Jahrgang 27, No. 1/2009(Januar/Februar)
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Verdauungskrankheiten
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Übersicht
Differenzialdiagnose der Zöliakie/Sprue
O. Leiß, N. Börner, W. Gödderz, A. Lutz-Vorderbrügge und T. Clement
Abstract
O. Leiß, N. Börner, W. Gödderz, A. Lutz-Vorderbrügge und T. Clement
Gastroenterologische Gemeinschaftspraxis, Mainz
Die Differenzialdiagnose der Zöliakie/ Sprue ist je nach klinischem Setting und je nach Symptomspektrum der Erkrankung (klassische Sprue oder oligo-/asymptomatische Sprue) unterschiedlich. Dem Eisberg-Modell der Zöliakie/Sprue entsprechend wird zunächst die Differenzialdiagnose der typischen Sprue mit Gewichtsabnahme, Malabsorption und partieller oder totaler Zottenatrophie dargestellt, danach wird auf die breite Basis des Eisbergs, das heißt Patienten mit diffusen Bauchbeschwerden und reizdarm-ähnlichen Symptomen, eingegangen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. O. Leiß; Gastroenterologische Gemeinschaftspraxis, Bahnhofplatz 2, D–55116 Mainz
Email: OLeiss@aol.com
Übersicht
Budesonid: ein lokal wirksames Glukokortikoid mit einem bevorzugten Platz bei der Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen
K.-U. Petersen
Abstract
K.-U. Petersen
Pharmakologe und Toxikologe, Aachen
Im Verlauf der letzten 15 Jahre hat sich Budesonid einen festen Platz in der Behandlung von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen erworben, insbesondere bei leicht und mittelgradig aktivem Morbus Crohn, jedoch auch bei rektaler Anwendung zur Therapie von distalen Formen der Colitis ulcerosa. Dies hat die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) auch in ihren aktuellen Leitlinien bestätigt. Darin wird Budesonid bei den genannten Ausprägungen des Morbus Crohn der Vorzug gegenüber systemischen Glukokortikoiden wie auch gegenüber Mesalazin gegeben, dessen Wirksamkeit bei Morbus Crohn heute als unzureichend oder fehlend bewertet wird. Ein besonderer Vorzug von Budesonid ist in seiner geringen Bioverfügbarkeit (~ 10%) zu sehen, die gegenüber systemischen Glukokortikoiden seine erheblich bessere Verträglichkeit erklärt, bei vergleichbarer oder nur geringfügig weniger ausgeprägter klinischer Wirksamkeit. Eine noch mancherorts zu beobachtende Zurückhaltung bei der Anwendung von Budesonid erscheint somit weder durch sein Nebenwirkungs- noch sein Wirksamkeitsprofil gerechtfertigt. Die Wirksamkeit und Anwendbarkeit von Budesonid als topischem Glukokortikoid hängt in besonderer Weise von seiner galenischen Zubereitung ab. Nach speziellen Untersuchungen der beiden erhältlichen Budesonid-Präparate ergeben sich Unterschiede im Muster der topisch erreichbaren Darmabschnitte: Entocort® deckt weite Teile des Dünndarms sowie das proximale Kolon (Kapseln bei Morbus Crohn) bzw. distale Abschnitte bis hinauf zur linken Kolonflexur (Klistier bei Colitis ulcerosa) ab. Im Vergleich dazu kommen die Formen von Budenofalk® nur bei Verläufen infrage, die auf das distale Ileum und das proximale Kolon eingegrenzt sind (Kapseln bei Morbus Crohn) bzw. auf distale Segmente bis hinauf zum Sigmoid (Schaum bei Colitis ulcerosa).Correspondence to:
Prof. Dr. med K.-U. Petersen; Pharmakologe und Toxikologe, apl. Prof. an der RWTH Aachen, Oberdorfstraße 22, D–52072 Aachen
Email: karluwe.petersen@post.rwth-aachen.de
Übersicht
Arzneimittelinduzierte Hepatotoxizität: Diagnose und therapeutische Möglichkeiten
C.P. Strassburg und M.P. Manns
Abstract
C.P. Strassburg und M.P. Manns
Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, Medizinische Hochschule Hannover
Schwere toxische Leberschäden durch Medikamente, Phytotherapeutika und Nahrungsergänzungsmittel werden nur in 0,01 – 0,001% berichtet. Ihre vermutete Inzidenz ist höher und die Wahrscheinlichkeit, in klinischer Praxis diese Diagnose zu stellen, hoch. Das Spektrum reicht von milden Leberwerterhöhungen bis hin zum akuten Leberversagen, bei dem medikamentös-toxische Schäden die häufigsten Ursachen sind. Für die Therapie ist zunächst der Verdacht und das Erkennen entscheidend. Hierfür muss die retrospektive Rekonstruktion des zeitlichen Zusammenhangs und der Latenz sowie der konsequente Ausschluss anderer Leberkrankheiten erfolgen. Die größte Gruppe sind idiosynkratische Arzneimittelreaktionen, die durch ein hepatitisches, ein cholestatisches und ein gemischtes biochemisches Profil präsentieren. Nach Medikamentenentzug kann analog der differenzialdiagnostisch abzugrenzenden Autoimmunerkrankungen der Leber durch Immunsuppression und/oder Gallensäuregabe behandelt werden. Für direkt toxische Notfälle wie Paracetamol- oder Amanita-Intoxikation existieren spezielle Empfehlungen. Bei drohendem Leberversagen, das mit Koagulopathie und Enzephalopathie präsentiert, ist Kontakt mit einem Transplantationszentrum wichtig. Das medikamentös ausgelöste akute und subakute Leberversagen hat eine schlechte Prognose und ist eine Indikation für die High-urgency-Transplantation mit 5-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeiten von 70%.Correspondence to:
Prof. Dr. med. C.P. Strassburg; Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und
Endokrinologie, Medizinische Hochschule Hannover, Carl-Neuberg-Straße 1, D–30625 Hannover
Email: strassburg.christian@mh-hannover.de
Kasuistik
Akute Schwangerschaftsfettleber – eine Crux der Sonografie
U. Gottschalk und L. Karger
Abstract
U. Gottschalk1 und L. Karger2
1Abteilung Innere Medizin – Gastroenterologie, Caritas-Klinik Pankow, Berlin, 2Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe, Caritas-Klinik Pankow, Berlin
Hepatische Komplikationen treten annähernd bei 3% aller Schwangerschaften auf. Eine seltene Komplikation stellt dabei die akute Schwangerschaftsfettleber dar, welche bei unzureichender Diagnostik und Therapie einen letalen Verlauf aufweisen kann. Die Differenzialdiagnose beinhaltet das HELLP-Syndrom, die Schwangerschaftscholestase, die Prä-Eklampsie sowie virale und medikamentös-toxische Hepatitiden. Histologisch imponiert diese Erkrankung durch eine mikrovesikuläre Verfettung der Hepatozyten ohne signifikante Entzündung und ohne Nekrosen. Wir berichten über eine akute Schwangerschaftsfettleber bei einer 23-jährigen Erstgebärenden. Die klinischen und laborchemischen Befunde werden diskutiert und therapeutische Optionen dargestellt. Die Sonografie dient in diesen Fällen lediglich zum Ausschluss fokaler Lebererkrankungen und ist bei der Diagnosesicherung wenig hilfreich.Correspondence to:
Dr. med. U. Gottschalk; Abteilung Innere Medizin – Gastroenterologie, Caritas-Klinik Pankow, Breite Straße 46/47, D–13187 Berlin
Email: uwe.gottschalk@caritas-klinik-pankow.de
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