Jahrgang 25, No. 6/2007(Novermber / Dezember 2007)
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Verdauungskrankheiten
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Gastrointestinale Lymphome und Stromatumoren (GIST)
Editorial: Magenlymphome/GIST
A. Morgner
Abstract
A. Morgner
Dresden
Gastrointestinale Lymphome und Stromatumoren (GIST)
Gastrointestinale Lymphome und Stromatumoren (GIST)
T. Wündisch, W. Fischbach und M. Stolte
Abstract
T. Wündisch, W. Fischbach und M. Stolte
Klinik für Hämatologie, Onkologie und Immunologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg
Gastrointestinale Lymphome sind die häufigsten extranodalen Lymphome. Eine Mitbeteiligung des Gastrointestinaltrakts, dem häufigsten extranodalen Befallsort von Lymphomen, ist für nahezu alle groß- und kleinzelligen Lymphom-Entitäten beschrieben. Eine korrekte histologische Klassifikation und Stadieneinteilung des Lymphoms sind entscheidende prognostische Faktoren und therapeutische Determinanten. Im Magen lokalisierte Lymphome sind gut endoskopisch-bioptisch zu diagnostizieren, bei den intestinalen Lymphomen ist oft eine explorative Laparoskopie/-tomie zur histologischen Sicherung notwendig. Zusätzlich zu den bei nodalen Lymphomen empfohlenen Untersuchungen zum Ausbreitungsstadium sind bei gastrointestinalen Lymphomen oft weitere Untersuchungen zur genauen Stadieneinteilung notwendig. Diagnostik und Staging sollten zeitnah erfolgen, da insbesondere Lymphome mit aggressivem klinischen Verhalten schnell therapiert werden müssen.Correspondence to:
PD Dr. med. T. Wündisch
Klinik für Hämatologie, Onkologie und
Immunologie
Universitätsklinikum Gießen und Marburg
Standort Marburg
Baldingerstraße
D-35033 Marburg
Email: wvendisc@med.uni-marburg.de
Gastrointestinale Lymphome und Stromatumoren (GIST)
Molekulare Pathogenese gastrointestinaler Lymphome
R. Schmelz, S. Miehlke und C. Thiede
Abstract
R. Schmelz, S. Miehlke und C. Thiede
Medizinische Klinik und Poliklinik I, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden
Gastrointestinale Lymphome stellen den größten Teil der primär extranodalen Non-Hodgkin-Lymphome dar und sind mehrheitlich im Magen lokalisiert. Der weit überwiegende Anteil hat seinen Ursprung in B-Lymphozyten. Aufgrund der Häufigkeit wird primär in aggressive, diffus großzellige B-Zell-Lymphome und niedrigmaligne Marginalzonen-B-Zell-Lymphome vom MALT-Typ unterschieden. Aggressive T-Zell-Lymphome, meist enteropathie-assoziiert, sind ebenfalls eine seltene Entität, haben aber wegen ihrer schlechten Prognose im Rahmen der Früherkennung von Risikofaktoren klinische Relevanz, um einen kurativen Therapieansatz zu ermöglichen. Allen Lymphomen ist ein monoklonales Wachstum gemeinsam. Die Etablierung und der routinemäßige Einsatz von molekular- und zytogenetischen Untersuchungsmethoden haben bezüglich Genese, Verlauf und Prognose bei gastrointestinalen Lymphomen zu neuen Erkenntnissen geführt, die die Wichtigkeit solcher Untersuchungen betonen. Nach heutigem Wissensstand wird das primäre Lymphom des Gastrointestinaltrakts in vielen Fällen durch exogene Einflussfaktoren bzw. Antigene getriggert. Wissenschaftlich gilt der kausale Zusammenhang zwischen Helicobacter-pylori-Infektion und dem Auftreten eines primär gastralen MZBZL vom MALT-Typ als gesichert. Ist gleichzeitig die Translokation t [11; 18] nachzuweisen, gilt dies als Parameter für ein mögliches schlechteres Ansprechen auf eine Eradikationstherapie. Auch