus Lübeck
Beckergrube 43-47
D-23552 Lübeck
Themenschwerpunkt: Berufsbedingte Handekzeme
Risikofaktoren für beruflich bedingte Handekzeme in hautbelastenden Berufen
W. Uter
Abstract
W. Uter
Institut für Medizininformatik, Biometrie und Epidemiologie, Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen
Unter berufsbedingten Hautschäden nehmen irritative oder kontaktallergische Handekzeme die Spitzenposition ein. In Studien mit Handekzem-Patienten wurde sowohl eine Überrepräsentierung von Hautempfindlichen (vor allem Personen mit früherem atopischen Ekzem) als auch von Beschäftigten in bestimmten belastenden Berufen festgestellt. Eine systematische Literaturrecherche nach analytisch-epidemiologisch interpretierbaren, bevölkerungsbezogenen Studien mit Friseuren, Krankenpflegern und Metallverarbeitern (Automobilherstellung), verglichen mit Büroarbeitern, zeigte zum einen eine heterogene Definition von “Handekzem”, Hautempfindlichkeit und Exposition. Daneben wurden unterschiedliche Risikomaße angegeben, welche oft nicht adjustiert wurden. Mit entsprechenden Einschränkungen kann dennoch zusammenfassend festgestellt werden, daß ein früheres atopisches (Hand- oder Beugen-) Ekzem mit mindestens einer Verdopplung des Risikos von Hautschäden assoziiert ist, ebenso wie “Feuchtarbeit” von mehr als 2 Stunden täglich. In Berufen mit einem besonders hohen Anteil von “Feuchtarbeit”-Exponierten ist das attributable Risiko (AR) durch diesen Faktor höher als das AR für konstitutionelle Empfindlichkeit. Die primäre Prävention sollte daher vornehmlich das exzessive Ausmaß von Feuchtarbeit reduzieren, soweit dies möglich ist. In allen Bereichen ist darüber hinaus eine an Risikogruppen adaptierte primäre Prävention (verstärkter Hautschutz und (Anleitung zur) Früherkennung initialer Hautschäden vor allem bei Hautempfindlichen) sinnvoll.Correspondence to:
Prof. Dr. med. W. Uter
Institut für Medizininformatik,
Biometrie und Epidemiologie
Friedrich-Alexander-Universität
Waldstraße 6
D-91054 Erlangen
Themenschwerpunkt: Berufsbedingte Handekzeme
Gesundheitserziehung in Hautrisikoberufen
B. Wulfhorst und H.J. Schwanitz
Abstract
B. Wulfhorst und H.J. Schwanitz
Fachgebiet Dermatologie, Umweltmedizin und Gesundheitstheorie, Fachbereich Humanwissenschaften, Universität Osnabrück
Die Effektivität von Präventionsprogrammen, die auf einer Integration dermatologischer und gesundheitspädagogischer Interventionen basieren, ist in kontrollierten Studien belegt worden. Im Rahmen der primären Prävention konnte durch pädagogische Interventionen bei Auszubildenden des Friseurhandwerks die Inzidenz von berufsbedingten Handekzemen im Vergleich zu einem Kontrollkollektiv signifikant herabgesetzt werden (p < 0,05). Sekundärpräventiv ist ein Modell entwickelt worden, das neben einer berufsdermatologischen Betreuung von Patienten mit berufsbedingten Hauterkrankungen intensive gesundheitspädagogische Patientenschulungen sowie Betriebsberatungen beinhaltete. Hier konnte bei 79,5% der Teilnehmer (n = 117) im Vergleich zu 60% (n = 80) ein Berufsverbleib erreicht werden. Auch in die Versorgung im Rahmen der tertiären Prävention von berufsbedingten Hauterkrankungen sind gesundheitspädagogische Maßnahmen integriert worden. Hier hat eine postalische Befragung von stationär betreuten Patienten mit ambulant therapieresistenten berufsbedingten Hauterkrankungen 1 Jahr nach Entlassung gezeigt, daß die Mehrzahl (65,9%, n = 232) ihren Beruf weiter ausüben kann und auch die empfohlenen