Jahrgang 26, No. 5/2008(September / Oktober 2008)
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Verdauungskrankheiten
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25 Jahre “Verdauungskrankheiten”
Grußwort
M. Zeitz
25 Jahre “Verdauungskrankheiten”
Editorial
W. Bergemann
25 Jahre “Verdauungskrankheiten”
25 Jahre “Verdauungskrankheiten”: Ein Aktiver blickt zurück und nach vorn
O. Leiß
25 Jahre “Verdauungskrankheiten”
Gedanken zu “Verdauungskrankheiten”
H. Bosseckert
25 Jahre “Verdauungskrankheiten”
“Verdauungskrankheiten” und bng – ein starkes Team!
B. Bokemeyer
25 Jahre “Verdauungskrankheiten”
Differenzialdiagnose in der Endoskopie-Ausbildung: “vertiefte” und “vorgewölbte Veränderungen” nach H. Oshima
W. Bergemann und P.K. Schäfer
Abstract
W. Bergemann und P.K. Schäfer
Der Magenschleimhautkrebs wurde zuerst von europäischen Radiologen diagnostiziert. Die endoskopische Diagnostik lehrte uns in Deutschland Dr. Hiroshi Oshima aus Tokio. Er kam in die Bundesrepublik, um uns die endofotografische Diagnostik im Magen mittels der Gastrokamera-Bilder nahezubringen. Von 1967 – 1974 wirkte Oshima in Berlin an der Chirurgischen Klinik der Freien Universität, führte wöchentliche 2,5-stündige Bildbefundungskurse, internationale Kongresse und Fortbildungskurse in Berlin sowie einer Reihe europäischer Städte durch. Seine differenzialdiagnostischen Kriterien der vorgewölbten und vertieften Läsionen des Magens wurden für die exakte makroskopisch-endoskopische Diagnose von ausschlaggebender Bedeutung. Diese hat sich in den vergangenen 40 Jahren nicht verändert und stellt für den in der Ausbildung befindlichen Endoskopiker Grundlagenwissen dar, heute auch in Bezug auf die Darmkrebs-Früherkennung. Um diese Kenntnisse aufzufrischen, drucken wir diese Kriterien hier erneut.Correspondence to:
Prof. Dr. med. W. Bergemann; Kirschenallee 13, D–14050 Berlin
Email: dr.w.bergemann@t-online.de
25 Jahre “Verdauungskrankheiten”
Die Entwicklung der Magenkrebs-Früherkennung im Austausch zwischen Europa und Japan
P.K. Schäfer und W. Bergemann
Abstract
P.K. Schäfer und W. Bergemann
Die Heilbarkeit des Magenkrebses wurde in Europa erkannt. Danach wurde in Japan die Diagnostik präzisiert. Neuerdings hat man in Europa die allgemeine Akzeptanz der in Japan entwickelten Einteilung der Frühstadien der Magen-Darm-Krebse vermittelt. Die mit dem Prozess verbundenen Spannungen sind wohl am sichtbarsten in der Lebensgeschichte unseres Lehrers Hiroshi Oshima.Correspondence to:
Dr. med. P.K. Schäfer; Westerwaldweg 8, D–53424 Bonn-Oberwinter
Originalarbeit
Das Magenfrühkarzinom im Patientengut eines deutschen High-Volume-Zentrums
A. Novotny, C. Schuhmacher, M. Feith, K. Ott, und J.-R. Siewert,
Abstract
A. Novotny1, C. Schuhmacher1, M. Feith1, K. Ott1,2 und J.-R. Siewert1,3
1Chirurgische Klinik und Poliklinik, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, 2Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universität Heidelberg, 3Medizinische Fakultät, Universität Heidelberg
Einleitung: Die Diagnostik und Therapie des Magenfrühkarzinoms hat in den letzten Jahren aufgrund verbesserter diagnostischer Techniken und neuer Erkenntnisse einen Wandel erfahren. Inwieweit hat dieser Wandel jedoch die Ergebnisse der chirurgischen Therapie des Magenfrühkarzinoms hierzulande beeinflusst? Die vorliegende Arbeit soll diese Frage anhand der Aufarbeitung der Magenfrühkarzinom-Fälle der letzten 25 Jahre eines deutschen Schwerpunktzentrums für Karzinome des oberen Gastrointestinaltrakts beantworten. Patienten: Zwischen Juli 1982 und Dezember 2006 wurden in der Chirurgischen Klinik und Poliklinik des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München 2.183 Patienten bei Vorliegen eines Magenkarzinoms gastrektomiert. 