Jahrgang 28, No. 4/2010(Juli/August)
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Verdauungskrankheiten
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Wegweisende Befunde bei ... Teil 2
Editorial
M. Vieth
Abstract
Editorial
M. Vieth
Wegweisende Befunde bei ... Teil 2
Pathologie der intestinalen lymphoproliferativen Erkrankungen
A. Chott
Abstract
Verdauungskrankheiten, Jahrgang 28, Nr. 4/2010, S. 138-153
Pathologie der intestinalen lymphoproliferativen Erkrankungen
A. Chott
Institut für Pathologie und Mikrobiologie, Wilhelminenspital der Stadt Wien, Österreich
Die primären intestinalen Lymphome entstehen aus dem lokalen lymphatischen Gewebe und leiten sich zumeist von B-Zellen ab. Eine exakte histologische Diagnostik mit Zuordnung zu einer nach WHO-Klassifikation 2008 definierten Entität ist unumgänglich, da die Erkrankungen sehr unterschiedlich sind und demzufolge unterschiedliche Therapien erfordern. Selbst unter den “kleinzelligen” B-Zell-Lymphomen spannt sich ein Bogen von dem sehr indolenten, lokal begrenzten follikulären Lymphom des Duodenums zu dem aggressiven, oft generalisierten Mantelzell-Lymphom. Die Kenntnis des klinischen Bilds ist für den Pathologen essenziell, da unter anderem zugrunde liegende Prozesse wie Zöliakie beim enteropathie-assoziierten T-Zell-Lymphom richtungsweisend sind. Massive, teilweise sogar tumoröse, hyperplastische Reaktionen des intestinalen Immunsystems müssen immer Teil der differenzialdiagnostischen Überlegungen sein.Correspondence to:
Univ. Prof. Dr. med. A. Chott
Institut für Pathologie und Mikrobiologie
Wilhelminenspital der Stadt Wien
Montleartstraße 37
A–1160 Wien
Email: andreas.chott@wienkav.at
Wegweisende Befunde bei ... Teil 2
Amyloid und Amyloidosen des Gastrointestinaltrakts
C. Röcken
Abstract
Verdauungskrankheiten, Jahrgang 28, Nr. 4/2010, S. 154-158
Amyloid und Amyloidosen des Gastrointestinaltrakts
C. Röcken
Institut für Pathologie, Christian-Albrechts-Universität, Kiel
Amyloid ist eine pathologische fibrilläre Polypeptidaggregation mit einer Cross-b-Struktur, die intra- und/oder extrazellulär auftritt. Amyloidosen sind durch Amyloidablagerungen verursachte Krankheiten, die sich zerebral und extrazerebral manifestieren können. Über 29 verschiedene Proteine können Amyloid bilden. Die polarisationsoptische Auswertung des kongorot gefärbten Schnittpräparats ist der Goldstandard für den Nachweis des Amyloids, das anschließend klassifiziert werden muss. Inzwischen sind auch molekularpathologische Zusatzuntersuchungen ein fester Bestandteil der klinisch-pathologischen Amyloiddiagnostik geworden und haben in Deutschland zur Identifikation zahlreicher hereditärer Amyloidosen geführt, die sich auch im Gastrointestinaltrakt manifestieren können. Eine genaue Klassifikation des Amyloids und der Amyloidose ist für die Prognoseabschätzung und Therapieplanung unverzichtbar.Correspondence to:
Prof. Dr. med. C. Röcken
Institut für Pathologie
Christian-Albrechts-Universität
Arnold-Heller-Straße 3, Haus 14
D–24103 Kiel
Email: christoph.roecken@uk-sh.de
Originalarbeit
Vergleichende Untersuchung zu Ergebnissen von guajakbasierten (g-FOBT) und immunologischen (i-FOBT) Okkultbluttests mit Befunden des Koloskopie-Screenings bei einer asymptomatischen Bevölkerung
G. Brenner, H. Faure und J. Reinholz
Abstract
Verdauungskrankheiten, Jahrgang 28, Nr. 4/2010, S. 159-166
Vergleichende Untersuchung zu Ergebnissen von guajakbasierten (g-FOBT) und immunologischen (i-FOBT) Okkultbluttests mit Befunden des Koloskopie-Screenings bei einer asymptomatischen Bevölkerung
G. Brenner1, H. Faure2 und J. Reinholz2
1Stiftung LebensBlicke – Früherkennung Darmkrebs, Ludwigshafen, 2Care Diagnostica Laborreagenzien GmbH, Voerde
Hintergrund: In der gesetzlichen Krankenversicherung ist der Ersatz des guajakbasierten Stuhltests durch einen immunologischen Stuhltest umstritten. Es wird argumentiert, in Deutschland fehlen Studien mit größeren Bevölkerungszahlen, die eine Vorteilhaftigkeit der immunologischen Tests belegen. Ziel dieser Studie ist es, den Vergleich zwischen den Stuhltestverfahren und den Koloskopiebefunden vorzunehmen. Methode: In einer Beobachtungsstudie wurden in 13 gastroenterologischen Arztpraxen 646 Patienten im Zeitraum Juli 2008 bis August 2009 anlässlich der Anmeldung zur Screening-Koloskopie rekrutiert. Für diese Patienten liegen sowohl die Koloskopiebefunde wie die Ergebnisse aus einem guajakbasierten Test (hemoCARE) und einem immunologischen Test (immoCARE-C) vor. Es wurden die Fälle mit positiven und negativen Stuhltestergebnissen mit den Koloskopiebefunden als