Jahrgang 24, No. 5/2006(September / Oktober 2006)
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Verdauungskrankheiten
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Chronische Lebererkrankungen II
Bedeutung der Histologie für die Diagnose und Prognose chronischer Lebererkrankungen aus internistischer Sicht
M. Cornberg und H. Wedemeyer
Abstract
M. Cornberg und H. Wedemeyer
Abteilung Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, Medizinische Hochschule Hannover
Die Leberbiopsie bleibt nach wie vor ein wichtiges Instrument für die Diagnose und Einschätzung der Prognose von Lebererkrankungen. Dennoch hat sich der Stellenwert der Leberbiopsie für einzelne Bereiche in den letzten Jahren geändert. Zum Beispiel ist die Biopsie nicht mehr notwendig, um die Diagnose einer Virushepatitis zu stellen. Zudem werden in Zukunft nichtinvasive Methoden zur Beurteilung von Aktivität und Stadium einiger Lebererkrankungen die Leberbiopsie ersetzen können. Die Leberhistologie bleibt jedoch weiterhin der “Gold-Standard” zur Diagnosesicherung und Prognoseabschätzung für die nichtalkoholische Fettleberhepatitis (NASH) und die heriditären Lebererkrankungen Hämochromatose und Morbus Wilson. In dieser Übersicht stellen wir die Bedeutung der Leberhistologie für die einzelnen Lebererkrankungen aus internistischer Sicht dar.Correspondence to:
Dr. med. M. Cornberg
Abteilung Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
D–30625 Hannover
Email: cornberg.markus@mh-hannover.de
Chronische Lebererkrankungen II*
Therapie der chronischen Hepatitis C
N. Forestier, M. Friedrich-Rust, C. Sarrazin und S. Zeuzem
Abstract
N. Forestier, M. Friedrich-Rust, C. Sarrazin und S. Zeuzem
Klinik für Innere Medizin II, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar
Die Standardtherapie der chronischen Hepatitis-C-Virus(HCV)-Infektion besteht aus einer kombinierten Behandlung mit einem pegylierten Interferon (PEG-IFN) und Ribavirin. Patienten mit HCV-Genotyp-1-Infektion werden für 48 Wochen therapiert und Patienten mit HCV-Genotyp-2- oder -3-Infektion für 24 Wochen. Unter Berücksichtigung des HCV-Genotyps, der Ausgangsviruslast und dem initialem Abfall der HCV-RNA-Konzentration wird die Dosierung der Medikamente und die Dauer der Therapie in Zukunft noch stärker individualisiert werden. Zahlreiche neue Substanzen zur Therapie der Hepatitis C befinden sich aktuell in präklinischer und klinischer Prüfung mit vielversprechenden ersten Ergebnissen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. S. Zeuzem
Klinik für Innere Medizin II
Universitätsklinikum des Saarlandes
Kirrberger Straße
D–66421 Homburg/Saar
Email: zeuzem@uniklinik-saarland.de
Chronische Lebererkrankungen II*
Therapie des hepatozellulären Karzinoms
C. Baehr, S. Zeuzem und J. Raedle
Abstract
C. Baehr, S. Zeuzem und J. Raedle
Klinik für Innere Medizin II, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg/Saar
Die Behandlung des hepatozellulären Karzinoms (HCC) erfordert eine individuelle Anpassung an Ätiologie und Stadium der Lebererkrankung sowie Ausmaß des Tumors. Orientierend an der Barcelona-Clinic-Liver-Cancer-Klassifikation sollte in frühen Tumorstadien mit nur einem HCC-Herd eine Resektion angestrebt werden. Bei bis zu drei HCC-Herden (< 3 cm) kann eine perkutane Ethanol-Injektion oder Radiofrequenzthermoablation erfolgen. Entscheidend bei diesen Verfahren ist eine ausreichende Funktionsreserve der Restleber. Liegt gleichzeitig eine nicht ausreichende Funktionsreserve vor, ist eine Lebertransplantation zu diskutieren. Als Richtlinie zur Auswahl geeigneter Patienten können hierbei die Milan-Kriterien dienen. In einem mittleren Tumorstadium mit multinodulären oder HCC-Herden > 3 cm ist die transarterielle Chemoembolisation die palliative Methode der Wahl. In einem fortgeschrittenem Tumorstadium mit Pfortaderinfiltration oder Vorliegen von Lymphknoten- oder Fernmetastasen und/oder tumorassoziierten Symptomen sollten die Patienten, wenn möglich, im Rahmen von klinischen Studien mit neuen systemischen Medikamenten behandelt werden. Im Endstadium bleibt nur die symptomatische Therapie. Aufgrund der schwierigen Auswahl des besten Behandlungsregimes und der Komplexität der verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten sollte die initiale Therapie des HCC an spezialisierten Leberzentren festgelegt werden.Correspondence to:
Prof. Dr. med. S. Zeuzem
Klinik für Innere Medizin II
Universitätsklinikum des Saarlandes
Kirrberger Straße
D–66421 Homburg/Saar
Email: zeuzem@uniklinik-saarland.de
Übersicht
Einsatz von Probiotika und Würmern bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED)
A. Sturm
Abstract
A. Sturm
Medizinische Klinik m.S. Hepatologie, Gastroenterologie, Endokrinologie und Stoffwechsel, Campus Virchow Klinikum, Charité-Universitätsmedizin Berlin
Der Darm beinhaltet ein komplexes und dynamisches mikrobiologisches Ökosystem, welches eine vielfältige Funktion übernimmt. Neben einer metabolischen Aktivität sowie trophischen Effekten auf die intestinale Epithelschicht interagiert und aktiviert die Mikroflora das Immunsystem des Wirtes. Die residente Darmflora dient auch als Barriere zur Prävention einer Kolonisation des Darms mit pathogenen oder opportunistischen Keimen. In den letzten Jahren ist das Interesse an einer Modulation dieser Darmflora durch Probiotika rasant gestiegen. Probiotika sind lebende Mikroorganismen humaner Herkunft, die aktiv das Öko- und Immunsystem des Wirtes beeinflussen und deren Wirkung wahrscheinlich weit über das gastrointestinale System hinausgeht. Der therapeutische Nutzen von Probiotika wurde in einer Vielzahl von klinischen Studien für unterschiedliche Indikationen, wie z.B. der infektiösen Kolitis, der Strahlenkolitis, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, funktionellen Darmerkrankungen, der Divertikulose, aber auch nicht gastrointestinalen Erkrankungen, wie z.B. der atopischen Dermatitis, der Hyperlipidämie, der Nephrolithiasis, Depressionen oder vorzeitigen Wehentätigkeit untersucht. Dabei ist, nicht nur wegen der Vielzahl der unterschiedlich eingesetzten Probiotika, unterschiedlichen Patientenkollektiven und der geringen Anzahl an kontrollierten Studien, die Datenlage und der daraus entstehende Evidenzgrad einer therapeutischen Empfehlung oft unklar.Correspondence to:
PD Dr. med. A. Sturm
Medizinische Klinik m.S. Hepatologie, Gastroenterologie,
Endokrinologie und Stoffwechsel
Campus Virchow Klinikum
Charité-Universitätsmedizin Berlin
Augustenburger Platz 1
D–13353 Berlin
Email: andreas.sturm@charite.de
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