Schutzmaßnahmen zu 81% angewendet werden. Einzelne Unfallversicherungsträger haben auf der Basis dieser Forschungsergebnisse begonnen, Schulungsmaßnahmen in ihre Regelversorgung zu implementieren. Diese Entwicklungen führen zu der Frage nach Qualitätskriterien, denn nur wenn gesundheitspädagogische Maßnahmen wissenschaftlich begründet sind und entsprechend festgelegter, evidenzbasierter Qualitätsstandards durchgeführt und evaluiert werden, können tatsächlich Aussagen über die (Langzeit-)Effektivität und Effizienz solcher Programme getroffen werden. In diesem Beitrag wird verdeutlicht, welche Theorien und Modelle gesundheitspädagogischen Interventionen zugrunde liegen und welche curricularen Voraussetzungen wissenschaftlich begründete gesundheitspädagogische Interventionen erfüllen sollten.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Dr. phil. H.J. Schwanitz
Fachgebiet Dermatologie,
Umweltmedizin und Gesundheitstheorie
Fachbereich Humanswissenschaften
Universität Osnabrück
Sedanstraße 115
D-49090 Osnabrück
Themenschwerpunkt: Berufsbedingte Handekzeme
Möglichkeiten und Grenzen der Primärprävention von Handekzemen im Nahrungsmittelgewerbe
A. Bauer, D. Kelterer, R. Bartsch, M. Stadeler, P. Kleesz
Abstract
A. Bauer1, D. Kelterer1, R. Bartsch2, M. Stadeler3, P. Kleesz4,
1Klinik für Dermatologie und dermatologische Allergologie, Friedrich-Schiller-Universität, Jena, 2Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Friedrich-Schiller-Universität, Jena, 3Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten, Abteilung
In Nahrungsmittelberufen, wie in vielen anderen Hautrisikoberufen, wird die regelmäßige Anwendung von persönlicher Schutzausrüstung, d.h. von Hautschutzsalben und Schutzhandschuhen sowie regelmäßige Hautpflege zur Prävention von berufsbedingten Handekzemen empfohlen. Wir haben für das Backhandwerk die kurz- und langfristige Akzeptanz verschiedener Präventionsstrategien (Unterweisungen in Hautschutz und Hautpflege, vorberufliches Hardening mit UV-Licht) und ihre Wirksamkeit in der Primärprävention von beruflich bedingten Handekzemen untersucht. Wir konnten zeigen, daß die Akzeptanz und regelmäßige Anwendung von Hautschutz- und Pflegemaßnahmen durch theoretischen und praktischen Unterricht bei Auszubildenden im Backhandwerk signifikant gesteigert werden konnte. Die höchste Akzeptanz wurde bei der Verwendung von Hautschutzsalbe (100%) und Hautpflege (90%) erreicht. Schutzhandschuhe (43,3%) wurden deutlich seltener getragen. Die Verbesserung des Hautschutzverhaltens wirkte sich auf die Handekzemprävalenz aus. Auszubildende in der Hautschutzgruppe hatten ein geringeres relatives Risiko, Handekzeme zu entwickeln als ihre Kollegen in der UV-Hardening-Gruppe und der Kontrollgruppe. Die Handekzem-Punktprävalenz in den genannten Gruppen lag nach 6 Monaten bei 13,3%, 19,4% und 29,1%. Diese klinischen Trends wurden durch statistisch signifikante Unterschiede bei den basalen TEWL- Werten untermauert. Adäquater Hautschutz und regelmäßige Hautpflege scheinen ein vielversprechender Ansatz in der Prävention von beruflich bedingten Handekzemen zu sein. Ein experimenteller Ansatz, die Handekzemfrequenz durch vorberufliches Hardening mit UV-Licht zu reduzieren, erfüllte die Erwartungen nicht.Correspondence to:
Dr. med. A. Bauer, MPH
Klinik für Dermatologie und
dermatologische Allergologie
Friedrich-Schiller-Universität
Erfurtstraße 35
D-07740 Jena
Themenschwerpunkt: Berufsbedingte Handekzeme