Referenzbasis verglichen und die Sensitivität und Spezifität berechnet. Ergebnisse: Die 646 Koloskopiebefunde verteilten sich auf 347 (53,7%) positive und 299 (46,3%) negative Koloskopiebefunde (kolorektale Karzinome, Adenome, Polypen und sonstige Befunde). Von den 347 positiven Koloskopiebefunden entdeckte der g-FOBT 24 Fälle (6,9%) und der i-FOBT 36 Fälle (10,4%). Von den 299 negativen Koloskopiebefunden hatte der g-FOBT in 290 Fällen (97,0%) ein richtig negatives Ergebnis und der i-FOBT in 281 Fällen (94,0%). Aus diesen Ergebnissen errechnete sich die Sensitivität für den g-FOBT (hemoCARE) mit 6,9% und für den i-FOBT (immoCARE-C) mit 10,4%. Damit hatte der i-FOBT eine um 50,7% höhere Sensitivität als der g-FOBT. Die Spezifität betrug 94,0% für den i-FOBT und 97% für den g-FOBT. Schlussfolgerung: Weder der guajakbasierte Test noch der immunologische Test ist eine wirkliche Alternative zur Darmspiegelung. Trotz der Einführung der Screening-Koloskopie hat der Stuhltest mit jährlich ca. 4,5 Millionen präventiven Tests immer noch eine hohe Akzeptanz bei der Darmkrebsprävention in der Bevölkerung. Wegen der deutlich höheren Sensitivität bei guter Spezifität sollte der immunologische Test den guajakbasierten Test im Früherkennungsprogramm ersetzen, um den Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen den Zugang zu der Innovation zu ermöglichen.Correspondence to:
Dr. rer. pol. G. Brenner
Stiftung LebensBlicke – Früherkennung Darmkrebs
Bremserstaße 78
D–67063 Ludwigshafen
Email: dr.gerhard.brenner@gmx.de
Originalarbeit
Die Fruktosemalabsorption – eine prospektive Studie zu ihrem Stellenwert in der Differenzialdiagnostik bei Reizdarm-Symptomatik
M. Unger und S. Heuer
Abstract
Verdauungskrankheiten, Jahrgang 28, Nr. 4/2010, S. 167-174
Die Fruktosemalabsorption – eine prospektive Studie zu ihrem Stellenwert in der Differenzialdiagnostik bei Reizdarm-Symptomatik
M. Unger und S. Heuer
Gastroenterologisches Zentrum Bielefeld Dr. med. Siegfried Heuer
Das offizielle erweiterte diagnostische Prozedere bei Patienten mit Symptomatik eines Reizdarmsyndroms impliziert aufgrund ähnlicher klinischer Manifestation beider Krankheitsbilder den Test auf eine Laktoseintoleranz. Hier lässt sich laut der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten DGVS ein Reizdarmsyndrom dann ausschließen, wenn bei einem positiven Testergebnis eine adäquate Therapie zu Beschwerdeverbesserung führt. Obwohl auch die Fruktosemalabsorption zu der Gruppe der Kohlenhydratmalabsorptionen gehört, wird sie hinsichtlich der Differenzialdiagnostik nicht erwähnt, woran deutlich wird, dass sie noch nicht dem diagnostischen Standard angehört. Um die Bedeutung der Fruktosemalabsorption bei Patienten mit Reizdarm-Symptomatik im gastroenterologischen Alltag zu analysieren, wurden 601 Patienten untersucht. Es zeigte sich, dass 57% eine Fruktosemalabsorption aufwiesen und der Anteil deutlich über dem der Laktoseintoleranz (20%) lag. Während 9% sowohl fruktose- als auch laktoseintolerant waren, verblieben 14% des Gesamtkollektivs ohne positives Ergebnis. Die 340 fruktoseintoleranten Patienten unterzogen sich einer 3-monatigen fruktosearmen Diät, die als Endresultat in 82% eine signifikante Verbesserung aller 32 Symptome ergab. Vor dem Hintergrund der gesichteten Literatur zeigen sich deutliche Parallelen zwischen dem Krankheitsbild der Fruktosemalabsorption und dem Reizdarmsyndrom insbesondere in der Manifestation des Symptomkomplexes, weshalb eine unterlassene Testung auf Fruktosemalabsorption zu der Fehldiagnose Reizdarmsyndrom führen kann. Daraus ergäbe sich konsequenterweise ein falscher Therapieansatz und somit eine Persistenz der Beschwerden. Da sich die Symptomatik nach adäquater Therapie signifikant verbesserte, kann aufgrund dessen, analog zur Beziehung zwischen Laktoseintoleranz und Reizdarmsyndrom nach der Formulierung der DGVS, das Reizdarmsyndrom ausgeschlossen werden. Die Studie führt, insbesondere vermittelt durch die hohe Fallzahl an fruktoseintoleranten Patienten, zu der Empfehlung, den diagnostischen Standard des Reizdarmsyndroms so zu erweitern, dass der Test auf Laktoseintoleranz mit dem der Fruktosemalabsorption ergänzt wird. Die vorliegende Studie hat einen aktuellen Bezug: Die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten hat eine Aktualisierung der Leitlinie für die Diagnostik des Reizdarmsyndroms initiiert, die ab Juni 2010 in Kraft treten wird.Correspondence to:
Dr. med. dent. Mirjana Unger
Burgplatz 12
D–40213 Düsseldorf
Email: Mirjana.Unger@gmx.de
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