im Rahmen der T-Zell-Lymphome wurden Risikokonstellationen identifiziert. Als eine besondere Risikogruppe für die Entwicklung eines Dünndarmlymphoms gelten Patienten mit therapierefraktärer Sprue und Rearrangements im klonalen T-Zell-Rezeptor-gamma-Gen mit Verlust von T-Zell-Antigenen wie CD8 und TCR-beta in den intraepithelialen Lymphozyten, weil damit ein hohes Risiko zur Transformation in ein enteropathie-assoziiertes T-Zell-Lymphom einhergeht. Es ist neben den bereits bekannten genetischen Markern zu erwarten, dass in naher Zukunft weitere molekulargenetische Veränderungen entdeckt werden, die einen Einfluss auf klinische Parameter wie Prognose oder Therapie-Response haben.Correspondence to:
Dr. med. R. Schmelz
Medizinische Klinik und Poliklinik I
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Technische Universität Dresden
Fetscherstraße 74
D–01307 Dresden
Email: Renate.Schmelz@uniklinikum-dresden.de
Gastrointestinale Lymphome und Stromatumoren (GIST)
Therapieoptionen und Prognose gastrointestinaler Lymphome
A. Morgner, W. Fischbach und A. Neubauer
Abstract
A. Morgner1, W. Fischbach2 und A. Neubauer3
1Medizinische Klinik und Poliklinik I, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, 2Medizinische Klinik II, Klinikum Aschaffenburg, 3Zentrum für Innere Medizin, Klinik für Hämatologie, Onkologie und Immunologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg
Die Magenlymphome stellen in der Gruppe der gastrointestinalen Lymphome die größte Gruppe dar. Das diffus großzellige Lymphom sowie das Marginalzonen-B-Zell-Lymphom vom MALT-Typ stellen die häufigsten Entitäten dar. Vor der entitätsspezifischen Therapie steht die exakte histomorphologische Diagnose, der Nachweis von Helicobacter pylori, die molekulargenetische Analyse (zumindest im Rahmen klinischer Studien) und das exakte klinische Tumorstaging. Therapeutische Optionen mit unterschiedlicher Zielsetzung in der Primär- oder Salvagetherapie stellen die Helicobacter-Eradikations-, die Strahlen-, Chemo- oder selten die chirurgische Therapie dar. Die Möglichkeiten werden in diesem Artikel in Abhängigkeit der prognosebestimmenden Parameter aufgeführt und bewertet.Correspondence to:
PD Dr. med. A. Morgner
Medizinische Klinik und Poliklinik I
Bereich Gastroenterologie
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Technische Universität Dresden
Fetscherstraße 74
D–01307 Dresden
Email: andrea.morgner@uniklinikum-dresden.de
Gastrointestinale Lymphome und Stromatumoren (GIST)
Epidemiologie, Klinik und Diagnostik von gastrointestinalen Stromatumoren (GIST)
I. Schiefke, K. Schoppmeyer, R. Kluge und J. Mössner
Abstract
I. Schiefke1, K. Schoppmeyer1, R. Kluge2 und J. Mössner1
1Medizinische Klinik und Poliklinik II, 2Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universität Leipzig
Gastrointestinale Stromatumore (GIST) umfassen eine heterogene Gruppe von mesenchymalen Tumoren, die fast ausschließlich im Gastrointestinaltrakt lokalisiert sind. Die molekulare Charakterisierung durch den Nachweis des c-kit Protoonkogens (CD117) oder den platelet derived growth factor receptor alpha (PDGFRA) hat diese Tumorentität neu charakterisiert. Die Tumoren wachsen vorwiegend intraabdominell verdrängend; etwa 60% im Magen, 35% im Dünndarm, 10% im Kolorektum und 5% im Ösophagus. Überwiegend erfolgt eine Metastasierung in die Leber, Lungenmetastasen treten nur selten auf. Die Diagnose von GIST- Tumoren ist meist schwierig und