1.744 Patienten wurden primär operiert (ohne vorherige neoadjuvante Chemotherapie), hiervon 421 (24,1%) mit einem Magenfrühkarzinom. In der Subgruppe der Magenfrühkarzinome handelte es sich in 43,5% der Fälle um Mukosakarzinome (T1a) und in 56,5% um Submukosakarzinome (T1b). Aus Gründen der Vergleichbarkeit beschränkt sich die vorliegende Auswertung auf die primär operierten Patienten. Ergebnisse: Insgesamt war über die Jahre eine relative Zunahme früherer Tumorstadien zu verzeichnen. Die Endosonografie zeigte in erfahrenen Händen eine hohe Genauigkeit (87,9%) bei der präoperativen Diagnose eines Magenfrühkarzinoms. Patienten mit Magenfrühkarzinom waren im Mittel jünger und wiesen im Vergleich zu Patienten mit fortgeschritteneren Karzinomen einen besseren Allgemeinzustand auf. Frühkarzinome waren im vorliegenden Patientengut vorwiegend im distalen Magendrittel lokalisiert (45,6%), während sich die fortgeschritteneren Tumore vorwiegend in proximaler Lokalisation fanden (52%). In lediglich 11,2% der Fälle waren Magenfrühkarzinome mit einem positiven Lymphknotenstatus vergesellschaftet. Bei den Magenfrühkarzinomen sowie auch bei den fortgeschritteneren Tumoren war die totale Gastrektomie der am häufigsten durchgeführte Eingriff (46,5% bzw. 76,4%). Postoperative Komplikationen waren nach chirurgischer Resektion eines Magenfrühkarzinoms signifikant seltener als nach Resektion fortgeschrittenerer Tumore (19,4% vs. 26,4%; p = 0,004; c2-Test). Dies traf auch tendenziell für die postoperative Mortalität zu, erreichte jedoch nicht Signifikanzniveau (1,7% vs. 3,2%; p = 0,106; c2-Test). Das 5-Jahres-Überleben betrug 82,5% für Patienten mit Magenfrühkarzinom, während es für die Subgruppe der fortgeschritteneren Tumore 26% betrug. Zusammenfassung: Der prozentuale Anstieg der zur Operation kommenden Magenfrühkarzinome ist sicher Ausdruck verbesserter diagnostischer und Screening-Methoden sowie besserer Akzeptanz dieser Methoden vonseiten der Patienten und Hausärzte. Einige Ergebnisse dieser Analyse, wie zum Beispiel die höhere Prävalenz von fortgeschrittenen Magenkarzinomen im Bereich des ösophagogastralen Überganges, sind sicher Ausdruck der Spezialisierung der Einrichtung, deren Patientengut analysiert wurde.Correspondence to:
Dr. med. A. Novotny; Chirurgische Klinik und Poliklinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München, Ismaninger Straße 22, D–81675 München
Email: novotny@chir.med.tu-muenchen.de
Kommentar
Kommentar zur Arbeit Novotny et al.
W. Bergemann
Originalarbeit
Was können wir vom Magenkrebs-Screening gestern für das Darmkrebs-Screening heute lernen? Oder: Man sieht nur, was man sucht, man erkennt nur, was man kennt – Qualitätssicherung in der diagnostischen Endoskopie
O. Leiß
Abstract
O. Leiß
Gastroenterologische Gemeinschaftspraxis, Mainz
Vor 40 Jahren wurde in Japan ein Magenkrebs-Screening mittels Gastrokamera initiert. Damals wurden Kriterien einer endoskopisch-visuellen Klassifikation von Magentumoren erarbeitet, die inzwischen für alle gastrointestinalen Tumore gelten. Die Parallelität zum aktuellen Darmkrebs-Screening mittels Koloskopie wird diskutiert und an 6 Beispielen verdeutlicht: 1. die epidemiologische Schere: das “Auf und Ab” von Krankheiten im zeitlichen Verlauf, 2. die ätiologische Schere: technische Interventionen versus Lebensstil beim Rückgang von Krankheiten, 3. die präventive Schere: das Präventionsparadox, 4. die diagnostische Schere: Sensitivität und Spezifität von (Screening-) Tests, 5. die ökonomische Schere: Qualität und Kosten technischer Untersuchungen und 6. die therapeutische Schere: Mukosektomie versus operative Radikalität.Correspondence to:
Prof. Dr. med. O. Leiß; Gastroenterologische Gemeinschaftspraxis, Bahnhofplatz 2, D–55116 Mainz
Email: OLeiss@aol.com
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