Jahrgang 28, No. 1/2010(Januar/Februar)
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Verdauungskrankheiten
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Hepatozelluläre Karzinome
Editorial
A. Stallmach
Hepatozelluläre Karzinome
Das hepatozelluläre Karzinom: Epidemiologie, Pathogenese und Klinik
J. Eick, W. Ring, C. Schwertner, J. Steinberg und H. Scherübl
Abstract
Verdauungskrankheiten, Jahrgang 28, Nr. 1/2010, S. 3-8
Das hepatozelluläre Karzinom: Epidemiologie, Pathogenese und Klinik
J. Eick, W. Ring, C. Schwertner, J. Steinberg und H. Scherübl
Klinik für Innere Medizin – Gastroenterologie und Gastrointestinale Onkologie, Vivantes Klinikum Am Urban, Berlin
Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist der häufigste primäre Leberzellkrebs und die dritthäufigste tumorbedingte Todesursache weltweit. Die Inzidenz ist in den letzten Jahrzehnten drastisch angestiegen; derzeit versterben weltweit jedes Jahr ca. 600.000 Menschen an einem HCC. Der in den letzten Jahrzehnten zu beobachtende Anstieg der Inzidenzen des HCCs erklärt sich vor allem durch die zunehmende Zahl von Patienten mit einer Leberzirrhose. Die Leberzirrhose ist klinisch als Präkanzerose des HCCs einzustufen. Die Leberzirrhose entsteht in den westlichen Industrienationen zumeist auf dem Boden einer chronischen Hepatitis-C-Infektion, einer Alkoholkrankheit, einer chronischen Hepatitis B, einer Hämochromatose oder einer nichtalkoholischen Steatohepatitis-Zirrhose. Aufgrund der signifikanten Fortschritte der klinischen Hepatologie und der damit verbundenen erhöhten Lebenserwartung erleben heutzutage viele Leberzirrhotiker das HCC als Spätkomplikation. Da das HCC zumeist keine spezifischen klinischen Symptome verursacht, sollte bei allen Patienten mit bisher stabilem Verlauf einer Lebererkrankung bei Zeichen der Dekompensation verstärkt nach einem HCC gefahndet werden. Generell ist bei Leberzirrhose, insbesondere wenn sie nicht auf dem Boden eines fortgesetzten Alkoholabusus entstanden ist, die HCC-Überwachung anzuraten.Correspondence to:
Prof. Dr. med. H. Scherübl
Klinik für Innere Medizin – Gastroenterologie und Gastrointestinale Onkologie
Vivantes-Klinikum Am Urban
Dieffenbachstraße 1
D–10967 Berlin
Email: hans.scheruebl@vivantes.de
Hepatozelluläre Karzinome
Bildgebende Diagnostik beim hepatozellulären Karzinom
C. Moser
Abstract
Verdauungskrankheiten, Jahrgang 28, Nr. 1/2010, S. 9-12
Bildgebende Diagnostik beim hepatozellulären Karzinom
C. Moser
Innere Medizin – Gastroenterologie, Städtisches Krankenhaus Pirmasens
Die Ultraschalluntersuchung ist und bleibt das Hauptinstrument in der Überwachung von Zirrhose-Patienten hinsichtlich der HCC-Entwicklung. Fokale Leberläsionen bei HCC-Verdacht erfordern mehrphasische bildgebende Verfahren wie Kontrastmittelsonografie, Multidetektor-Computertomografie oder Kernspintomografie, die alle ähnliche Sensitivitäten aufweisen. Die Leberpunktion mit Histologiegewinnung hat einen geringeren Stellenwert und bleibt den unklaren Fällen vorbehalten. Möglicherweise gewinnt sie eine neue Bedeutung im Hinblick auf molekulare prognostische Marker und individualisierte Target-Therapien. Bei typischem HCC-Befund in einer Bildgebung und gleichzeitiger Erhöhung von AFP > 400 ng/ ml kann auf eine FNP verzichtet werden. Zwei verschiedene bildgebende Verfahren mit übereinstimmendem Ergebnis werden gefordert bei AFP-Werten < 400 ng/ml.Correspondence to:
Dr. med. C. Moser
Innere Medizin – Gastroenterologie
Städtisches Krankenhaus Pirmasens
Pettenkoferstraße 22
D–66955 Pirmasens
Email: dr.moser@kh-pirmasens.de
Hepatozelluläre Karzinome
Kurative Therapieansätze für Patienten mit hepatozellulärem Karzinom
M. Götz, R. Wilutzky, A. Altendorf-Hofmann und U. Settmacher
Abstract
Verdauungskrankheiten, Jahrgang 28, Nr. 1/2010, S. 13-22
Kurative Therapieansätze für Patienten mit hepatozellulärem Karzinom
M. Götz1, R. Wilutzky1, A. Altendorf-Hofmann2 und U. Settmacher1
1Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, 2Tumorzentrum, Universitätsklinikum Jena
Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist der häufigste primäre maligne Tumor der Leber. Als Präkanzerose gesichert gilt heute der zirrhotische Parenchymumbau der Leber gleich welcher Genese. Die Diagnose des HCCs wird mittels wenigstens zweier dynamischer Untersuchungsmethoden (KM-CT, Sonografie oder MRT) gestellt. Der einzig kurative Therapieansatz ist die chirurgische Entfernung des HCCs. Dies geschieht auf dem Wege der Resektion oder der kompletten Entfernung der Leber und Transplantation eines Spenderorgans. Die Resektion ist die Therapie der Wahl beim nichtzirrhotischen Patienten. Patienten mit zugrunde liegender chronischer Lebererkrankung und vorhandenem HCC profitieren im Hinblick auf das Langzeitüberleben deutlich von einer Lebertransplantation. Es bedarf jedoch weiterer Studien zur genauen Evaluation eines Scoring-Systems, welches, unter Einbeziehung verschiedener Variablen, eine genaue Prognose-Abschätzung für Patienten nach Transplantation ermöglicht.Correspondence to:
Dr. med. M. Götz
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie
Universitätsklinikum Jena
Erlanger Alle 101
D–07740 Jena
Email: max.goetz@med.uni-jena.de
Hepatozelluläre Karzinome
Medikamentöse Therapie des HCC – aktueller Stand und Ausblick
S. Rahn und L.-O. Mügge
Abstract
Verdauungskrankheiten, Jahrgang 28, Nr. 1/2010, S. 23-28
Medikamentöse Therapie des HCC – aktueller Stand und Ausblick
S. Rahn1 und L.-O. Mügge2
1Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, 2Abteilung für Hämatologie und Internistische Onkologie, Klinik für Innere Medizin II, Universitätsklinikum Jena
Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) gehört nicht zu den häufigsten Tumoren in Deutschland. Bei keinem anderen Tumor hat jedoch die Inzidenz in den letzten Jahrzehnten so stark zugenommen wie bei dieser Erkrankung; die Prognose ist nach wie vor schlecht. Gegenwärtig werden vielversprechende innovative systemische Therapieansätze für das fortgeschrittene HCC evaluiert, die bereits bei anderen Tumorentitäten gute Erfolge gezeigt haben. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die medikamentösen Therapieoptionen: beginnend bei der Frage nach einer konventionellen systemischen Chemotherapie (z.B. Anthrazykline, 5-FU, Gemcitabine), über die neuen sogenannten “targeted therapies” (z.B. Multityrosinkinaseinhibitoren, Antikörper gegen EGFR oder VEGF), bis hin zu experimentellen Therapieansätzen wie zum Beispiel des Ansatzes der Octreotid-Therapie oder die Applikation von mTOR-Inhibitoren. Aufgrund der häufig vorbestehenden eingeschränkten Leberfunktion beim HCC-Patienten müssen die neueren therapeutischen Optionen hinsichtlich ihrer therapeutischen Sicherheit kritisch evaluiert werden. Die Entwicklung einer individualisierten Therapie sollte das große Ziel auch in der Therapie des fortgeschrittenen hepatozellulären Karzinoms sein.Correspondence to:
Dr. med. Stephanie Rahn
Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie
Klinik für Innere Medizin II
Universitätsklinikum Jena
Erlanger Allee 101
D–07743 Jena
Email: stephanie.rahn@med.uni-jena.de
Kasuistik
Das Bouveret-Syndrom, eine seltene Ursache für Teerstuhl
H. Bordel
Abstract
Verdauungskrankheiten, Jahrgang 28, Nr. 1/2010, S. 29-31
Das Bouveret-Syndrom, eine seltene Ursache für Teerstuhl
H. Bordel
Gastroenterologische Fachpraxis, Osnabrück
Ein 77-jähriger Mann unter Marcumar-Therapie bei Zustand nach Aortenklappenersatz und apoplektischem Insult klagte 4 Wochen lang über abdominelle Schmerzen, bevor er Teerstuhl und rezidivierendes Erbrechen entwickelte. Bei der Gastroskopie fand sich eine Magenausgangsstenose, verursacht durch einen großen Gallenstein, der im Bulbus duodeni impaktiert war. Aufgrund der Polymorbidität des Patienten erfolgte keine Operation. Eine elektrohydraulische Lithotrypsie (EHL) des Steins war erfolgreich möglich. Nach 24 Monaten hat der Patient jetzt noch eine kleine cholezysto-duodenale Fistel. Klinisch ist er beschwerdefrei.Correspondence to:
Dr. med. H. Bordel
Gastroenterologische Fachpraxis
Bischofsstraße 30
D–49074 Osnabrück
Email: hbordel@gastropraxis-os.de
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