Jahrgang 27, No. 5/2009(September/Oktober)
|
Verdauungskrankheiten
Die Online-Versionen der Zeitschriften werden jeweils vor Erscheinen der Print-Ausgabe aktualisiert. Alle Inhalte dieser Website stehen Abonnenten der Zeitschrift nach einmaliger Registrierung ohne Mehrkosten zur Verfügung. Um die Artikel im PDF-Format betrachten zu können, benötigen Sie die Adobe Reader® Software.
|
| Preis für gesamte Ausgabe: 26.25$ |
 |
Neuroendokrine Tumoren des gastroenteropankreatischen Systems II
Chirurgische Therapie neuroendokriner nicht pankreatischer Tumoren des Gastrointestinaltrakts unter Berücksichtigung der Lebermetastasen
J.N. Hoffmann und K.-W. Jauch
Abstract
J.N. Hoffmann und K.-W. Jauch
Chirurgische Klinik und Poliklinik, Klinikum der Universität München – Großhadern, Ludwig-Maximilians-Universität, München
Neuroendokrine Tumoren (NET) unterscheiden sich bezüglich ihres biologischen Verhaltens erheblich von Tumoren epithelialen Ursprungs, was im Allgemeinen eine wesentlich bessere 5-Jahres-Überlebensrate bei diesen Tumoren bedingt. Es handelt sich um seltene Tumoren, welche in Behandlungszentren durch ein breites therapeutisches Armentarium interdisziplinär behandelt werden können. Grundsätzlich kann nur durch die chirurgische Resektionsbehandlung Heilung erzielt werden, wobei abhängig von der Tumorgröße bei Tumoren von über 2 cm Durchmesser meist schon eine Metastasierung vorliegt. In den letzten Jahren wurde in Analogie zu den epithelialen Tumoren eine TNM-Klassifikation erarbeitet, die neben der Tumorgröße histologische Kriterien definiert, die zur besseren Abschätzung der Prognose dienen können und zunehmend Anwendung finden. In dieser Arbeit soll die chirurgische Therapie von NET des Gastrointestinaltrakts mit Ausnahme der Magen- und Pankreastumoren charakterisiert werden. Insbesondere wird neben technischen Aspekten auch die Indikation zur Nachresektion zum Beispiel bei erfolgter Appendektomie oder lokaler Abtragung diskutiert. Im Gegensatz zu epithelialen Tumoren erscheinen aufgrund der vorliegenden Daten auch Debulking-Operationen im metastasierten Stadium gerechtfertigt. Zusätzlich wird das Vorgehen beim Rektum-NET und beim hepatisch metastasierten NET anhand von kürzlich publizierten Empfehlungen besprochen sowie das perioperative Management. Erstrebenswert erscheint es, möglichst viele dieser Patienten in prospektive Therapiestudien einzubringen, damit Therapieleitlinien mit besserer Evidenz als Expertenempfehlungen erarbeitet werden können.Correspondence to:
Prof. Dr. med. J.N. Hoffmann
Chirurgische Klinik und Poliklinik
Klinikum der Universität München – Großhadern
Ludwig-Maximilians-Universität
Marchioninistraße 15
D–81377 München
Email: Johannes.Hoffmann@med.uni-muenchen.de
Neuroendokrine Tumoren des gastroenteropankreatischen Systems II
Neuroendokrine Tumoren – Bildgebung und Therapieoptionen in der Nuklearmedizin
G. Pöpperl
Abstract
G. Pöpperl
Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Klinikum der Universität München – Großhadern, Ludwig-Maximilians-Universität, München
