Jahrgang 28, No. 3/2010(Mai/Juni)
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Verdauungskrankheiten
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Wegweisende Befunde bei ...
Editorial
M. Vieth
Wegweisende Befunde bei ...
Zytologische Befundsicherung durch immunologische Zelldifferenzierung im peritonealen Ergussmaterial
J. Schubert und M. Vieth
Abstract
Verdauungskrankheiten, Jahrgang 28, Nr. 3/2010, S. 94-99
Zytologische Befundsicherung durch immunologische Zelldifferenzierung im peritonealen Ergussmaterial
J. Schubert und M. Vieth
Institut für Pathologie, Klinikum Bayreuth
Die Geschichte der Zytologie seröser Höhlen reicht zurück bis Ende des 19. Jahrhunderts. Bereits zu dieser Zeit war klar, dass die Abgrenzung von Mesothelien und Tumorzellen problematisch ist. Dies gilt auch heute noch. Die zytologische Diagnostik seröser Höhlen zählt zu den kompliziertesten Arbeitsbereichen in der Zytologie. Heute hat man allerdings weitere Methoden der Untersuchung wie die Immunzytologie. Für eine effiziente Diagnostik ist die richtige Materialgewinnung ganz entscheidend.Correspondence to:
Dr. rer. nat. J. Schubert, PMIAC
Institut für Pathologie
Klinikum Bayreuth GmbH
Preuschwitzerstraße 101
D–95445 Bayreuth
Email: pathologie@klinikum-bayreuth.de
Wegweisende Befunde bei ...
Wegweisende Befunde bei eosinophiler Ösophagitis
S. Müller
Abstract
Verdauungskrankheiten, Jahrgang 28, Nr. 3/2010, S. 100-104
Wegweisende Befunde bei eosinophiler Ösophagitis
S. Müller
Pathologisches Institut, Ludwig-Maximilians-Universität, München
Die eosinophile Ösophagitis wird auch bei Erwachsenen zunehmend häufiger diagnostiziert. Die Diagnose eosinophile Ösophagitis sollte bei folgender Befundkonstellation in Betracht gezogen werden: persistierende Dysphagiesymptomatik vor allem bei jungen Patienten und bei Patienten mit Atopie; Bolus-Impaktion in der Anamnese; therapierefraktäre gastroösophageale Refluxkrankheit. Ausgeschlossen sein sollten Parasitosen, Malignome, eine Medikamentenüberempfindlichkeit oder eine medikamentös induzierte Schleimhautschädigung, Kollagenosen und eine Mitbeteiligung des Ösophagus bei Morbus Crohn. Seit 2007 gibt es Konsensusempfehlungen zur Diagnose und Therapie der eosinophilen Ösophagitis bei Kindern und Erwachsenen. Danach basiert die Diagnose auf dem histopathologischen Nachweis von ³ 15 Eosinophilen pro hoch auflösendes Gesichtsfeld in Arealen mit der höchsten Eosinophilendichte im Plattenepithel der Ösophagusschleimhaut bei einem Normalbefund im Magen und Duodenum. Darüber hinaus muss die Biopsie 6 – 8 Wochen nach einer hoch dosierten Protonenpumpeninhibitoren-Therapie erfolgen oder eine normale pH-Metrie vorliegen, um eine eosinophile Ösophagitis korrekt diagnostizieren zu können. Mindestens 5 Biopsien sollten entnommen werden, und zwar sowohl aus dem distalen als auch aus dem proximalen Ösophagus, weil die eosinophile Ösophagitis häufig ein fleckförmiges Verteilungsmuster zeigt. In etwa 25% der Fälle kann eine eosinophile Ösophagitis mit einem Normalbefund einhergehen. Deshalb ist bei Verdacht auf eine eosinophile Ösophagitis bei entsprechender klinischer Befundkonstellation auch eine Biopsie-Entnahme bei endoskopisch normaler Ösophagusschleimhaut zu empfehlen.Correspondence to:
PD Dr. med. Susanna Müller
Pathologisches Institut
Ludwig-Maximilians-Universität
Thalkirchner Straße 36
D–80337 München
Email: susanna.mueller@med.uni-muenchen.de
Wegweisende Befunde bei ...
