Jahrgang 26, No. 2/2008(März / April 2008)
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Verdauungskrankheiten
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Nuklearmedizin und Verdauungskrankheiten II
Die Blutungsquellenszintigrafie
S. Ezziddin
Abstract
S. Ezziddin
Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Bonn
Die akute gastrointestinale Blutung stellt eine vital bedrohliche Situation dar und fordert vielfach die Ausschöpfung der multimodalen diagnostischen Möglichkeiten. Die Blutungsquellenszintigrafie, vorzugsweise mittels 99mTc-markierter autologer Erythrozyten durchgeführt, liefert in diesem Kontext ein wichtiges Verfahren und eine wertvolle Ergänzung der diagnostischen Palette. Der Vorteil besteht in der Nachweisempfindlichkeit, der fehlenden Invasivität und der bildgebenden Erfassung eines ausgedehnten Zeitfensters, was für intermittierende Blutungen von Bedeutung ist. Die Domäne der Szintigrafie ist die gastrointestinale Blutung, bei der ein Fokusnachweis mittels Endoskopie nicht gelingt und ein Ursprung im unteren Gastrointestinaltrakt in Frage kommt. Eine klinische Herausforderung stellen die Fälle mit subakuter bis chronischer sowie intermittierender Blutung dar, welche gerade durch den szintigrafischen Langzeiterfassungscharakter einem diagnostischen Nachweis zugänglich gemacht werden können. Die effiziente Risikostratifizierung gastrointestinaler Blutungen ist ein weiterer Teilaspekt der Szintigrafie.Correspondence to:
Dr. med. S. Ezziddin
Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin
Universitätsklinikum Bonn
Sigmund-Freud-Straße 25
D–53115 Bonn
Email: samer.ezziddin@ukb.uni-bonn.de
Nuklearmedizin und Verdauungskrankheiten II
Selektive interne Radiotherapie maligner Lebertumoren
H. Brockmann, K. Wilhelm und H. Palmedo
Abstract
H. Brockmann1, K. Wilhelm2 und H. Palmedo1
1Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin und 2Klinik für Radiologie, Universitätsklinikum Bonn
Einleitung: Trotz beträchtlicher Fortschritte in der Therapie sowohl primärer als auch sekundärer Lebermalignome stellt die Therapie fortgeschrittener Stadien weiterhin eine Herausforderung dar. In den letzten Jahren wurde mit der selektiven internen Radiotherapie (SIRT) ein neuartiges Verfahren zur Behandlung dieser Entitäten eingeführt, welches in dieser Übersicht vorgestellt werden soll. Methodik: In dieser Arbeit wird eine Übersicht über den Einsatz der SIRT gegeben. Hierbei wird insbesondere auf die Indikationen, Kontraindikationen sowie die aktuellen Studienergebnisse eingegangen. Ergebnisse: Bei der SIRT werden über einen Katheter mit einem Beta-Strahler markierte Mikrosphären in die Arteria hepatica bzw. deren Äste injiziert. Aufgrund der spezifischen Blutversorgung von Lebertumoren reichern diese Mikrosphären überwiegend in den Tumoren an und bestrahlen diese endogen. Die SIRT kann sowohl bei primären Lebertumoren als auch bei Lebermetastasen eingesetzt werden. Zu den Therapievoraussetzungen zählen insbesondere eine noch ausreichende Leberfunktion und eine erhaltene Pfortaderperfusion. In einer Voruntersuchung müssen höhergradige transhepatische Shunts ausgeschlossen werden. Die Therapie ist im Allgemeinen gut verträglich, die häufigsten Nebenwirkungen sind Abgeschlagenheit und leichtere abdominelle Beschwerden. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind bei korrekter Anwendung selten. Bezüglich der Therapieergebnisse liegen erste vielversprechende Studienergebnisse insbesondere zur Behandlung von Metastasen kolorektaler Karzinome sowie des hepatozellulären Karzinoms vor. Schlussfolgerung: Die SIRT stellt ein vielversprechendes Therapiekonzept in der palliativen Therapie sowohl primärer als auch sekundärer Lebertumoren dar. Inwieweit sich die Ergebnisse insbesondere durch die Integration in multimodale Therapiekonzepte noch weiter verbessern lassen, müssen weiterführende Studien zeigen.Correspondence to:
Dr. med. H. Brockmann
Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin
Universitätsklinikum Bonn
Sigmund-Freud-Straße 25
D–53105 Bonn
Email: Holger.Brockmann@ukb.uni-bonn.de