Neuroendokrinen Tumoren (NET) sind molekulare Eigenschaften gemeinsam, die die Basis für den Einsatz spezifischer Radioliganden primär für die nuklearmedizinische Bildgebung, aber auch für eine nuklearmedizinische Therapie bilden. So dienen Somatostatin-Rezeptoren (SSTR) auf der Zellmembran als Zielstrukturen für radioaktiv markierte Somatostatin-Analoga. Tumoren des sympathochromaffinen Gewebes sind zur Aufnahme und Speicherung von Katecholaminen befähigt und lassen sich mit dem Radiojod-markierten Noradrenalin-Analogon Metajodobenzylguanidin (MIBG) adressieren. Außerdem werden radioaktiv markierte Vorläufer biogener Amine wie [11C]Hydroxytryptophan (HTP) oder [18F]Dihydroxyphenylalanin (FDOPA) angewendet, um deren Aufnahme und Decarboxylierung durch die Aminosäuredecarboxylase zu evaluieren. Als eher unspezifischer Tumormarker kann bei schlecht differenzierten NET auch die Aufnahme der [18F]Fluordeoxyglukose (FDG) zum Einsatz kommen. Der Mangel an anatomischer Information bei Verwendung solcher hochspezifischer Tracer für die nuklearmedizinische Bildgebung erfordert eine exakte morphologische Korrelation, die heute optimalerweise durch eine Untersuchung an SPECT/CT- oder PET/CT-Hybridscannern erfolgt. Mit den geeigneten Radiopharmaka ist eine Charakterisierung des individuellen Tumorgewebes in vivo möglich, die nicht nur eine Lokalisation, sondern auch Aussagen zu molekularen Merkmalen und Behandlungsmöglichkeiten gestattet. So können geeignete Patienten für eine Therapie mit radioaktiv markierten Somatostatin-Rezeptor-Liganden oder [131I]MIBG selektioniert werden. Einen weiteren neuen und lokal auf die Leber begrenzten Therapieansatz, der sich bei Lebermetastasen eines NET ohne extrahepatische Manifestationen eignet, bietet die selektive interne Radiotherapie (SIRT). Das Radionuklid wird hier nicht über ein spezifisches Target an die Tumorzelle gebracht, sondern es kommt nach intraarterieller Injektion radioaktiv markierter Mikrosphären zu einer Mikroembolisation der Tumorgefäße mit interstitieller Hochdosisstrahlentherapie. Diese Arbeit bietet einen Überblick über bisher verfügbare Literaturdaten zu Bildgebung und Therapieoptionen in der Nuklearmedizin bei NET.Correspondence to:
PD Dr. med. Gabriele Pöpperl
Klinik für Nuklearmedizin
Klinikum Stuttgart
Katharinenhospital, Haus 6, Zi. 2.240
Kriegsbergstraße 60
D–70174 Stuttgart
Email: g.poepperl@klinikum-stuttgart.de
Neuroendokrine Tumoren des gastroenteropankreatischen Systems II
Neuroendokrine Karzinome (NEC) von Dünndarm und Pankreas – Biotherapie, Chemotherapie und neue medikamentöse Therapieansätze
C.J. Auernhammer, C. Spitzweg, V. Heinemann und B. Göke
Abstract
C.J. Auernhammer1, C. Spitzweg1, V. Heinemann2 und B. Göke1
1Medizinische Klinik II, 2Medizinische Klinik III, Klinikum der Universität München – Großhadern, Ludwig-Maximilians-Universität, München
Die Therapieoptionen bei neuroendokrinen Karzinomen des gastroenteropankreatischen Systems umfassen die extensive Metastasenchirurgie, verschiedene lokal-ablative Verfahren (RFA, LITT, TACE, SIRT), die systemische peptidvermittelte Radiorezeptortherapie und verschiedene medikamentöse Therapieansätze. Empfehlungen zur Biotherapie mit Somatostatin-Analoga und Chemotherapie bei neuroendokrinem Karzinom des Pankreas und bei gering differenzierten neuroendokrinen Karzinomen wurden von der European Neuroendocrine Tumor Society (ENETS) vorgeschlagen. Neue orale Chemotherapieprotokolle und die molekular zielgerichtete Therapie mit Angiogenese-Inhibitoren, Multikinase-Inhibitoren und mTOR-Inhibitoren von neuroendokrinen Karzinomen befinden sich in klinischen Studien und stellen mögliche neue Therapieoptionen dar.Correspondence to:
PD Dr. med. C.J. Auernhammer
Medizinische Klinik II
Klinikum der Universität München – Großhadern
Ludwig-Maximilians-Universität
Marchioninistraße 15
D–81377 München
Email: Christoph.Auernhammer@med.uni-muenchen.de
Kongressbericht
ESMO 2008 DGAV/DGVS 2008: Sunitinib – ein Standard in der Zweitlinientherapie bei GIST nach Imatinib-Versagen oder -Unverträglichkeit
H. Bosseckert
Verbandsmitteilungen des bng