Jahrgang 28, No. 2/2010(März/April)
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Verdauungskrankheiten
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Darmkrebsfrüherkennung mittels Koloskopie
Editorial
Darmkrebsfrüherkennung mittels Koloskopie
Beratung zu Vorsorgeuntersuchungen: Wie können Vorbehalte reduziert und die Akzeptanz der Darmkrebsfrüherkennung gesteigert werden?
O. Leiß, N. Börner, A. Lutz-Vorderbrügge, T. Clement, W. Gödderz und H. Bertram
Abstract
Verdauungskrankheiten, Jahrgang 28, Nr. 2/2010, S. 43-52
Beratung zu Vorsorgeuntersuchungen: Wie können Vorbehalte reduziert und die Akzeptanz der Darmkrebsfrüherkennung gesteigert werden?
O. Leiß, N. Börner, A. Lutz-Vorderbrügge, T. Clement, W. Gödderz und H. Bertram
Gastroenterologische Gemeinschaftspraxis, Mainz
Bei der Beratung zu Vorsorgeuntersuchungen ist eine partizipative Entscheidungsfindung (shared decision making) empfehlenswert. Dabei sollte der Arzt Determinanten des Gesundheitsverhaltens von Menschen und das “Health Belief Model” berücksichtigen. Es werden Anforderungen an einen idealen Screening-Test beschrieben und Faktoren erörtert, die Vorbehalte gegen eine Darmkrebsfrüherkennung mittels Koloskopie darstellen. Möglichkeiten, wie Vorbehalte seitens des Patienten und seitens des Arztes reduziert werden können, werden ausführlich erörtert. Beratungsqualität, fachliche Kompetenz und professionelle Praxisorganisation werden als wichtige Faktoren zur Steigerung der Akzeptanz herausgestellt.Correspondence to:
Prof. Dr. med. O. Leiß
Gastroenterologische Gemeinschaftspraxis
Bahnhofplatz 2
D–55116 Mainz
Email: OLeiss@aol.com
Darmkrebsfrüherkennung mittels Koloskopie
Darmkrebs-Früherkennung mittels Tests auf Blut im Stuhl (FOBT) – aktuelle Forschungsergebnisse
S. Hundt, U. Haug und H. Brenner
Abstract
Verdauungskrankheiten, Jahrgang 28, Nr. 2/2010, S. 53-57
Darmkrebs-Früherkennung mittels Tests auf Blut im Stuhl (FOBT) – aktuelle Forschungsergebnisse
S. Hundt, U. Haug und H. Brenner
Abteilung für Klinische Epidemiologie und Alternsforschung, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg
Seit 1977 wird in Deutschland der Guaiak-basierte Test auf Blut im Stuhl (HemOccult) zur Darmkrebsfrüherkennung eingesetzt. Da dieser Test einige Schwächen, insbesondere die geringe Sensitivität für Krebsvorstufen besitzt, werden neue Testverfahren zum Nachweis von Blut im Stuhl erforscht und entwickelt. Um die Wertigkeit dieser neuen Verfahren zu beurteilen, wurden diese im Rahmen der BliTz-Studie im Vergleich zum HemOccult und zur Früherkennungskoloskopie untersucht. Zwischenzeitlich liegen erste Ergebnisse zu verschiedenen immunologischen Schnelltests und automatisierten Labortests vor. Insgesamt konnte gezeigt werden, dass das diagnostische Potenzial immunologischer Tests auf Blut im Stuhl zur Erkennung von Darmkrebsvorstufen im Vergleich zum HemOccult deutlich höher ist, allerdings wurde innerhalb dieser Testgruppe eine große Variation hinsichtlich der Sensitivität und Spezifität beobachtet. Ein Teil der Tests wies eine hohe Sensitivität, dafür jedoch eine für ein bevölkerungsweites Screening zu niedrige Spezifität auf, bei anderen Tests verhielt es sich umgekehrt. Die Etablierung einer für ein bevölkerungsbezogenes Screening geeigneten Empfindlichkeitsschwelle ist daher vordringlich.Correspondence to:
Dr. sc. hum. S. Hundt
Abteilung Klinische Epidemiologie und Alternsforschung
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Bergheimer Straße 20
D–69115 Heidelberg
Email: s.hundt@dkfz.de
Darmkrebsfrüherkennung mittels Koloskopie
Die Vorsorgekoloskopie in Deutschland – Stand 2010
B. Bokemeyer und D. Hüppe
Abstract
Verdauungskrankheiten, Jahrgang 28, Nr. 2/2010, S. 58-62
Die Vorsorgekoloskopie in Deutschland – Stand 2010
B. Bokemeyer1 und D. Hüppe2
1Gastroenterologische Gemeinschaftspraxis Minden, 2Gastroenterologische Gemeinschaftspraxis Herne
