Jahrgang 23, No. 5/2005(September / Oktober 2005)
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Verdauungskrankheiten
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Übersichten
Kapselendoskopie (KE) – eine Übersicht
H. Bosseckert
Abstract
H. Bosseckert
Ehemaliger Direktor der Klinik für Innere Medizin I der FSU Jena
Die KE hat inzwischen ihren festen Platz in der Dünndarmdiagnostik erreicht. Als eine den Patienten kaum belastende und bei entsprechender Indikationsstellung kaum mit Komplikationen verbundene Methode, mit der die Dünndarmschleimhaut zum ersten Mal in ihrer Gesamtheit bildlich dargestellt werden kann, ist sie zur Abklärung okkulter bzw. obskurer Blutungen aus dem Gastrointestinaltrakt als die “Methode der Wahl” anerkannt. Aber auch in der Differentialdiagnose der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (indeterminate Kolitis) und bei dringendem Verdacht auf einen Morbus Crohn des Dünndarms (länger als drei Monate bestehende Bauchbeschwerden in Kombination mit Durchfällen, Anorexie und/oder Gewichtsabnahme, Anämie, Hypoalbuminämie und positiver ASCA-Serologie), bei Polyposis-Syndromen, einer unter NSAR-Medikation durch die übliche Diagnostik nicht abklärbarer Eisenmangelanämie sowie dem Auftreten einer Therapieresistenz bei einer glutensensitiven Enteropathie (Sprue) und dringendem Verdacht auf das Vorliegen eines Dünndarmtumors ist ihr Einsatz dringend in Erwägung zu ziehen.Correspondence to:
Prof. Dr. med. H. Bosseckert
Ehemaliger Direktor der Klinik für Innere Medizin I der FSU Jena
Ricarda-Huch-Weg 43
D–07743 Jena
Email: h.bosseck@web.de
Übersichten
Ösophagus: Klinische Pathologie Gastroösophageale Refluxkrankheit, infektiöse Ösophagitiden, eosinophile Ösophagitis
J.-O. Gebbers und A. Schmassmann
Abstract
J.-O. Gebbers1 und A. Schmassmann2
1Pathologisches Institut, Kantonsspital, Luzern, Schweiz,
In dieser Übersicht werden die klinisch-pathologischen Implikationen für Krankheiten des Ösophagus zum besseren interdisziplinären Verständnis beschrieben. Der Barrett-Ösophagus, als Folge der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD), wird mit der Beschreibung der anatomischen, pathophysiologischen und histopathologischen Grundlagen besonders gewichtet; vor allem wird auf die Nachsorge der Patienten mit Barrett-Ösophagus und Dysplasien eingegangen. Bei den Entzündungen des Ösophagus werden die häufigsten Infektionen (Candida, Herpes-simplex-Virus, Zytomegalovirus) und die eosinophile Ösophagitis mit ihren Differentialdiagnosen behandelt.Correspondence to:
Prof. Dr. med. J.-O. Gebbers
Pathologisches Institut
Kantonsspital Luzern
CH–6000 Luzern 16
Email: janolaf.gebbers@ksl.ch
Originalarbeit
Ist ein Screening auf Zöliakie in der Abklärung von Patienten mit Bauchbeschwerden sinnvoll?
C. Kaulfuß und O. Leiß
Abstract
C. Kaulfuß1 und O. Leiß2
1Ärztin für Allgemeinmedizin, Eltville,
Das Krankheitsbild der Zöliakie im Erwachsenenalter ist schillernd, betrifft viele Teilgebiete der Inneren Medizin und wird nach wie vor erst nach langer diagnostischer Latenz diagnostiziert. In einer retrospektiven Auswertung von 233 Patienten mit dem Leitsymptom Bauchschmerzen wurde bei 4 Patienten (1,7%) die Diagnose Zöliakie/Sprue gestellt. Das Symptomspektrum von 19 Patienten mit neu diagnostizierter Zöliakie unterschied sich nicht wesentlich vom Symptomspektrum der 233 Patienten, bei denen (bis auf 4 Patienten) keine Zöliakie, sondern andere Diagnosen (wie Refluxösophagitis, Helicobacter-pylori-Gastritis, Pankreaserkrankungen, Laktoseintoleranz und funktionelle Bauchbeschwerden (Reizmagen – Reizdarm)) festgestellt wurden. Ein zöliakiespezifisches Symptommuster konnte nicht festgestellt werden. In einer Untergruppe von 51 Patienten, bei denen mittels Bestimmung der Gliadin- und Endomysium-Antikörper (Untersuchungszeitraum 1993 – 1997) nach einer Zöliakie gefahndet wurde und bei denen bei 49 Patienten gleichzeitig auch eine Duodenalbiopsie durchgeführt wurde, betrug die Sensitivität der Endomysium-Antikörperbestimmung 50%, die Spezifität 97,8%. Auch wenn eine sehr kleine Gruppe von Patienten von einem Screening auf Zöliakie profitiert, ist ein generelles Screening auf Zöliakie bei Patienten mit diffusen Bauchbeschwerden wegen der geringen Sensitivität nicht empfehlenswert.Correspondence to:
Dr. med. Corinna Kaulfuß
Ärztin für Allgemeinmedizin
Ringstraße 38
D–65346 Eltville
Email: c-kaulfuss@t-online.de
Kasuistik
Ausgedehnte Bauchwandläsion bei bullösem Pemphigoid durch PEG-Sonde
U. Gottschalk, J. Steinberg und G. Boden
Abstract
U. Gottschalk, J. Steinberg und G. Boden
Klinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie, Vivantes-Klinikum Prenzlauer Berg, Berlin
Das bullöse Pemphigoid ist eine blasenbildende Autoimmundermatose des älteren Menschen mit subepidermaler Blasenbildung oberhalb der Lamina lucida. Die Inzidenz beträgt 6,6 Fälle auf eine Million Einwohner pro Jahr. Wir berichten über eine 88jährige Patientin, welche aufgrund eines Zustands nach Hirninfarkt mit einer perkutanen endoskopischen Gastrostomie (PEG) versorgt wurde, und bei der sich ein bullöses Pemphigoid entwickelte. An der Durchtrittsstelle der PEG entwickelte sich eine erhebliche Bauchwandläsion, die abschließend chirurgisch therapiert werden mußte.Correspondence to:
Dr. med. U. Gottschalk
Klinik für Innere Medizin – Gastroenterologie
Vivantes-Klinikum Prenzlauer Berg
Fröbelstraße 15
D–10405 Berlin
Email: uwe.gottschalk@vivantes.de