Jahrgang 25, No. 8/2002(August 2002)
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Allergologie
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Originalarbeit
Eotaxin-3-Genexpression in respiratorischer Schleimhaut
R. Pods, C. Karsten, J.E. Meyer und St. Maune
Abstract
R. Pods, C. Karsten, J.E. Meyer und St. Maune
Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Universitätsklinikum Kiel
In zahlreichen Untersuchungen wurden Chemokine bei einer Gewebeeosinophilie allergischer Erkrankungen und chronisch polypöser Sinusitis nachgewiesen. Nur zum Teil geklärt sind hierbei die Ursachen des selektiven Einstroms eosinophiler Leukozyten. Als mögliche Lockstoffe werden die lokal nachgewiesenen CC-Chemokine RANTES, MCP-4 und Eotaxin in Betracht gezogen. Ziel dieser Arbeit war der Nachweis der Expression des kürzlich entdeckten Eotaxin-3 in respiratorischer Schleimhaut. Fibroblasten humaner Nasenschleimhaut und Epithelzellen der humanen bronchialen Tumorzellinie A549 wurden mit variablen Konzentrationen proinflammatorischer Zytokine, Tumornekrosefaktor-a (TNF-a) und Interleukin-4 (IL-4) über verschiedene Zeiträume kultiviert. Die Gesamt-RNA wurde extrahiert, revers transkribiert, mit Eotaxin-3-spezifischen Primern in einer semiquantitativen Reversen-Transkriptase-PCR (SQRT-PCR) amplifiziert und nach gelelektrophoretischer Auftrennung densitometrisch bestimmt. Die Zytokine bewirkten eine dosis- und zeitabhängige Erhöhung der Eotaxin-3-Expression. Dabei war IL-4 der stärkste Stimulus. Fibroblasten und Epithelzellen sind eine potente lokale Quelle für Eotaxin-3, wodurch eine Gewebeeosinophilie und damit verbundene Erkrankungen auf Grund autologer Prozesse ausgelöst und unterhalten werden können.Correspondence to:
PD Dr. med. St. Maune
Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde
Kopf- und Halschirurgie
Universitätsklinikum Kiel
Arnold-Heller-Straße 14
D-24105 Kiel
Originalarbeit
Zur Reproduzierbarkeit der Epikutantestung – die Bewertung der Konkordanz bei synchroner Applikation
W. Uter, A. Pfahlberg und J. Brasch
Abstract
W. Uter1,2, A. Pfahlberg2 und J. Brasch3
1Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK), Universitäts-Hautklinik, Göttingen, 2Institut für Medizininformatik, Biometrie und Epidemiologie, Friedrich- Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, 3Universitäts-Hautklinik, Kiel
Die Reproduzierbarkeit der Epikutantestung zur Diagnostik von Sensibilisierungen vom Spättyp ist ein wichtiges, durch inzwischen zahlreiche Studien untersuchtes Qualitätskriterium. Die vorliegende Re-Analyse von Primärdaten einer Studie der Deutschen Kontaktallergie-Gruppe (DKG) zur Reproduzierbarkeit bei synchroner Doppelapplikation von 10 Allergenen der Standardreihe quantifiziert die Reproduzierbarkeit mittels des k-Koeffizienten nach Cohen. Dabei zeigt sich eine unterschiedliche Konkordanz der dichotomisierten Reaktionen (“positiv” versus “nicht positiv” bei Ablesung nach 72 h), die bei Nickelsulfat, p-Phenylendiamin, Kobaltchlorid und Perubalsam mindestens 0,80 beträgt, bei den in Wasser gelösten Allergenen (Chlor-) Methylisothiazolinon und Formaldehyd jedoch schlechter ist (< 0,70). Eine längere Applikationsdauer (48 h versus 24 h) führt überwiegend zu einer Verbesserung der Konkordanz, was jedoch nur bei Kaliumdichromat ein signifikanter (p < 0,05) Effekt ist. Zur besseren Beurteilung der Konkordanz zwischen chemisch verwandten Allergenen im Sinne der “Kreuzreaktivität” wird ein Quotient aus dem betreffenden k-Koeffizienten der verwandten Allergene und dem k-Koeffizienten des dabei verwendeten Leitallergens (bei synchroner Doppelapplikation) vorgeschlagen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. W. Uter
Institut für Medizininformatik
Biometrie und Epidemiologie
Friedrich-Alexander-Universität
Waldstraße 6
D-91054 Erlangen
Übersicht
Dimetindenmaleat – Zum Stellenwert des neuen Nasensprays in der medikamentösen Therapie der allergischen Rhinitis
R. Mösges, M. Unkauf und C. Beckers
Abstract
R. Mösges1, M. Unkauf2 und C. Beckers3
1Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie, Universität zu Köln, 2Novartis Consumer Health GmbH, München, 3Dr. Beckers & Partner, München
Allergische Erkrankungen stellen ein zunehmendes Problem, nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für das Gesundheitssystem dar. Neben einer rechtzeitigen Diagnosestellung ist es entscheidend, eine an die Ausprägung der allergischen Reaktion individuell angepaßte Therapie frühzeitig einzuleiten, wenn man Folgekomplikationen vermeiden will. Kürzlich sind Europäische Leitlinien für die medikamentöse Therapie der allergischen Rhinitis erschienen. Auch wurde eine internationale Konsensuskonferenz, die sich speziell mit der Behandlung im Kindesalter beschäftigte, abgehalten. Damit ist eine neue gemeinsame internationale Basis für die angemessene Behandlung geschaffen worden. Innerhalb der Stufentherapie der allergischen Rhinitis kommt den topisch anwendbaren nasalen Antihistaminika, wie Dimetindenmaleat, eine wachsende Bedeutung zu. In der vorliegenden Arbeit werden die pharmakologischen und klinischen Daten zu Dimetindenmaleat Nasenspray (Fenistil), einem konservierungsmittelfreien Dosierspray mit 0,1% Dimetindenmaleat dargestellt. Es liegen Daten aus präklinischen Untersuchungen und insgesamt 4 prospektiven klinischen Studien vor. Die klinischen Untersuchungen wurden zur Reduktion der interindividuellen Variabilität überwiegend im cross-over Design durchgeführt. Zusammenfassend zeigt sich im Vergleich zu Plazebo eine signifikante und klinisch relevante Überlegenheit. Für die Anwendung im Kindesalter liegt eine umfangreiche klinische Multizenterstudie vor, in der gezeigt werden konnte, daß die Wirksamkeit von Dimetinden Nasenspray äquivalent zu Levocabastin Nasenspray ist. In den Untersuchungen zeigte sich eine gute Verträglichkeit. Durch die Anwendung niedriger Wirkstoffkonzentrationen läßt sich eine systemische Belastung des Körpers mit dem Wirkstoff derart reduziert, daß keine systemischen Nebenwirkungen, wie z.B. Sedierung auftreten. Mit Dimetindenmaleat Nasenspray steht dem behandelnden Arzt und dem Patienten ein individuell dosierbares Antiallergikum mit einer hohen therapeutischen Breite zur Verfügung.Correspondence to:
Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. R. Mösges
Institut für Medizinische Statistik,
Informatik und Epidemiologie
Universität zu Köln
Joseph-Stelzmann-Straße 9
D-50924 Köln
Serie: Im Brennpunkt
Münzen und Nickel – ein Problem?
W. Aberer und R. Schöllnast
Abstract
W. Aberer und R. Schöllnast
Universitäts-Hautklinik, Graz
Mit der Umstellung des Währungssystems in der Europäischen Union hätte die Chance bestanden, Nickel als das weltweit wichtigste Kontaktallergen aus dem Gebrauchsgegenstand Münze zu eliminieren. Eine Forderung, die schon lange bestanden und, der Nickel Directive folgend, nun umgesetzt hätte werden können. Eine Forderung auch, die weniger für den Konsumenten als vielmehr für den ganztägigen beruflichen Umgang mit Geld wichtig gewesen wäre, um Krankenstände und die Zahl der erforderlichen Berufswechsel zu reduzieren; denn daß dieser Kontakt bei sensibilisierten Personen problematisch ist, ist allgemein bekannt. Die Verwendung von “nordischem Gold” hätte sich angeboten, aber die Politik hat anders entschieden: wirtschaftliche Interessen wurden über diejenigen des Konsumentenschutzes gestellt. Wobei ausschlaggebend für die Entscheidung wohl weniger böser Wille, als vielmehr falsche Interpretation wissenschaftlicher Daten gewesen sein dürfte: Von der dänischen Expertengruppe wurde die Induktion einer Nickelsensibilisierung durch Münzkontakt in Abrede gestellt – die Auslösung eines Ekzems beim Sensibilisierten ist aber häufig und allgemein bekannt.Correspondence to:
Univ.-Prof. Dr. med. W. Aberer
Universitäts-Hautklinik Graz
Auenbruggerplatz 8
A-8036 Graz
Abstracts
Fortschritte der Allergologie, Immunologie und Dermatologie / 18. Fortbildungskongreß mit Dreiländertreffen "Allergologie" der Deutschen, Schweizerischen und Österreichischen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immun