Jahrgang 26, No. 4/2003(April 2003)
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Allergologie
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Editorial
Editorial: Leitlinie zur allergischen Rhinokonjunktivitis
Claus Bachert, Gent
Abstract
Claus Bachert, Gent
Die allergische Rhinokonjunktivitis (AR) gehört zu den häufigsten allergischen Erkrankungen überhaupt und beeinträchtigt das Leben der Patienten durch die lästigen Symptome, aber auch durch Begleit- und Folgeerkrankungen sowie eine Reduzierung der Lebensqualität und Leistungsfähigkeit. Die durch die AR und ihre Komorbiditäten hervorgerufenen sozioökonomischen Folgen sind erheblich. Diese Zusammenhänge waren ein Grund für die Initiative “Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma (ARIA)”, die in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelt und veröffentlicht wurde [Bousquet J., P. van Cauwenberge, N. Khaltaev et al.: Management of allergic rhinitis and its impact on asthma (ARIA). J. Allergy Clin. Immunol. 108, S. 147-334 (2001)]. Unser Ziel muß es sein, dem Patienten ein möglichst normales, uneingeschränktes Leben zu ermöglichen, die Fortentwicklung der Erkrankung zu verhindern und dabei mit den beschränkten Ressourcen des Gesundheitswesens auszukommen.
Neue Erkenntnisse zur Pathophysiologie der Rhinitis zeigen, daß diese als Teil einer systemischen Erkrankung zu betrachten ist. Dies macht eine Revision der Klassifizierung und Diagnostik der allergischen Atemwegsentzündung und der durch neue Entwicklungen verbesserten therapeutischen Möglichkeiten erforderlich. Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe der DGAI, bestehend aus Vertretern der HNO-Heilkunde, Dermatologie, Pneumologie, Pharmakologie und Pädiatrie, hat daher den Auftrag erhalten, neue Leitlinien zur AR nach dem heutigen Kenntnisstand zu erstellen, die in dieser Ausgabe der Fachzeitschrift Allergologie abgedruckt sind. Diese auf Evidenz basierenden Leitlinien richten sich weitgehend nach internationalen Vorgaben, die an die speziellen Verhältnisse in Deutschland angepaßt wurden. Von besonderem Interesse ist dabei die neue Klassifikation der AR, die sich an die Nomenklatur des Asthma anlehnt und schrittweise die bisher gebräuchlichen Begriffe ersetzen wird.
Um den Zugang zu diesen Leitlinien zu erleichtern, sind die heutigen therapeutischen Möglichkeiten und ihre Indikationen in Abbildung 1 übersichtlich dargestellt. Tabelle 1 gibt die Indikationen der einzelnen Arzneimittelgruppen wieder. Diese Vorgaben sollen eine hinsichtlich Effektivität und Nebenwirkungsspektrum optimierte Therapie ermöglichen, die so auch den Einsatz der finanziellen Mittel optimiert, und sowohl für den Patienten als auch den Arzt eine medizinisch und rechtlich sichere Basis zur Entscheidungsfindung bieten. Wir wünschen diesen Leitlinien eine möglichst breite Akzeptanz.
Claus Bachert, Gent
Originalarbeit
Natürlicher Verlauf von eosinophilem kationischem Protein im Nasensekret von Patienten mit saisonaler allergischer Rhinitis
B. Kremer, R. Mösges und L. Klimek
Abstract
B. Kremer1, R. Mösges2 und L. Klimek3
1Abteilung Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Universitätsklinik Maastricht, 2Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie, Lehrgebiet Medizinische Informatik, Universität zu Köln, 3Institut für Rhinologie un
Eosinophile Granulozyten setzen bei ihrer Aktivierung während der späten Phase der allergischen Reaktion unter anderem eosinophiles kationisches Protein (ECP) frei. ECP ist fast ausschließlich in eosinophilen Granulozyten enthalten und es konnte gezeigt werden, daß seine Konzentration im Nasensekret mit der Schwere der eosinophilen Schleimhautentzündung korreliert. Messungen der ECP-Konzentration im Nasensekret zum Zwecke der Therapiekontrolle sind aber schwierig zu interpretieren, da über den Verlauf der ECP-Konzentration im Nasensekret unter natürlicher Pollenexposition wenig bekannt ist. Diese Wissenslücke sollte mit der vorgestellten Studie geschlossen werden. Zu diesem Zweck wurden 179 unbehandelte Patienten mit einer Pollenallergie vor, während und nach (111 Patienten) der Pollensaison untersucht. Die ECP-Konzentration im Nasensekret stieg während der Saison kontinuierlich an und erreichte nach 2 Wochen signifikant erhöhte Werte. Auch im weiteren Verlauf der Saison nahm die ECP-Konzentration kontinuierlich und signifikant zu. Im Gegensatz hierzu stiegen die Symptomscores innerhalb von drei Tagen signifikant, ohne jedoch im weiteren Verlauf noch mehr zuzunehmen. Die Ergebnisse unserer Studie weisen darauf hin, daß Messungen der ECP-Konzentration im Nasensekret im Gegensatz zu Symptomscores die späte Phase der allergischen Reaktion erfassen. Sie ergänzen Untersuchungen, aufgrund derer das ECP im Nasensekret für die Verlaufs- und Therapiekontrolle bei saisonaler allergischer Rhinitis empfohlen wird, durch Daten zum natürlichen Verlauf des ECP.Correspondence to:
Dr. med. B. Kremer
Abteilung Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde,
Kopf- und Halschirurgie
Universitätsklinik Maastricht
P. Debyelaan 25
Postbus 5800
NL-6202 AZ Maastricht
Leitlinie
Leitlinie der DGAI zur allergischen Rhinokonjunktivitis
C. Bachert, U. Borchard, B. Wedi, L. Klimek, G. Rasp, H. Riechelmann, G. Schultze-Werninghaus, U. Wahn und J. Ring
Abstract
C. Bachert, U. Borchard, B. Wedi, L. Klimek, G. Rasp, H. Riechelmann, G. Schultze-Werninghaus, U. Wahn und J. Ring
Correspondence to:
Prof. Dr. med. C. Bachert
HNO-Universitätsklinik Gent
De Pintelaan 185
B-9000 Gent
Übersicht
Dendritische Zellen
K. Schäkel, und E.P. Rieber
Abstract
K. Schäkel1,2 und E.P. Rieber1
1Institut für Immunologie und 2Poliklinik und Klinik für Dermatologie,
Dendritische Zellen (DC) nehmen eine zentrale Stellung in der Regulation des Immunsystems ein. Charakteristisch ist ihre Fähigkeit, naive T-Zellen zu stimulieren und eine primäre T-Zellantwort auszulösen. Unreife DC sind an den epithelialen Grenzflächen unseres Körpers positioniert und werden als “Wächterzellen” des Immunsystems angesehen. Lokale Faktoren (Pathogene, Hormone, Zytokine etc.) führen zur Ausreifung von DC mit unterschiedlichen funktionellen Eigenschaften. So sind DC verantwortlich für die Programmierung von Th1- oder Th2-Zellen, aber auch für die Auslösung einer Toleranz, vermittelt durch regulatorische T-Zellen (Tr). Ziel einer Immunantwort ist die spezifische Abwehr von Pathogenen bei gleichzeitiger Toleranz gegenüber körpereigenen Strukturen und harmlosen Stoffen der Umwelt. Die aberrante Programmierung von IL-4, IL-5 und IL-13-produzierenden allergenspezifischen T-Zellen (Th2) wird als Ursache für die Entwicklung von Allergien angesehen. Mit dem Thymus-Stroma-Lymphopoetin (TSLP) und dem Histamin konnten kürzlich 2 wichtige Faktoren der allergischen Entzündung definiert werden, die zur Programmierung von Th2-Zellen durch DC führen. Untersuchungen zur immunregulatorischen Funktion von DC verbessern unser Verständnis der Pathogenese von Allergien und sind gleichzeitig Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer immuntherapeutischer Strategien zur Behandlung und Prävention dieser Erkrankungen.Correspondence to:
Dr. med. K. Schäkel
Institut für Immunologie
Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus
Technische Universität Dresden
Fiedlerstraße 42
D-01307 Dresden
Serie: Basiswissen Immunologie
Dendritische Zellen
K. Schäkel, und E.P. Rieber
Abstract
K. Schäkel1,2 und E.P. Rieber1
1Institut für Immunologie und 2Poliklinik und Klinik für Dermatologie, Medizinische Fakultät Carl-Gustav-Carus, Technische Universität Dresden
Dendritische Zellen (DC) nehmen eine zentrale Stellung in der Regulation des Immunsystems ein. Charakteristisch ist ihre Fähigkeit, naive T-Zellen zu stimulieren und eine primäre T-Zellantwort auszulösen. Unreife DC sind an den epithelialen Grenzflächen unseres Körpers positioniert und werden als “Wächterzellen” des Immunsystems angesehen. Lokale Faktoren (Pathogene, Hormone, Zytokine etc.) führen zur Ausreifung von DC mit unterschiedlichen funktionellen Eigenschaften. So sind DC verantwortlich für die Programmierung von Th1- oder Th2-Zellen, aber auch für die Auslösung einer Toleranz, vermittelt durch regulatorische T-Zellen (Tr). Ziel einer Immunantwort ist die spezifische Abwehr von Pathogenen bei gleichzeitiger Toleranz gegenüber körpereigenen Strukturen und harmlosen Stoffen der Umwelt. Die aberrante Programmierung von IL-4, IL-5 und IL-13-produzierenden allergenspezifischen T-Zellen (Th2) wird als Ursache für die Entwicklung von Allergien angesehen. Mit dem Thymus-Stroma-Lymphopoetin (TSLP) und dem Histamin konnten kürzlich 2 wichtige Faktoren der allergischen Entzündung definiert werden, die zur Programmierung von Th2-Zellen durch DC führen. Untersuchungen zur immunregulatorischen Funktion von DC verbessern unser Verständnis der Pathogenese von Allergien und sind gleichzeitig Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer immuntherapeutischer Strategien zur Behandlung und Prävention dieser Erkrankungen.Correspondence to:
Dr. med. K. Schäkel
Institut für Immunologie
Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus
Technische Universität Dresden
Fiedlerstraße 42
D-01307 Dresden
Standpunkt
Thesen zur ärztlichen Aufklärung
G.H. Schlund
Abstract
G.H. Schlund
Correspondence to:
Prof. Dr. jur. G.H. Schlund
Vorsitzender Richter am OLG a.D.
Josef-Schlicht-Straße 6a
D-81245 München