nicht selten werden sie erst bei der Autopsie entdeckt. Kleine Tumoren (< 2cm) erzeugen meist keine Symptome und werden zufällig bei der Endoskopie, einer Computertomographie oder bei einer körperlichen Untersuchung entdeckt. Der endoskopische Ultraschall (EUS) ist hilfreich bei der Detektion submukosaler Raumforderungen und zur Beurteilung der Größe des Tumors. Weiterhin ist bei nicht sicher klassifizierbaren Raumforderungen die EUS-gestützte Feinnadelbiopsie zur Mutationsanalyse (KIT und PDGFRA) hilfreich. Die Computertomographie (CT) ist zur Beurteilung des Primärtumors und zur Suche nach Metastasen unerlässlich. GIST haben meist eine intensive Aufnahme in der 18-Fluorodeoxyglucose-Positronen-Emissionstomographie (18FDG-PET), welche auch zur Verlaufsbeobachtung unter Imatinib-Therapie genutzt werden kann.Correspondence to:
PD Dr. med. I. Schiefke
Medizinische Klinik II
Universität Leipzig
Philipp-Rosenthal-Str. 27
D–04103 Leipzig
Email: schi@medizin.uni-leipzig.de
Gastrointestinale Lymphome und Stromatumoren (GIST)
Pathologie gastrointestinaler Stromatumoren (GIST)
I. Tischoff und A. Tannapfel
Abstract
I. Tischoff und A. Tannapfel
Institut für Pathologie, Ruhr-Universität Bochum
Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) sind mesenchymale Tumoren, deren Ursprung in den interstitiellen Cajal-Zellen (ICC), sogenannte Schrittmacherzellen der Magen-Darm-Wand, angenommen wird. Sie lassen sich durch eine Expression von CD117 (c-kit) identifizieren und können dadurch von anderen mesenchymalen Tumoren des Gastrointestinaltrakts wie Leiomyomen oder Schwannomen abgegrenzt werden. Eine Dignitätsbeurteilung ist mitunter schwierig, wobei Tumoren unter 5 cm Größe und das Vorhandensein nur weniger Mitosen als GIST mit am ehesten benignem Verlauf einzuordnen sind. Der Nachweis von CD117 (c-kit) ist auf eine aktivierende Mutation des Tyrosinkinaserezeptors zurückzuführen. Wenige GIST sind jedoch CD117-negativ. Sie weisen Mutationen des PDGF-Rezeptors alpha (PDGFRA), einer c-kit-verwandten Rezeptor-Tyrosinkinase, auf.Correspondence to:
Prof. Dr. med. A. Tannapfel
Institut für Pathologie
Ruhr-Universität Bochum
BG Universitätsklinikum Bergmannsheil
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
D–44789 Bochum
Email: andrea.tannapfel@rub.de
Gastrointestinale Lymphome und Stromatumoren (GIST)
Multimodale Therapiekonzepte bei gastrointestinalen Stromatumoren (GIST)
E. Goekkurt, G. Ehninger und J. Stoehlmacher
Abstract
E. Goekkurt, G. Ehninger und J. Stoehlmacher
Medizinische Klinik I, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden
Die Therapiemöglichkeiten für Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) haben sich in den vergangenen Jahren durch die Einführung der zielgerichteten Therapie erheblich verbessert. In diesem Review werden daher insbesondere die aktuellen Daten zur Therapie der fortgeschrittenen Erkrankung und für die adjuvante Therapiesituation unter besonderer Berücksichtigung von Imatinib und Sunitinib diskutiert. Zusätzlich wird der Einfluss verschiedener Mutationen im KIT- und PDGF-Rezeptor für die Therapieentscheidungen sowie der Stellenwert der Chirurgie in der multimodalen Therapie dieser Erkrankung erörtert.Correspondence to:
Dr. med. J. Stoehlmacher
Medizinische Klinik I
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Fetscherstraße 74
D–01307 Dresden
Email: jan.stoehlmacher@uniklinikum-dresden.de
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