Barrett-Ösophagus im Alltag – ein praxisbezogener Zugang zur histopathologischen Diagnostik
S. Zonnur und M. Vieth
Abstract
Verdauungskrankheiten, Jahrgang 28, Nr. 3/2010, S. 105-116
Barrett-Ösophagus im Alltag – ein praxisbezogener Zugang zur histopathologischen Diagnostik
S. Zonnur und M. Vieth
Institut für Pathologie, Klinikum Bayreuth
Der Barrett-Ösophagus ist nicht einfach und klar zu definieren. Er gehört zu den präkanzerösen Konditionen. Darüber zumindest sind sich die meisten Forscher und Kliniker einig. Weltweit gibt es unterschiedliche Definitionen, die Becherzellen einschließen oder auch nicht. Es gibt Beweise dafür, dass die Entstehung des Barrett-Ösophagus in vielen Schritten verläuft und Becherzellen sekundär auftreten. Kürzlich wurden Daten veröffentlicht, dass in Arealen ohne Becherzellen sogar Karzinome entstehen können. Die histologische Diagnose einer Neoplasie wird häufig dadurch behindert, dass eine deutliche Interobserver-Variation besteht. Neue endoskopische Techniken erlauben eine lokale Resektion mit kurativer Zielsetzung. Allen Beteiligten muss klar sein, welche Informationen für die Planung der Therapie notwendig sind.Correspondence to:
PD Dr. med. M. Vieth
Institut für Pathologie
Klinikum Bayreuth
Preuschwitzerstraße 101
D–95455 Bayreuth
Email: vieth.lkpathol@uni-bayreuth.de
Wegweisende Befunde bei ...
Dünndarmbiopsien: aktuelle Diagnostik
A. von Herbay
Abstract
Verdauungskrankheiten, Jahrgang 28, Nr. 3/2010, S. 117-124
Dünndarmbiopsien: aktuelle Diagnostik
A. von Herbay
Gerhard-Domagk-Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Münster
Im Laufe von 50 Jahren hat sich die diagnostische Rolle von Dünndarmbiopsien allmählich gewandelt. Heute gilt es seltener, ein manifestes Malabsorptionssyndrom aufzuklären. Meistens sind es drei konkrete Fragestellungen, die sich bei oligosymptomatischen Patienten stellen: erstens nach einer Sprue, einschließlich der verschiedenen Läsionen einer glutensensitiven Enteropathie; zweitens nach einem Morbus Whipple, vor, während und nach Therapie; drittens nach einer Giardiasis (Lambliasis). Dieser Beitrag gibt aus der Sicht eines gastrointestinalen Histopathologen eine aktuelle Übersicht zu den praxisrelevanten Aspekten der bioptischen Diagnostik bei diesen drei Fragestellungen und verweist auf die jeweiligen Differentialdiagnosen der wegweisenden Einzelbefunde.Correspondence to:
Prof. Dr. med. A. von Herbay
Gerhard-Domagk-Institut für Pathologie
Universitätsklinikum Münster
Domagkstraße 17
D–48149 Münster
Email: Pathologe@vonHerbay.de
Wegweisende Befunde bei ...
Nicht polypoide (serratierte) Läsionen des Kolon
M. Vieth und R. Lambert
Abstract
Verdauungskrankheiten, Jahrgang 28, Nr. 3/2010, S. 125-133
Nicht polypoide (serratierte) Läsionen des Kolon
M. Vieth1 und R. Lambert2
1Institut für Pathologie, Klinikum Bayreuth, 2IARC, Lyon, Frankreich
Die pragmatische Klassifikation abhängig von dem endoskopischen Bild der oberflächlichen neoplastischen und nicht neoplastischen Läsionen des Kolorektums teilt die Läsionen nach dem Risiko der neoplastischen Progression in drei Grade ein (“low”, “intermediate”, “high”), um eine entsprechende Therapie und Nachsorge sicherzustellen. Die Koloskopie hat einen sehr großen Einfluss: Einerseits werden Karzinome verhindert (a) durch eine sinkende Inzidenz (50 – 70%) und Abtragung der Vorläuferläsionen und (b) durch eine Reduktion der Mortalität nach Detektion und Behandlung des Karzinoms zu einem frühen kurablen Stadium. Natürlich ist die Effizienz der Diagnostik noch nicht optimal: Verbesserung und Qualitätskontrolle der (a) endoskopischen Technik durch hochauflösende Videoendoskope; (b) Diagnostik der schlecht zu detektierenden, nicht polypoiden Läsionen, die vor allem im proximalen Kolon verbessert werden muss (insbesondere kleine, eingesunkene und große, leicht erhabene oder sessile serratierte und nicht serratierte Vorläuferläsionen des proximalen Kolons); (c) Behandlung und Training in interventionellen endoskopischen Techniken, insbesondere der Abtragung nicht polypoider Läsionen.Correspondence to:
PD Dr. med. M. Vieth
Institut für Pathologie
Klinikum Bayreuth
Preuschwitzerstraße 101
D–95445 Bayreuth
Email: vieth.lkpathol@uni-bayreuth.de
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