Jahrgang 26, No. 12/2003(Dezember 2003)
|
Allergologie
Die Online-Versionen der Zeitschriften werden jeweils vor Erscheinen der Print-Ausgabe aktualisiert. Alle Inhalte dieser Website stehen Abonnenten der Zeitschrift nach einmaliger Registrierung ohne Mehrkosten zur Verfügung. Um die Artikel im PDF-Format betrachten zu können, benötigen Sie die Adobe Reader® Software.
|
| Preis für gesamte Ausgabe: 24.80$ |
 |
Editorial
Editorial: Zum Abschied von Professor Brunello Wüthrich
P. Schmid-Grendelmeier
Abstract
P. Schmid-Grendelmeier
Originalarbeiten
Malassezia sympodialis als krankheitsspezifisches Allergen bei der atopischen Dermatitis
B. Fischer, M. Tengvall-Linder, S. Flückiger, C. Johansson, K. Blaser, A. Scheynius, B. Wüthrich, R. Crameri und P. Schmid-Grendelmeier
Abstract
B. Fischer1, M. Tengvall-Linder2, S. Flückiger3, C. Johansson2, K. Blaser3, A. Scheynius2, B. Wüthrich1, R. Crameri3 und P. Schmid-Grendelmeier1
1Allergiestation, Dermatologische Klinik, Universitätsspital Zürich, 2Innere Medizin, Karolinska Institut, Stockholm, 3Schweizerisches Institut für Allergie- und Asthmaforschung (SIAF), Davos
Der Hefepilz Malassezia gehört zur normalen Hautflora und kann auch eine IgE-vermittelte Sensibilisierung bei Patienten mit atopischer Dermatitis (AD) auslösen. Wir untersuchten in der folgenden Studie die Prävalenz einer Sensibilisierung auf M. sympodialis (serologisch und im Hauttest) bei verschiedenen allergischen Erkrankungen. Um die auslösende allergene Struktur zu identifizieren, führten wir zusätzlich Untersuchungen mit verschiedenen rekombinanten Allergenen von M. sympodialis durch. Insgesamt wurden 613 Patienten mit allergischer Rhinokonjunktivitis (378), allergischem Asthma (83), AD (55), Urtikaria (31), Nahrungsmittelallergien (24), Insektengiftallergien (42) und 38 gesunde Kontrollpersonen in die Studie eingeschlossen. Als natürliches Allergen diente ein Extrakt, welcher aus dem M. sympodialis Stamm ATCC 42132 hergestellt wurde. Rekombinante M. sympodialis Allergene (rMal s1, tMal s5, rMal s6, rMal s7, rMal s8 und rMal s9) wurden kloniert und im E. coli M15-System angereichert. Spezifisches Serum-IgE wurde mit dem ImmunoCAP (“m70" Pharmacia Diagnostik, Uppsala, Schweden) bestimmt; für die rekombinanten Allergene wurde ein ELISA-Test entwickelt. In 34 von 55 Patienten mit AD wurde spezifisches IgE gegen M. sympodialis gefunden. Am häufigsten zeigte sich im ELISA-Test eine Sensibilisierung auf rMal s5, rMal s6 und rMal s9. In den anderen Patientengruppen und bei den gesunden Kontrollpersonen konnte keine Reaktivität gegenüber rMal-s-Allergenen gefunden werden. Zusammenfassend kommt eine Sensibilisierung auf M. sympodialis praktisch nur bei Patienten mit AD vor. Rekombinante Allergene sind ein sehr gutes Untersuchungsinstrument, um die immunologische Relevanz von Pilzallergenen bei AD zu untersuchen. Der Gebrauch von Antimykotika kann somit in einer gewissen Patientengruppe mit AD von Nutzen sein.Correspondence to:
Dr. med. P. Schmid-Grendelmeier
Allergiestation
Dermatologische Klinik
Universitätsspital
Gloriastraße 31
CH-8091 Zürich
Originalarbeiten
Selbstbehandlung mit Notfallmedikamenten bei schweren allergischen Reaktionen
G. Crifo und A. Bircher
Abstract
G. Crifo und A. Bircher
Allergologische Poliklinik, Dermatologische Universitätsklinik, Kantonsspital Basel