Im Oktober 2002 wurde in Deutschland die Vorsorgekoloskopie als Präventionsmaßnahme für das kolorektale Karzinom als allgemeine Kassenleistung für Patienten ab dem 56. Lebensjahr eingeführt. Bis heute wurden über 3,5 Millionen Vorsorgekoloskopien in Deutschland durchgeführt. Anhand der vorliegenden Daten und der Literatur werden die hierzu vorliegenden Ergebnisse dargestellt und eingeordnet. Die Daten versprechen für die Zukunft eine deutliche Reduktion des kolorektalen Karzinoms in Deutschland.Correspondence to:
Dr. med. B. Bokemeyer
Gastroenterologische Gemeinschaftspraxis
Uferstraße 3
D–32423 Minden
Email: bernd.bokemeyer@t-online.de
Darmkrebsfrüherkennung mittels Koloskopie
Bilanz der Qualitätssicherung ambulanter Koloskopien nach 245.000 Untersuchungen
U. Mansmann, A. Crispin, V. Henschel, C. Adrion, V. Augustin, B. Birkner und A. Munte
Abstract
Verdauungskrankheiten, Jahrgang 28, Nr. 2/2010, S. 63-68
Bilanz der Qualitätssicherung ambulanter Koloskopien nach 245.000 Untersuchungen
U. Mansmann, A. Crispin, V. Henschel, C. Adrion, V. Augustin, B. Birkner und A. Munte
Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie, Medizinische Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität, München
Einleitung: Screening-Koloskopien sind ein wirksames Mittel zur Früherkennung kolorektaler Karzinome. Eine umfassende Bewertung der Methode muss folgende Gesichtspunkte berücksichtigen: Epidemiologie kolorektaler Neoplasien in der Zielbevölkerung, Akzeptanz der Methode bei den Patienten, Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität sowie Gesundheitsökonomie. Methoden: Die Routinedaten aus der internetbasierten Koloskopie-Dokumentation der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns aus dem Jahr 2006 umfassen 86,05% der ambulanten Koloskopien bayerischer GKV-Patienten mit insgesamt 245.263 dokumentierten Untersuchungen. Ergebnisse: Die Nutzungsrate präventiver Koloskopien war mit 1,5% der Zielpopulation gering und unterliegt erheblichen geografischen Variationen. Die Entdeckungsrate histologisch gesicherter kolorektaler Läsionen bei beschwerdefreien Screening-Patienten betrug nahezu 26,0%. Bei 1,3% der Patienten handelt es sich um Karzinome. Diskussion: Das Komplikationsrisiko ambulanter Koloskopien liegt im Promillebereich, die Prozessqualität ist auf einem hohen Niveau. Der hohen Entdeckungsrate kolorektaler Adenome und Karzinome und dem hierdurch zu erwartenden bevölkerungsmedizinischen Nutzen steht die zu geringe Teilnahme entgegen.Correspondence to:
Prof. Dr. rer. nat. U. Mansmann
Institut für Medizinische Informationsverarbeitung,
Biometrie und Epidemiologie
Medizinische Fakultät der LMU München
Marchioninistraße 15
D–81377 München
Email: mansmann@ibe.med.uni-muenchen.de
Darmkrebsfrüherkennung mittels Koloskopie
Aufbereitung flexibler Koloskope: Probleme – Aufbau eines bundesweiten Qualitätssicherungssystems – Ergebnisse
E. Fröhlich, R. Muller und O. Leiß
Abstract
Verdauungskrankheiten, Jahrgang 28, Nr. 2/2010, S. 69-77
Aufbereitung flexibler Koloskope: Probleme – Aufbau eines bundesweiten Qualitätssicherungssystems – Ergebnisse
E. Fröhlich1, R. Muller2 und O. Leiß3
1Innere Klinik mit Gastroenterologie, Karl-Olga-Krankenhaus, Stuttgart, 2James Cook University, School of Public Health/Tropical Medicine, Townsville, Australia, 3Gastroenterologische Gemeinschaftspraxis, Mainz
Internationale Studien der 90er Jahre und die 2002 publizierte deutsche HYGEA-Studie ergaben bei mikrobiologischen Kontrollen der Endoskop-Aufbereitung in etwa der Hälfte der Fälle Mängel. Vor Einführung der Vorsorgekoloskopie in Deutschland (zum 01.10.2002) wurde von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und den Spitzenverbänden der gesetzlichen Krankenversicherungen eine Qualitätssicherungsvereinbarung getroffen, in der die Abrechenbarkeit von Koloskopien an fachliche Qualifikationen des Untersuchers, an eine Mindestfrequenz von pro Jahr erbrachter Koloskopien und an die hygienisch korrekte Aufbereitung der Koloskope gekoppelt wurde. Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, ob diese Qualitätssicherungsvereinbarung in Deutschland die Häufigkeit mikrobiologischer Beanstandungen bei der Koloskop-Aufbereitung im Verlauf der Jahre 2003 – 2007 senken konnte. Die Analyse der von den einzelnen Bundesländer-KVen an die KBV übermittelten Daten zu den 2-mal pro Jahr stattfindenden mikrobiologischen Überprüfungen der Koloskop-Aufbereitung, zur Anzahl der Nachprüfungen und erneuten Nachprüfungen je KV zeigt, dass der Prozentsatz tatsächlich durchgeführter Kontrollprüfungen (an laut Qualitätssicherungsvereinbarung geforderten Prüfungen) bereits im Jahr 2004 knapp 95% erreicht und danach über oder in der Nähe dieser Marke verbleibt. In den Jahren nach Einführung der Qualitätssicherungsvereinbarung zeigt sich ein signifikanter und stetig fallender Trend der mikrobiologischen Beanstandungsquote der Koloskop-Aufbereitung von nahe 17% in 2003 auf unter 4% in 2007. Die flächendeckende Implementierung eines Qualitätssicherungssystems zur Koloskop-Aufbereitung im niedergelassenen Bereich hat die Prozessqualität der Koloskop-Aufbereitung wesentlich verbessert.Correspondence to:
Prof. Dr. med. O. Leiß
Gastroenterologische Gemeinschaftspraxis
Bahnhofplatz 2
D–55116 Mainz
Email: OLeiss@aol.com
Darmkrebsfrüherkennung mittels Koloskopie
Vor- und Nachteile der virtuellen Endoskopie
S. Kandel und P. Rogalla
Abstract
Verdauungskrankheiten, Jahrgang 28, Nr. 2/2010, S. 78-83
Vor- und Nachteile der virtuellen Endoskopie
S. Kandel und P. Rogalla
Department of Medical Imaging, University of Toronto, University Health Network, Mount Sinai Hospital and Women’s College Hospital, Toronto General Hospital, Toronto, Ontario, Canada
Die virtuelle Endoskopie des Dickdarms hat das Experimentierstadium verlassen und wird klinisch als Ausweichverfahren zur optischen Koloskopie eingesetzt. Trotz einer soliden Datenlage basierend auf Multicenterstudien wird die Wertigkeit der virtuellen Koloskopie, insbesondere in Deutschland, kontrovers diskutiert. Der folgende Artikel soll einen kurzen Überblick über die klinische Leistungsfähigkeit der virtuellen Endoskopie geben, die Vor- und Nachteile beschreiben und zu einer kritischen Diskussion über den Stellenwert der virtuellen Endoskopie anregen.Correspondence to:
Dr. med. P. Rogalla
Department of Medical Imaging
Toronto General Hospital, NCSB 1C560
University of Toronto
585 University Avenue
Toronto, Ontario M5G 2N2 – Canada
Email: Patrik.Rogalla@uhn.on.ca
Kasuistik
Erfolgreiche Therapie mit intravenöser Eisencarboxymaltose bei einem Patienten mit Colitis ulcerosa-assoziierter Eisenmangelanämie
I. Schiefke
Abstract
Verdauungskrankheiten, Jahrgang 28, Nr. 2/2010, S. 84-88
Erfolgreiche Therapie mit intravenöser Eisencarboxymaltose bei einem Patienten mit Colitis ulcerosa-assoziierter Eisenmangelanämie
I. Schiefke1,2
1Gastroenterologie und Hepatologie am Johannisplatz und 2Klinikum St. Georg gGmbH, Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Leipzig
30% aller Patienten mit Colitis ulcerosa und Morbus Crohn weisen eine chronische Eisenmangelanämie auf und leiden in deren Folge häufig unter einer eingeschränkten körperlichen Leistungsfähigkeit, Konzentrationsschwäche und chronischer Müdigkeit. Die in der Vergangenheit meist eingesetzten oralen Eisenpräparate haben den Nachteil einer sehr geringen enteralen Resorption und sind mit gastrointestinalen Nebenwirkungen belastet. Bei den bisher zur Verfügung stehenden intravenösen Präparaten limitierten allergische (Eisendextrane) bzw. toxische Nebenwirkungen (Eisenglukonate, Eisensukrose) den Einsatz in der Therapie der Eisenmangelanämie. Wir berichten über einen Patienten mit Colitis ulcerosa-assoziierter langjähriger therapierefraktärer Eisenmangelanämie, bei dem die intravenöse Behandlung mit Eisencarboxymaltose (Ferinject®) zu einer raschen Normalisierung des Eisenstoffwechsels geführt hat.Correspondence to:
Prof. Dr. med. I. Schiefke
Gastroenterologie und Hepatologie am Johannisplatz
Dres. Kuchta, Wegner & Prof. Schiefke
Johannisplatz 1
04103 Leipzig
Klinikum St. Georg gGmbH
Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie
Delitzscher Straße 41
04129 Leipzig
Email: schiefke@gastropraxis-leipzig.de
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