Nuklearmedizin und Verdauungskrankheiten II
PET in der gastroenterologischen Onkologie
H. Palmedo
Abstract
H. Palmedo
Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Bonn
Die FDG-PET weist im präoperativen Staging des Ösophagus-Karzinoms und des Malignoms im gastroösophagealen Übergang eine höhere Treffsicherheit als CT und EUS beim Nachweis von Fernmetastasen und regionalen, nicht in der Nähe des Primärtumors gelegenen Lymphknotenmetastasen auf. Zur präoperativen Beurteilung der lokoregionären Lymphknoten ist die FDG-PET hingegen nicht geeignet. Beim Follow-up und Re-Staging des Ösophaguskarzinoms kann die FDG-PET mit Ausnahme der Anastomosen-Region wertvolle Zusatzinformationen beim Tumornachweis erbringen. Ein prognostisch relevantes Therapiemonitoring durch die PET bereits 2 Wochen nach Beginn einer neoadjuvanten Chemotherapie wurde in einer prospektiven Phase-II-Studie belegt. Für das kolorektale Karzinom besteht nach der Konsensuskonferenz eine 1a-Indikation für das Re-Staging. Insbesondere bei unklarem Tumormarker-Anstieg, unklarer bzw. unauffälliger konventioneller Bildgebung und vor geplanter Metastasenchirurgie hilft die PET, die optimale Therapie für den Patienten festzulegen. Auch im Rahmen des Therapiemonitorings nach Chemotherapie kann die PET sehr sensitiv vitales Tumorgewebe detektieren. Es ist davon auszugehen, dass die kombinierte PET-CT-Kamera beim Re-Staging zunehmend die konventionelle Diagnostik ersetzen wird. Beim Pankreaskarzinom kann die FDG-PET in ausgewählten Fällen zur Differenzialdiagnose Entzündung versus Malignität eingesetzt werden. Bei nachgewiesenem Pankreaskarzinom ist der Nachweis von Fernmetastasen und im Follow-up eines Rezidivs mit der PET in bestimmten Fällen (unklarer CT-Befund, Tumormarker-Anstieg) sinnvoll. GIST sind mit der FDG-PET gut nachweisbar, und ein Therapiemonitoring ist bereits eine Woche nach Therapiebeginn möglich. Während für die Mehrzahl der cholangiozellulären Karzinome eine gute FDG-Speicherung nachgewiesen wurde, zeigt nur die Hälfte aller hepatozellulären Karzinome einen deutlichen FDG-Uptake. In Einzelfällen wird die FDG-PET sinnvoll eingesetzt.Correspondence to:
Prof. Dr. med. H. Palmedo
Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin
Universitätsklinikum Bonn
Sigmund-Freud-Straße 25
D–53127 Bonn
Email: holger.palmedo@ukb.uni-bonn.de
Übersicht
Palliativmedizinische Gastroenterologie – eine Standortbestimmung
G. Pott, D. Domagk und M. Holtmann
Abstract
G. Pott1, D. Domagk2 und M. Holtmann3
1Medizinische Klinik, Euregio-Klinik (Marienkrankenhaus) Nordhorn,
2Abteilung B, Gastroenterologie und Stoffwechsel, Universitätsklinikum Münster,
31. Medizinische Klinik und Poliklinik, Universitätsklinikum der Johannes-
Gutenberg-Universität, Mainz
Palliativmedizin ist die Medizin für Patienten mit fortschreitender, in absehbarer Zeit zum Tode führender Krankheit. Im Vordergrund stehen Schmerzlinderung, spiritueller Beistand und Begrenzung medizinisch technischer Eingriffe auf die Symptomkontrolle. Gastroenterologen kommt eine besondere Rolle zu, weil 80% dieser Patienten, zumeist mit weit fortgeschrittener Tumorkrankheit, unter gastrointestinalen Symptomen leiden. Eine Herausforderung für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte ist der Patient mit Ileus durch eine Tumorobstruktion; Erbrechen, Abdominalkoliken und Aszitesbildung mit stark wechselndem Verlauf und wiederholten Überlegungen zu palliativer Rekanalisierung des Verdauungstrakts sind die Kennzeichen. Viele Indikationen zur Symptomkontrolle sind mit gastroenterologischen Eingriffen gekoppelt. Das Unterlassen solcher Behandlungen erfordert neben palliativmedizinischer Erfahrung auch gastroenterologische Kenntnisse. Diese Übersicht beinhaltet auch eine Definition und die kurze Geschichte der Palliativmedizin, Anforderungen an zukünftige Fallkontrollstudien und spezielle Weiterbildungsmöglichkeiten.Correspondence to:
Prof. Dr. med. G. Pott, MA (phil.)
Medizinische Klinik
Euregio-Klinik Nordhorn
Hannoverstraße 5
D–48529 Nordhorn
Email: pott@marienkrankenhaus.de
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