Die prompte Selbstverabreichung von Notfallmedikamenten bei schweren allergischen Reaktionen kann lebensrettend sein. Es wurde retrospektiv untersucht, wie gut Patienten betreffend ihrer Notfallmedikamente instruiert sind. Patienten und Methode: 219 Patienten, die mit Notfallmedikamenten ausgerüstet worden waren (2 × 10 mg Cetirizin und 2 × 50 mg Prednison, Adrenalin (Asthmahaler, teils zusätzlich EpiPen)), wurde ein Fragebogen zugesandt. Ergebnisse: Von 128 antwortenden Patienten gaben 99,2% an, Tabletten erhalten zu haben, 87,5% wußten noch, daß ihnen ein Asthmahaler abgegeben worden war und 50 (39,1%) hatten zusätzlich einen EpiPen erhalten. 100 Patienten waren immer noch in Besitz eines Tablettensets, bei 23,5% war das Haltbarkeitsdatum abgelaufen, 91 Patienten nahmen die Tabletten überall hin mit. Einen Asthmahaler besaßen noch 79 Patienten, davon waren 49,3% verfallen, 92,5% wußten noch, wie er anzuwenden ist, 43,2% trugen das Dosieraerosol immer bei sich. 41 Patienten waren noch in Besitz eines EpiPen, davon waren 27,5% abgelaufen, 93,9% wußten noch, wie er zu bedienen ist, 36,6% nahmen ihn immer mit. Von 60 reexponierten Patienten haben 48 ihre Tabletten eingenommen, 18 haben Adrenalin inhaliert und 2 haben sich Adrenalin gespritzt. Schlußfolgerung: Die Mehrzahl der Patienten war gut instruiert. Die Compliance, Notfalltabletten mitzutragen, ist deutlich höher als bei adrenalinhaltigen Produkten. Die Inhalation von Adrenalin wird der Injektion vorgezogen. Eine wiederholte Instruktion und regelmäßiger Ersatz von Notfallmedikamenten sind notwendig, um diese wichtige Selbstbehandlung zu gewährleisten.Correspondence to:
Prof. Dr. med. A. Bircher
Allergologische Poliklinik
Dermatologische Universitätsklinik
Kantonsspital
CH-4031 Basel
Übersicht
Spezifische Immuntherapie heute – subkutan oder sublingual?
P.A. Eng
Abstract
P.A. Eng
Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, Kinderklinik Aarau und Kinderspital Luzern
Die spezifische subkutane Immuntherapie ist als Standard der Hyposensibilisierung weitverbreitet. Allerdings hat sie auch Nachteile. Sie erfordert viele Arztvisiten, beinhaltet ein Risiko für Nebenwirkungen, und die Subkutaninjektionen werden manchmal als unangenehm empfunden. Auf der Suche nach leichter durchführbaren, effizienten und sicheren Formen der Immuntherapie (IT) fokussierte sich das Interesse auf die topische Verabreichung teilweise sehr hoher Allergenmengen. Neue doppelblind plazebokontrollierte (DBPC) Studien über die sublinguale IT zeigen einen klinischen Benefit und immunologischen Effekt bei respiratorischen Allergien. Die Resultate erreichen aber nicht das Ausmaß der subkutanen IT hinsichtlich Reduktion der Symptom-Scores sowie des Medikamentenverbrauchs. Die subkutane IT kann im weiteren den Langzeitverlauf allergischer Krankheiten günstig beeinflussen. Sie vermag das Auftreten neuer Sensibilisierungen und den Etagenwechsel von der allergischen Rhinokonjunktivitis zum Asthma zu reduzieren. Dies ist für die sublinguale IT bisher nicht nachgewiesen. Langzeitstudien nach Abschluß der sublingualen IT fehlen ebenso wie vergleichende Studien zwischen der subkutanen und sublingualen IT an größeren Patientenkollektiven. Schließlich bleiben zu viele Fragen offen, vor allem betreffend optimaler Allergendosis in der Erhaltungsphase, immunologischem Wirkungsmechanismus und Auswahl der geeigneten Patienten für die sublinguale IT. Deshalb kann diese Form der IT zur Zeit nicht für den Routinegebrauch in der Praxis empfohlen werden.Correspondence to:
Dr. med. P.A. Eng
Pädiatrische Pneumologie
und Allergologie
Kinderklinik Aarau
CH-5001 Aarau
Serie: Primäre Immundefekte
Neutropenie
T. Böhler, H.J. Girschick und G. Horneff
Abstract
T. Böhler, H.J. Girschick und G. Horneff