Präventionsprojekt bei berufsbedingten Hauterkrankungen im Back-, Hotel- und Gaststättengewerbe
M. Stadeler, D. Kelterer, A. Bauer, J. Grosch und P. Elsner
Abstract
M. Stadeler1, D. Kelterer2, A. Bauer2, J. Grosch3 und P. Elsner2
1Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten, Außenstelle Erfurt, 2Klinik für Dermatologie und dermatologische Allergologie, Friedrich-Schiller- Universität, Jena, 3Arbeitsmedizinisches Präventionszentrum der FSA mbH, Erfurt
Berufsbedingte Hauterkrankungen nehmen im Back-, Hotel- und Gaststättengewerbe neben den allergisch obstruktiven Atemwegserkrankungen der Bäcker eine führende Rolle im Berufskrankheitengeschehen des Nahrungsmittelgewerbes ein. Der zuständige Unfallversicherungsträger, die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten (BGN), mußte für die Berufsdermatosen in den Jahren 1999 und 2000 jährlich ca. 13 Mio Euro an finanziellen Aufwendungen aufbringen. Ca. 11 Mio davon wurden für berufliche Rehabilitationsmaßnahmen aufgewendet, und das in einer Zeit, in der die allgemeine Arbeitsmarktlage sehr angespannt ist, so daß viele der teuren Umschulungsmaßnahmen in der Arbeitslosigkeit enden bzw. die Wiederaufnahme der schädigenden Tätigkeit zur Folge haben. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurde 1999 ein “Interdisziplinäres Präventionsprogramm Haut für das Back-, Hotel- und Gaststättengewerbe” von der BGN, Außenstelle Erfurt, der Klinik für Dermatologie und Dermatologische Allergologie der FSU Jena sowie dem Arbeitsmedizinischen Präventionszentrum der FSA mbH Erfurt als Pilotprojekt für den Raum Thüringen und Sachsen initiiert. Dabei wurde versucht, durch eine fachübergreifende Zusammenarbeit die bisherige Betreuung im Rahmen der Sekundärpräventionsmaßnahme “Hautarztbericht” zu verbessern und somit den Erhalt des Arbeitsplatzes zu erreichen. Nach einer detaillierten Expositionsanalyse am Arbeitsplatz sowie berufsdermatologischer Untersuchung werden bisherige Diagnosen und Therapiestrategien reevaluiert und gegebenenfalls ergänzt. Individuelle, auf den jeweiligen Arbeitsplatz zugeschnittene Hautschutz-, Reinigungs- und Pflegeprogramme werden erarbeitet und dem Versicherten anhand von praktischen Hautschutzübungen ausführlich erklärt. Die benötigten Schutzmittel werden von der BGN für den Zeitraum der Teilnahme, maximal 2 Jahre, zur Verfügung gestellt. Hautschutzseminare und Nachuntersuchungen werden angeschlossen. Im Zeitraum 1.1.1999 – 31.10. 2001 wurden 107 Versicherte in der berufsdermatologischen Sprechstunde vorstellig. Die bisherigen Ergebnisse zeigen ein Defizit in der Aufklärung über die Entstehungsursachen und Verhinderungsmöglichkeiten berufsbedingter Hauterkrankungen sowie in der Bereitstellung und richtigen Anwendung adäquater Hautschutz-, -reinigungs- und -pflegemittel. Bei 84 (78%) der Patienten lag ein subtoxisch-kumulatives Handekzem als Haupt- (64%) oder weitere Diagnose vor. Im genannten Zeitraum ist der Verlauf bei 62 (58%) Patienten beurteilbar. Im Vergleich mit einer Referenzgruppe zeigte sich die Überlegenheit des Präventionsprogramms insbesondere bei mehrmaliger und damit längerfristiger Betreuung sowie intensiver Schulung. Abheilung und Besserung ergaben für die Interventionsgruppe einen signifikanten (p < 0,05) Unterschied von 79% Erfolgsrate versus 36% in der Vergleichsgruppe.Correspondence to:
Dr. med. M. Stadeler
Berufsgenossenschaft
Nahrungsmittel- und Gaststätten
Geschäftsbereich Prävention
Abteilung Gesundheitsschutz
Außenstelle Erfurt
Lucas-Cranach-Platz 2
D-99099 Erfurt