Jahrgang 26, No. 5/2003(Mai 2003)
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Allergologie
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Originalarbeit
Die topische intranasale Therapie der allergischen Rhinitis
B. Lange und C. Bachert
Abstract
B. Lange1 und C. Bachert2
1Institut für Atemwegsforschung GmbH, Düsseldorf, 2Kliniek voor Neus-, Keel- en Oorheelkunde, UZ Gent, Belgien
Internationale und nationale Richtlinien zur allergischen Rhinitis sprechen den topischen Glukokortikosteroiden als wirksamste Arzneimittel eine führende Rolle in der Therapie dieser häufigsten atopischen Erkrankung zu. Während ihre überlegene Wirksamkeit gegenüber oralen Antihistaminika durch Reviews und eine Metaanalyse belegt ist, fehlen vergleichbare Arbeiten zu den verschiedenen topischen Therapiemöglichkeiten der allergischen Rhinitis. Anhand eines systematischen Reviews publizierter randomisierter klinischer Studien unter Zuhilfenahme direkter und indirekter metaanalytischer Methoden wurde die Wirksamkeit nasaler Glukokortikosteroide, nasaler Antihistaminika und Chromone verglichen. Die topischen Steroide haben sich dabei in Übereinstimmung mit den Leitlinien als auf alle nasalen Symptome wirksamste topische Behandlungsmöglichkeit der allergischen Rhinitis erwiesen und können in Deutschland auch als kosteneffektivste topische Therapie angesehen werden. In den Verordnungen zur saisonalen allergischen Rhinitis sind sie zumindest in Deutschland, gemessen an ihrer überlegenen Wirksamkeit und den Behandlungsempfehlungen, stark unterrepräsentiert. Eine höhere Wirksamkeit topischer Antihistaminika gegenüber Chromonen konnte nur bedingt durch direkt vergleichende Studien bestätigt werden, ein indirekter Vergleich über plazebokontrollierte Studien zeigte keine Überlegenheit. Eine weitere Differenzierung nasaler Therapiemöglichkeiten der allergischen Rhinitis mittels randomisierter klinischer Studien ist erforderlich, wobei Mindestangaben zu bestimmten Parametern zu fordern sind.Correspondence to:
B. Lange
Institut für Atemwegsforschung GmbH
Benrodestraße 9
D-40597 Düsseldorf
Originalarbeit
Mometasonfuroat in der Therapie der saisonalen allergischen Rhinitis
B.A. Stuck, T. Hummel, K. Hecksteden, J. Czajkowski
Abstract
B.A. Stuck1, T. Hummel2, K. Hecksteden1, J. Czajkowski1,
1Universitäts-HNO-Klinik, Mannheim, 2Klinik für Riech- und Schmeckstörungen, Universitäts-HNO-Klinik, Dresden
Einleitung: Neben den klassischen Beschwerden zeigt sich bei der allergischen Rhinitis häufig eine Beeinträchtigung des Riechvermögens und der Lebensqualität. Ziel der vorliegenden Studie war es, den Einfluß von Mometasonfuroat Nasenspray auf das Riechvermögen und die Lebensqualität bei saisonaler allergischer Rhinitis zu untersuchen. Materialien und Methoden: 24 Patienten wurden in die prospektive, randomisierte, plazebokontrollierte Studie eingeschlossen. Vor und nach zweiwöchiger Therapie mit Mometasonfuroat Nasenspray wurden mittels Fragebögen fünf allergische Symptome sowie die rhinitisassoziierte Lebensqualität (RQLQ) erfaßt. Die Quantifizierung der Riechfunktion erfolgte mit den “Sniffin’ Sticks”. Der nasale Flow wurde mittels anteriorer Rhinomanometrie gemessen. Ergebnisse: Die allergischen Symptome reduzierten sich bei allen Patienten, wobei in der Verumgruppe die deutlicheren Unterschiede zu verzeichnen waren. Hinsichtlich der rhinitisassoziierten Lebensqualität fanden sich signifikante Gruppenunterschiede in den Bereichen “praktische Probleme” und “nasale Beschwerden”. Bezüglich der Riechtestung zeigte die Plazebogruppe eine Verschlechterung, während sich die Verumgruppe verbesserte. Für die Riechschwellen ließen sich statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen feststellen. Interessanterweise korrelierte die Verbesserung der Riechfunktion nicht mit der Verbesserung der nasalen Ventilation. Diskussion: Die topische Therapie mit Mometasonfuroat Nasenspray bei der saisonalen allergischen Rhinitis führt nicht nur zu einer Reduktion der klassischen allergischen Symptomatik, sondern darüber hinaus zu einer signifikanten Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen. Die Verbesserung der Riechfunktion der Verumgruppe erwies sich als unabhängig von der Verbesserung der nasalen Ventilation. Dies unterstreicht die Bedeutung entzündlicher bzw. antientzündlicher Faktoren in der Pathogenese und Therapie allergisch bedingter Riechstörungen.Correspondence to:
Dr. med. B.A. Stuck
Universitäts-HNO-Klinik
Theodor-Kutzer-Ufer
D-68135 Mannheim
Übersicht
DNA-Immunstimulation: Ein neuer Ansatz zur Therapie allergischer Erkrankungen
H. Petering, Th. Werfel und A. Kapp
Abstract
H. Petering, Th. Werfel und A. Kapp
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Hochschule Hannover
Umfangreiche epidemiologische Studien haben zeigen können, daß eine Zunahme der Prävalenz und des Schweregrades atopischer Erkrankungen in den vergangenen Jahrzehnten stattgefunden hat. Insbesondere die fehlende Auseinandersetzung des kindlichen Immunsystems mit bakteriellen Infektionskrankheiten aufgrund verbesserter sozioökonomischer Lebensumstände und medizinischer Prävention und Therapie wird für dieses Phänomen als ursächlich betrachtet. Zugrunde liegt vermutlich eine Polarisierung des frühkindlichen Immunsystems von einem T-Helferzell(TH)-1-typischen Zytokinmuster, das für Autoimmun- und Infektionserkrankungen charakteristisch ist, hin zu einer prädominanten atopieassoziierten TH2-Immunantwort. Hierfür mitverantwortlich ist womöglich eine fehlende Auseinandersetzung des Organismus mit immunstimulatorischen DNA-Sequenzen (CpG-Motive) bakteriellen Ursprungs, die im Rahmen einer Infektionskrankheit einen protektiven Effekt hinsichtlich der Entwicklung einer prädominanten TH2-Immunantwort bewirken können. In diesem Übersichtsartikel wird für das Verständnis atopischer Erkrankungen zunächst auf das TH1/TH2-Paradigma eingegangen und anschließend der Aufbau immunstimulatorischer DNA-Sequenzen sowie ihre immunologischen Wirkungen detailliert besprochen. Ferner werden klinische Ansätze zur immunstimulatorischen Therapie allergischer Erkrankungen erläutert.Correspondence to:
PD Dr. med. H. Petering
Klinik und Poliklinik für
Dermatologie und Venerologie
Medizinische Hochschule Hannover
Ricklinger Straße 5
D-30449 Hannover
Positionspapier
Empfehlungen zur praktischen Durchführung der spezifischen Immuntherapie mit Allergenen (Hyposensibilisierung)
J. Sennekamp, T. Fuchs, B. Hornung, W. Kersten, L. Klimek
Abstract
J. Sennekamp, T. Fuchs, B. Hornung, W. Kersten, L. Klimek,
Correspondence to:
Prof. Dr. J. Sennekamp
Weberstraße 118
D-53113 Bonn